Hinweise auf interessante Starter und Veranstaltungen im In- und Ausland der kommenden Tage:

Mittwoch, Aby - Arturo Beeach (Marc Elias) trotz Zulage chancenreich - Hakon von Haithabu (Rick Ebbinge) muss auf der Steherdistanz 20 Meter aufhllen - Für Paul Hagoort steuert der Weltmeister Kaj di Quattro und Innovation Love - Marc Elias baut auf Doppelsieger Comte Godiva - Donnerstag, Halmstad - Ex-Seriensieger Undigious Diamant (Peter Untersteiner) zum Auftakt - Sprint-Spezialistin Virgin Maiden (Conrad Lugauer) vom inneren Startplatz - Jägersro-Siegerin Lisa Lisieux (Stine Juul-Marker) in neuer Hand - Freitag, Solvalla - Beginn des Elitloppet-Meetings - Michael Nimczyk mit Henriette Sisu und Climber für Stall Habo - Ungeschlagene G.R.Tuwa Lee (Jörgen Sjunnesson) für Besitzergemeinschaft May/Tietz - Freitag, Laval - Geht die Post gleich ab? Dreambreaker beim Comeback mit Jean-Michel Bazire und ohne Eisen - Stall Living Dreams Flash de Joux (Mike Esper) in der Abschlussprüfung ebenfalls interessant - Sonnabend, Mariendorf - Zehn Rennen ab 14.30 Uhr mit Newcomer-Serie und V7 - Sonntag, Daglfing - 13 Rennen ab 13.30 Uhr mit der besten Klasse, Derbyaspiranten und Jackpots in Sieg-, V6- und Viererwette


Die Mai-Ausgabe ist erschienen und an die Abonnenten versandt worden und ist außerdem auf den Rennbahnen Berlin-Mariendorf, Dinslaken, Gelsenkirchen und Hamburg  erhältlich.


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3 Fragen - 3 Antworten

(27.05.) Detlef Orth, sportlicher Leiter in Dinslaken, zum gestrigen Renntag 

Fast 7.500 Euro Umsatz pro Rennen, das gab es abgesehen vom Silvester-Termin schon lange nicht mehr in Dinslaken. Woran liegt dieser bemerkenswerte Aufschwung?

 

Ich konnte mich mit den Zahlen noch gar nicht im Detail befassen, da wir heute schon die Starterangabe für Pfingstmontag durchführen und dort erneut ein tolles, diesmal elf Rennen umfassendes Programm haben werden. Ich denke aber, dass auch bei uns wie schon auf anderen Bahnen die sich aktuell gut entwickelnde Wettvermittlung aus dem Ausland, speziell den USA, eine Rolle spielt und sich positiv bemerkbar macht.

 

Geradezu sensationell und weit herausragend waren die fast 11.000 Euro, die im Trabreiten umgesetzt wurden. Ausgerechnet in der Disziplin, die auf manchen anderen Bahnen eher stiefmütterlich behandelt wird. Haben Sie dafür eine Erklärung?

 

Das Rennen war natürlich mit den grandiosen Pferden Napa Valley und Garry extrem gut und in Anbetracht ihrer Klasse vor allem zuverlässig wettbar, zumal sich Ultra Tivoli als Dritter hinter den beiden ebenfalls im Vorwege stark anbot. Ich denke, da wird der eine oder andere seine Wetten auch mal deutlich höher als sonst üblich geschrieben haben, und in Anbetracht des vergleichsweise geringen Risikos waren die Zweierwette mit 3:1 und die Dreierwette mit 4,5:1 ja sogar noch recht ordentlich bezahlt. Generell freuen wir uns, dass unser Monté-Engagement Früchte trägt. Die teilnehmenden Pferde werden im Schnitt immer besser, andererseits garantiere ich den Besitzern und Trainern bei der Starterangabe auch, dass die Trabreiten selbst mit nur sechs Pferden garantiert stattfinden werden.

 

Gestern überraschten Sie mit Live-Bildern aus dem Stallgelände. Eine eigene Idee oder eine Anregung des Vermarkters?

 

Das hatten wir schon länger vor, es scheiterte aber bislang an unserer dünnen Personaldecke. Gestern konnte ich die Kamera selbst in die Hand nehmen, da es aufgrund der besonderen Corona-Umstände weder Verpflichtungen in unserem Presseraum gab noch Siegerehrungen vorgenommen werden mussten. Ich wollte gerne ein wenig Atmosphäre auf die Bildschirme bringen, habe deswegen auch viel mit Großaufnahmen, z.B. nur Kopfbildern gearbeitet. Das ist, soweit ich den Resonanzen entnehme, schon mal ganz gut gelungen. Und so konnten auch die vielen Anteileigner beim Bürgertraber Ignatz von Herten mit Bildern von ihm dafür entschädigt werden, dass sie nicht wie sonst mit 50 oder 60 Leuten live dabei sein durften, wenn ihr Liebling läuft. Jetzt arbeiten wir an der Tontechnik, denn die teilweise sehr lauten Nebengeräusche in den Paddocks müssen wir noch in den Griff bekommen. Dann werden auch kurze Live-Interviews vor oder nach den Rennen möglich sein.


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(25.05.) German Tote-Geschäftsführer Riko Luiking zu Wettumsätzen aus dem Ausland

 

In der Januar-Ausgabe von TrabInside sprachen Sie über Ihre Bemühungen der Wett-Vermarktung deutscher Rennen im Ausland. Ist die inzwischen angelaufen, und welche Länder sowie hiesige Trabrennbahnen sind schon beteiligt?

 

Es werden über unser System Wetten auf alle Galopp- und Trabrennbahnen akquiriert. Aufgrund des anderen Totosystems in Mariendorf ist hier die Anzahl der Länder jedoch stark begrenzt – Wetten aus den USA, Kanada (UK und Südafrika sind eher Galopp lastig) können auf diese Bahn noch nicht getätigt werden. Die genannten Länder haben entweder bereits mit der Vermittlung begonnen oder werden es in den nächsten Tagen tun.

 

Welche Größenordnung gab es zunächst bzw. kann man in der kurzen Zeit evtl. schon Rückschlüsse auf das vorhandene Umsatz-Potenzial ziehen?

 

Die Größenordnung lässt sich zur Zeit schwer abschätzen, da z.B. MünchenStraubing und Hamburg zu sehr frühen Zeiten begonnen haben und die Partner sich bisher eher im Testbetrieb befunden haben. Die Auslandsumsätze beliefen sich auf bis zu 37.000 Euro (Gelsenkirchen) allein aus USA.

 

Erhalten die Rennbahnen nennenswerte Provisionen oder dient die Maßnahme in erster Linie dem Bemühen, die hiesigen Pools zu stärken, was an sich auch schon positiv wäre?

 

Die Rennbahnen erzielen aus diesen Umsätzen im internationalen Vergleich übliche Erträge. Somit dient diese Maßnahme beiden Zielen – Erträge und stabile Pools.


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(21.05.) HTZ-Geschäftsführer Peter Weihermüller zum Neustart in Bahrenfeld

Die Genehmigung liegt vor, nach fast drei Monaten Pause geht es wieder los in Bahrenfeld. Wie schwer war es, den Neustart zu realisieren?

 

Aus sportlicher Sicht war es nicht allzu schwer, alle wollen wieder dabei sein. Wir hatten zwar die Starterangabe bis Dienstag verlängert, aber vorrangig, weil die schriftliche Genehmigung zur Durchführung dieser vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Leistungsprüfungen noch nicht vorlag und wir hier und da noch das eine oder andere Pferd gut brauchen konnten. Aus organisatorischer Sicht ist so etwas natürlich eine für uns neue Herausforderung, die wir aber aufgrund des erstellten Hygienekonzepts wie zuvor auch die Kollegen auf den anderen Bahnen meistern werden. Leider ist es noch nicht wieder gestattet, Zuschauern oder selbst Besitzern den Zugang zu gestatten, und wir sind auch gezwungen, zu Kontrollzwecken Sicherheitspersonal einzusetzen. Selbst das gewohnte Catering im Aktivenbereich darf noch nicht wieder stattfinden. 

 

Nicht nur das sportliche Programm verdient das Prädikat „Extraklasse“, mit einer V7 und gleich vier Viererwetten betreten Sie wetttechnisch attraktives Neuland. Angst vor ähnlich schwachen Umsätzen, wie sie mit einer Ausnahme seit dem Neustart auf den anderen Bahnen erzielt wurden, haben Sie nicht?

 

In der Tat, die Leistungsprüfungen sind durch die Bank sehr gut, teilweise brillant besetzt. Und natürlich wollen wir dem Ruf der Kundschaft, die an den heimischen Monitoren die gewohnte Übertragungsqualität erwarten darf, nach einem attraktiven Wettangebot weiterhin gerecht werden, wie es z.B. auch schon durch die Senkung der Abzüge in der Sieg- und Platzwette geschehen ist. Bei der V7-Wette mit einer Garantieauszahlung von 10.000 Euro sind wir zuversichtlich, dass dieses Angebot angenommen wird. Die zahlenmäßig starke Besetzung, teilweise extrem ausgeglichen, teilweise aber auch mit möglicherweise sehr gut spielbaren Favoriten, sollten eine ideale Grundlage zum Tüfteln bieten. Wie die vierfache Viererwette angenommen wird, müssen wir sehen. Es ist ein Test, der sich in Anbetracht der Starterzahlen einfach anbot. Und natürlich hoffen wir insgesamt auf einen guten Umsatz, der deutlich höher ausfallen sollte als bei den Veranstaltungen, die andernorts in letzter Zeit wochentags mit vergleichsweise ungünstigen Startzeiten stattfanden. 

 

In Bahrenfeld selbst mussten in den letzten Wochen mehrere Renntage abgesagt werden, die ländlichen Bahnen sind Corona-bedingt in diesem Sommer ein Totalausfall. Beabsichtigen Sie, in den kommenden Wochen oder Monaten weitere Renntermine zu beantragen, möglicherweise sogar, um gezielt der "C-Bahn-Klientel" gerecht zu werden?

 

Natürlich stehen wir vor einer nicht vorhersehbaren Situation. Sonntag ist erst der dritte Bahrenfelder Termin in diesem Jahr und der erste seit dem 1. März. Es treten über 100 Pferde in den Leistungsprüfungen an und weitere fast 30 sind in Qualifikationen und Probeläufen angegeben. Ein gewisses Potenzial ist also vorhanden und das konnte für uns in Zusammenhang mit den diversen nicht stattfindenden C-Bahn-Veranstaltungen nur heißen, dass wir nach zusätzlichen Lösungen suchen mussten. So haben wir bereits den 4. Juni angemeldet (am 7. Juni wäre Rastede mit einem vollen Traberprogramm gewesen) und die ursprünglich für Stove (26. Juli) oder Hooksiel (9. August) reservierten Termine übernommen, weitere konzeptionelle Überlegungen finden gerade statt. Dabei sollte auch eine Rolle spielen, ob und inwieweit „typische C-Bahn-Pferde“ in die Ausschreibungen einbezogen werden können.


Rennbahnsperrung in Frankreich

(19.05.2020) Pferdesport-Frankreich ist erneut Corona-geschockt. Nur eine gute Woche nach Wiederaufnahme des Rennbetriebs wurde das Land diesbezüglich in zwei Zonen geteilt, wie die nebenstehende Grafik darstellt.

Ab Donnerstag finden Pferderennen nur noch in den grünen Zonen statt, alle Bahnen in den roten Zonen dürfen keine Renntage mehr abhalten, auch nicht wie bislang geschehen ohne Publikum. Zu den roten Zonen zählen Ile-de-France, Hauts-de-France, Grand-Est und Bourgogne-Franche-Comté. Anders ausgedrückt: Paris und der gesamte Nordosten, so dass z.B. Longchamp und Auteuil bei den Galoppern bzw. Vincennes und Enghien bei den Trabern, um nur die prominentesten Bahnen zu nennen, Ihre Veranstaltungen auslagern müssen. Für Vincennes (Freitag in Rouen-Mauquenchy) und Enghien (Sonnabend in Laval) ist das bereits geschehen.

Der GNT-Renntag am Mittwoch in Le Croise-Laroche ist dagegen noch nicht betroffen, da die Verordnung erst ab Donnerstag gilt.

 

Die Muttergesellschaften France Galop und LeTrot arbeiten bereits neue Programme für Mai und Juni aus. Sobald eine rote Zone grün wird, dürfen Renn wieder stattfinden. Das ministerielle Dekret wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Die Quelle ist aber verlässlich. Einige Präfekturen wie z.B. Paris haben die Veröffentlichung des Dekrets bereits vorweggenommen, indem sie France Galop und LeTrot gestern Morgen über das Verbot der Rennbahnöffnungen informiert haben.

 

Update 20.05.: Gegenüber dem Vortag hat sich die Lage bereits verschlechtert. Es sind jetzt 32 Departements, die "rot" eingestuft werden, nach zuvor 27. Außerdem gibt es unter den "grünen" 22 mit der (inoffiziellen und deshalb nicht in der Grafik auftauchenden) Farbe "orange", die der Gefährdung unterliegen, kurzfristig "rot" zu werden. 

 

Update 21.05.: Ein Plan zu Rennverlegungen von der roten in die grüne Zone wurde inzwischen für den Zeitraum bis Ende Mai veröffentlicht. Von den großen Bahnen "wandern" Longchamp und Chantilly bei den Galoppern vor allem nach Deauville, Vincennes und Enghien bei den Trabern auf Bahnen, die ebenfalls im weiteren Sinne noch der Nähe zu Paris zugeordnet werden können wie Laval, Mauquenchy oder Le Mans. Extremer sieht es am 25. Mai beim Wechsel von Saint Cloud nach Lyon aus, wenn schon fast 500 Kilometer zwischen beiden Orten liegen. Oder bei den Hindernispferden, wo es z.B. am 26. Mai 800 Kilometer von Auteuil nach Pau zu bewältigen gilt. Das entspricht ziemlich genau der Entfernung zwischen Hamburg und München. 


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(12.05.) Vorstandsmitglied Holger Hülsheger zum Renntag in Mönchengladbach

Ziemlich überraschend hat Mönchengladbach am Wochenende eine Renntagsplanung angekündigt und ist damit die erste westdeutsche Bahn nach der Corona-Zwangspause. Wie kam es dazu, und warum wurde aus Mittwoch dann Donnerstag?

Nachdem sich der Wiedereinstieg überall immer weiter verzögerte und Veranstaltungen nicht durchgeführt werden durften, trat man von Seiten der Aktiven an uns heran, kurzfristig einen Renntag einzuschieben. In Absprache mit Gelsenkirchen und Dinslaken einigten wir uns auf sieben Rennen mit jeweils maximal 10 Startern. Auch von Seiten des HVT gab es keine Einwände. Herr Tell schlug als Termin den 13. Mai vor, da hier die gute Chance bestünde, auch ins PMU-Programm integriert zu werden. Leider gab es kein grünes Licht seitens der Stadt Mönchengladbach für einen Restart vor dem 14. Mai, somit haben wir die Veranstaltung einen Tag nach hinten legen müssen.

 

Es gab Befürchtungen, dass Basis-Rennpreise von 1.000 Euro für eine ordentliche Besetzung nicht ausreichen könnten. Tatsächlich ist das Programm hervorragend ausgefallen. Die Abschlussprüfung mit zahlreichen Top-Pferden hat quasi Zuchtrennen-Charakter. Wie ist das möglich?

Das Programm ist wirklich zum Zungeschnalzen, und hier erkennt man die große Bedeutung des Traberstandorts Mönchengladbach für den gesamten deutschen Trabrennsport. Ein Großteil der deutschen Nachwuchspferde wird in der Nähe vorbereitet, Erwin Bot kommt regelmäßig zum Schnellfahren mit seinen Schützlingen aus Holland. Unsere günstige geografische Nähe zu Holland und Belgien ist ein wichtiges Plus.

Dazu kommt das im Vorjahr erneuerte, sehr griffige Geläuf, das flotte Zeiten möglich macht. Außerdem bieten unsere für eine 1.000 m-Bahn sehr weitläufigen Bögen perfekte Arbeits- und auch Lernbedingungen im Wettkampf insbesondere für die jungen Pferde.

Neben der großen Resonanz in den sieben Rennen sind 27 Pferde alleine für die Feststellungsprüfungen genannt, und man muss kein Prophet sein um zu sagen, dass von denen nicht wenige das Derbywochende in Berlin bereichern werden. Von diesen Pferden profitieren auch andere Standorte in Deutschland. Daher sollte sich jeder bewusst machen, wie wichtig der Erhalt der Trabrennbahn in Mönchengladbach ist.

Die überragend besetzte Abschlussprüfung ist Beleg dieser Fakten, denn die Trainer sind auch bereit, ihre Toppferde für "kleines Geld" antreten zu lassen, um hier Wettkampfpraxis zu sammeln und ihre Cracks für lukrative Aufgaben fit zu machen. Ich freue mich sehr auf das Duell von Broadwell und Halva von Haithabu! Beide Pferde sind echte Eyecatcher, mit zwei Fingern zu fahren und mit einem riesigen Bewegungstalent gesegnet. Auch die anderen Rennen können sich mehr als sehen lassen, sind sehr gut und ausgeglichen besetzt.

 

An die sensationellen Wettumsätze der jüngsten Galopp-Renntage wird man in Mönchengladbach aus vielerlei Gründen nicht herankommen. Bei welchen Beträgen könnte man Donnerstag aber auch in dieser Hinsicht ein positives Fazit ziehen?

Wichtig ist für uns zunächst einmal, dass wir die ganze Veranstaltung gut über die Bühne bekommen. Es ist nicht einfach, so kurzfristig alle üblicherweise notwendigen Funktionen zu besetzen, dazu gibt es noch weitere Aufgaben aufgrund der Hygienevorschriften.

Ich wünsche mir aber, dass alle Anhänger des deutschen Trabrennsports uns durch ihre Wetteinsätze via Internet kräftig unterstützen und sich der sehr positive Trend bei den Galoppern auch bei uns Trabern fortsetzt. Ich bin vorsichtig, aber dennoch optimistisch und hoffe auf 50.000 Euro Umsatz, denn ein Schnitt von 7.000 Euro pro Rennen wäre für unsere Bahn schon sehr erfreulich.


Erinnerungen an Marion Jauß

(04.05.2020) Anruf aus Neritz, Claudia Hafer: „Marion ist verstorben; Du musst was schreiben, das hätte sie sich gewünscht!“

Mit Marion Jauß verstarb am 4. Mai eine ganz Große des deutschen Trabrennsports, doch eines hätte sie sich bestimmt nicht gewünscht: Einen Nachruf voller falscher Lobhudeleien, denn Marion Jauß gehörte zeit ihres 80 Jahre währenden Lebens zum Verein der Anhänger der klaren Ansage. Sie hatte eine direkte Art, die nicht immer jedem gefiel, die sie aber authentisch machte. Und sie brannte für die Pferde, für ihre Pferde und ganz besonders für den Trabrennsport.

Ende November 2019 besuchte ich sie auf ihrem Gestüt in Neritz bei Bad Oldesloe, um – endlich! – eine schon mehrfach verschobene Geschichte über eine Frau zu schreiben, die Trabrennsportgeschichte geschrieben hat. Und noch einmal sprachen wir über Pferde, über Siege, über gute alte Zeiten und auch über mögliche gute Zeiten in der Zukunft. Denn bis zuletzt war der Trabrennsport ein zentraler Bestandteil im Leben von Marion Jauß  - als Besitzerin und als Züchterin. Das Fahren hatte sie da – altersbedingt – längst ad acta gelegt.

So aber war sie zum Sport gekommen. Als Marion Winter (die Initialen MW schmücken noch heute den Besitzerdress) kam die Dressur- und Springreiterin zum Geschirrsport. Im Herbst 1970 gewann sie mit Kalauer ein Gästefahren, und die gebürtige Berlinerin war fortan Feuer und Flamme für den Fahrsport. Ein halbes Jahr nach dem siegreichen Sulkydebut war sie Amateurfahrerin und gewann in der Folge unzählige Rennen und Championate. Auch privat durch die Heirat mit Trabertrainer Gottlieb Jauß wurde die Beziehung zum Sport immer enger. Isabell und Andreas kamen zur Welt, doch das stoppte die Mutter nur zeitweise. Sie fuhr Sieg um Sieg ein und errang zahlreiche Championate. Sie lieferte sich mit den Herren der Schöpfung ebenso packende Duelle um das Championat wie mit ihrer Freundin Rita Drees und gewann etwa am 4. Dezember 1977 in Berlin gleich fünf Rennen. Rund 40 Jahre war sie dann aber zu Hause in Schleswig-Holstein, wo sie den Hof des Komponisten Bert Kaempfert erworben hatte. In Neritz hatten ihre Vierbeiner es besser als im eingemauerten Berlin in der Zeit der zwei deutschen Staaten.

Die kalte war nicht ihre Jahreszeit, denn in ihrer offenen und ehrlichen Art bekannte sie auch im November des letzten Jahres einmal mehr, auf das Frühjahr zu warten: „Im Winter ist der Stall nicht so mein Ding!“ So stieg sie oft genug erst in die Saison ein, wenn die Sonne höher am Himmel stand. Dann aber richtig, so wie sie ohnehin weder Kosten noch Mühen scheute - erstklassiges „Material“ in jeder Hinsicht, doch über alldem – und unter einer zuweilen schroffen Schale verborgen – dominierte ihre Liebe zum Pferd. Wer die rüstigen Rentner wie Eroicus Rex, King Boshoeve oder Bodyguard of Spain auf dem Gestüt Neritz erleben durfte wie ich im vergangenen November, der zweifelte daran nicht.

Am 7. Januar 1993 gewann sie mit Vanessa Ass in Hamburg-Bahrenfeld ihr 1.000 Rennen und durchbrach damit als zweite Amazone auf der Welt – nach Rita Drees - eine Schallmauer. Insgesamt fuhr sie 1.614 Siege ein. Auch schwere Stürze konnten sie nicht daran hindern, immer wieder in den Sulky zu steigen. Mit Courier (foto) erfüllte sie sich 1994 einen lang gehegten Traum: Marion Jauß gewann nach etlichen Anläufen die Deutsche Amateurmeisterschaft. Es folgten glanzvolle Feste zu diesen Anlässen, denn Marion Jauß war auch lebenslustig und einer geselligen Feier wahrlich nicht abgeneigt. Legendär geradezu ihre Championatsfeiern auf dem Gestüt Neritz und auch später dann in Hamburg bei ihrem Lieblingsitaliener. Sie wusste das Leben zu genießen und scherte sich nicht groß darum, was andere über sie dachten. Oft genug lagen Ernst und Spaß dicht beieinander. Als wir 2016 in einer, wie sie zu sagen pflegte, „Kneipe“ zu Abend aßen, die in Wahrheit ein feines italienisches Restaurant war, runzelte sie die Stirn ob einer lärmenden Kinderschar am Nebentisch und stieß begeistert als Mutter mit mir, einem zweifachen Vater, an, als ich sagte: „Ich kann Kinder auch nicht leiden!“ Ob es daran lag oder wohl doch eher ihrer Großzügigkeit geschuldet war, selbstverständlich übernahm sie die „Kneipenrechnung“.

Unterschiedliche Fahrer gewannen für sie das Stutenderby, das quasi ihr Rennen war, denn es ging gleich fünf Mal an eine Stute aus dem Quartier von Marion Jauß. Gilda Newport (Foto unten) gewann für sie 2016, obwohl Trainer Dion Tesselaar sich auch im „offenen“ Derby eine Chance ausgerechnet hatte, doch die Besitzerin hatte sich in ihrer Art durchgesetzt: “Ich möchte lange etwas von meinen Pferden haben.“ Der Traum vom „echten“ Derbysieg wurde weiter geträumt, aber eben nicht auf Kosten der Pferde. Und 2017 war man ganz nah dran, denn ohne eine Galoppade im Einlauf hätte Portland den Traum wohl wahr werden lassen. So aber musste Portland Marion Jauß mit Siegen in Frankreich unter der Obhut von Björn Goop entschädigen. Der schwedische Meister fuhr oft für sie, wie auch alle deutschen Spitzenkräfte, doch während sie bei den Pferden nachsichtig war, analysierte sie Fahrfehler der Piloten gnadenlos und oft genug auch mit deutlichen Ausdrücken.

Seit 2004 betreut Dirk Hafer den Rennstall des Gestütes Neritz, und Marion Jauß wusste ganz genau, was sie an ihm hatte. Sie durchschaute die Menschen mehr, als es sich manche vorstellen konnten, und hatte ein Gespür dafür, wer nur freundlich zu ihr war, weil er von ihrem Kontostand gehört hatte und wer es hingegen ehrlich mit ihr meinte. Gemeinsam besprachen die beiden die Planungen für die Rennen und tauschten sich auch über die Zucht aus. Der einst zum Spitzenkurs von 220.000 EUR auf der Berliner Auktion erworbene Baltimore As, der als Rennpferd viel Freude gemacht hatte, bekam als eigener Deckhengst seine Chancen und etwa Stutenderby-Siegerin Fräulein Wunder zur Partnerin. Für dieses Jahr war auch Gilda Newport im Gespräch, denn bis zuletzt war Marion Jauß nah dran an ihrem Sport – auch das ein Verdienst von Dirk Hafer und einem motivierten Team.  

Dem deutschen Trabrennsport wird eine engagierte Frau fehlen, deren großer Traum nun zwar unerfüllt bleiben wird, der Sieg im Deutschen Traberderby, doch deren Leben mit und für den Pferderennsport ein erfülltes war.

 

Carsten Borck


Bald wieder Rennen in Gelsenkirchen?

(31.03.2020) Nachdem aus Galopperkreisen in NRW vor einigen Tagen relativ klare Aussagen zur baldigen Wiederaufnahme des Rennbetriebs zu vernehmen waren, sprachen wir mit Gelsentrab-Präsident Uwe Küster über die Situation auf seiner Bahn.

 

TrabInside: Der Kölner Rennverein beabsichtigt, am 3. Mai mit einem sportlich hochwertigen Renntag, aber ohne Publikum in seine Galopp-Saison zu starten. In diesem Zusammenhang ist von einem neuen Erlass in NRW die Rede. Was bedeutet das für den Trabrennsport?

 

Uwe Küster: Grundsätzlich sind hier bis zum 19. April alle Sportveranstaltungen abgesagt. Die Fußball-Bundesliga hat darüber hinaus schon erklärt, ihre Pause bundesweit bis zum 30. April zu verlängern, und das sogar mit dem Zusatz „mindestens“. Wir befinden uns allerdings in intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Veterinäramt. Es ist zu klären, ob z.B. ein PMU-Renntag wie am 16. April ohne Zuschauer überhaupt eine Sportveranstaltung ist.

 

Was sollte sie sonst sein?

 

In erster Linie finden bei uns Leistungsprüfungen für Pferde statt. Der Trainingsbetrieb ist politisch erlaubt, ja sogar gewünscht. Insofern stellt sich eine Frage, die auch in Ländern wie Schweden oder Hong Kong positiv beantwortet wurde: Ist es nicht so, dass beim Pferderennen vorrangig Menschen ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen? Würde das bejaht, stünde dem Renntag am 16. April und weiteren nach heutigem Stand wohl nichts im Wege. Der Weg zur Arbeit ist schließlich von allen einschränkenden Bestimmungen ausdrücklich ausgenommen.

 

Bliebe noch die Frage, inwieweit die Nähe der am Renntag aktiven Menschen das mögliche Risiko von Infizierungen erhöht.

 

Diese Frage ist aktuell natürlich berechtigter als jede andere, aber auch darauf haben wir eine klare Antwort. Wir können auf unserer Anlage die Aktiven mit dem größtmöglichen Abstand voneinander unterbringen und damit garantiert erreichen, dass deren Risiko weit unter dem liegt, das z.B. in jedem normalen Reitstall gegeben ist. Zudem wissen Fahrer und Pfleger aus der häuslichen Trainingsarbeit, welches Verhalten derzeit das richtige ist. Auch ist eine strenge Kontrolle der Zugänge möglich, so dass niemand auf die Bahn käme, der am Renntag keine Funktion hätte.

 

Was sagen Sie Kritikern, die behaupten könnten, Ihre Bemühungen seien vor allem von wirtschaftlichen Interessen geprägt?

 

Erstens, dass dem nicht so ist. Zweitens, dass es selbst im anderen Fall nicht um unsere Interessen ginge, sondern vor allem um die der Trainer, Angestellten und Besitzer, die trotz eventueller staatlicher Unterstützung schwere Zeiten erleben. Aber eine solche Diskussion wäre ohnehin zweitrangig, weil entscheidend ist, wie die Behörden die Situation überhaupt beurteilen und dann Entscheidungen treffen. Für uns gibt es derzeit ein Zeitfenster zwischen 16. April und 1. Juni, in dessen Verlauf sich neue Szenarien ergeben könnten.

 

Nehmen wir an, es gibt demnächst Geisterrenntage. Für den BILD-Renntag am 1. Mai wäre das sicher keine Lösung.

 

Natürlich nicht. Der kann in der gewohnten Form so oder so nicht stattfinden. Weder als Geisterrenntag noch mit Publikum, selbst wenn es bis Ende April (theoretisch) eine Beendigung der Einschränkungen geben sollte. Es wäre schon ein großer Unterschied, ob die Menschen dann wieder etwas mehr aus ihren Wohnungen dürften oder gleich 20.000 eine Großveranstaltung auf relativ engem Raum besuchten.

 

Fällt Ihr Saisonhöhepunkt aus oder wird er verschoben?

 

 

Darüber ist noch nicht entschieden, wir diskutieren das gerade mit den Verantwortlichen der BILD-Zeitung. Ein Ausfall wäre sicher für alle Beteiligten bedauerlich, aber eine Verschiebung müsste seriös und möglichst verlässlich geplant sein. Wir können nicht vom 1. Mai auf den 1. Juni gehen, um dann vielleicht auch diesen Termin kurzfristig stornieren zu müssen. Ich denke, ein neues Datum mit dem Abstand von drei oder vier Monaten, also etwa in der zweiten Augusthälfte, könnte ein vorsichtiges Denkmodell sein. 


Impressionen aus Bedburg-Hau


Impressionen aus Quakenbrück


Impressionen aus Hooksiel


Impressionen vom Duhner Wattrennen


Dreambreaker-Wechsel zu Bazire

Die Nachricht überraschte Traberdeutschland: Der fünfjährige Wallach Dreambreaker ist von Thorsten Tietz ins französische Solesmes (nahe Le Mans) zu Jean-Michel Bazire gewechselt und startet aus diesem Quartier erstmals am Mittwoch in Bordeaux. Martin Fink sprach mit Florian Marcussen, dem „Leader“ der dreiköpfigen Hamburger Besitzergemeinschaft „Stall Oberkracher“.

 

Wann fiel die Entscheidung, Dreambreaker nach Frankreich zu schicken?

 

Das ist schon etwas länger her, sie stand prinzipiell bereits im Raum, bevor Thorsten Tietz ihn über Winter mit nach Schweden nahm. Dieser Abstecher war aber insofern wichtig, als das Pferd weitere Rennerfahrung, Härte und auch Monté-Praxis sammeln konnte. Außerdem sollte er dort das nötige Geld aufnehmen, um realistische Startmöglichkeiten in Frankreich zu erhalten.

 

Wie kam es zu dem Kontakt zu Champion Jean-Michel Bazire, der doch ziemlich ausgebucht sein muss und jede Menge Anfragen erhält? Warum fiel die Wahl auf ihn?

 

Wir wollten auf jeden Fall zu einem Spitzenmann. Wenn wir etwas probieren, dann soll es auch Hand und Fuß haben. JMB hat natürlich für solche Dinge einen Manager, der nach einigen Telefonaten dann irgendwann die Zusage gab.

 

Was ist der sportliche Hintergrund für die Entscheidung gewesen?

 

Zum einen das generelle Problem, dass Pferde in dieser Gewinnklasse nur unregelmäßige Startmöglichkeiten bei uns haben. Zum anderen, dass auch Thorsten der Meinung ist, Dreambreaker könnte nach Frankreich passen. Er lief in Schweden schon viele gute Rennen, auch über drei Kilometer. Ihm ist ein gleichbleibendes strammes Tempo ohne zu viele Wechsel angenehm. Trotzdem ist er nicht der typische „Dauerläufer“, denn er besitzt auch genügend Grundschnelligkeit. Wir glauben, dass so ein Abenteuer durchaus Spaß machen kann in Frankreich. Und auf den Provinzbahnen werden interessante Prämien ausgeschüttet, aktuell hat das Zauni ja erfolgreich genutzt.

 

Apropos Zauni: Sind auch Starts in Trabreiten geplant?

 

Das entscheidet natürlich der Trainer. Aber grundsätzlich: warum nicht? Das Metier kann und kennt Dreambreaker, er war in Schweden schon Zweiter und Dritter unter dem Sattel.

 

Haben Sie die Erwartung oder zumindest Hoffnung, am Mittwoch siegreich ins Frankreich-Geschäft einsteigen zu können?

 

Eigentlich nein, das Pferd ist erst wenige Wochen dort und hat seit Ende März pausiert. Wir gehen von einem ersten Test aus. Etwas verwunderlich scheint allerdings, dass er gleich barfuß ins Rennen geht, was meist als gutes Zeichen gewertet wird. Lassen wir uns überraschen.

 


Déjà-vu in Bahrenfeld

Mit Déjà-vu bezeichnet man laut Wikipedia ein psychologisches Phänomen (psychopathologische Bezeichnung: qualitative Gedächtnisstörung), das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

Wer auf anderen Veranstaltungen 2016 und 2017 zu Gast gewesen war, die das Thema Doppelrennbahn in Horn behandelten, der konnte diesem psychologischen Phänomen am 15. Februar 2018 durchaus begegnen. Einmal mehr wurde auf der aktuellen Informationsveranstaltung des HTZ in Hamburg-Bahrenfeld festgestellt, dass eigentlich alle die Doppelrennbahn in Horn wollen, dass diese ganz toll wird, dass sie ja auch kommen muss, weil in Bahrenfeld gebaut wird und dass man zuversichtlich ist. Verstärkt wurde das Déjà-vu durch die Tatsache, dass immer Elisabeth Kiausch vortrug und das Ganze jeweils mit Verweisen würzte auf Besonderheiten in der politischen Landschaft Hamburgs und auf Verfahren, die sich mit Planungen und Genehmigungen beschäftigen, was in toto die Sache natürlich nicht so ganz einfach mache.

Vor den mehr als 60 interessierten Zuhörern wurde prinzipiell all das wiederholt, was man eh schon wusste. Die Stadt könne keine Steuergelder versenken, auf 10 Jahre müsse der Betrieb wirtschaftlich durchgerechnet sein, da müsse man überdies städteplanerisch tätig sein und Businesspläne vorlegen. Doch wirklich neu war dann doch etwas: Es wurden im Januar 2018 tatsächlich 200.000 EUR seitens der Stadt bereitgestellt, um eine Durchführbarkeitsstudie zu erstellen. Im Juni 2018 liege diese Studie vor, auch das waren News, denn nun existiert ein Termin. Spätestens dann wird die Zeit vorbei sein, als man stets von Termindruck aufgrund des auslaufenden Pachtvertrages in Bahrenfeld sprach, konkrete Zeitpunkte aber im Nebel oder gar verstreichen ließ. „Wir haben das Tempo deutlich erhöht“, erklärte Präsident Dr. Verstl, musste dann allerdings auf Nachfrage der schreibenden Presse eingestehen, dass die Studie ergebnisoffen sei.

Es kann also gut sein, dass im Juni 2018 feststeht, dass das Projekt Doppelrennbahn nicht erfolgreich durchzuführen ist. Um etwa einen sinnvollen Businessplan für die nächsten 10 Jahre vorzulegen, müsse man auf branchenfremde Erträge etwa aus Konzerten setzen. Innovative Konzepte seien gefragt, da Erträge aus dem Rennsport trotz aktuell positiver Entwicklungen (in wirtschaftlicher Hinsicht) allein nicht reichen werden. Auch hier kam kurz das eingangs beschriebene Gefühl hoch, denn der von der Stadt geforderte Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Betriebes ist absolut nicht neu. Erst danach wird eine 1,6 Mio EUR teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, womit der Spaß so richtig beginnen kann. Dann werde es auch um Gutachten zur Lärmimmission (Konzerte!) und zur Verkehrsplanung und so weiter und so fort gehen. Dr. Verstl zeigte sich jedoch guten Mutes, alle Probleme angehen und – gemeinsam mit den Galoppern - lösen zu können, denn die Doppelrennbahn sei ein „Leuchtturmprojekt im Hamburger Osten“, was Neu-Geschäftsführer Henner Christoph dahingehend ergänzte, dass die „geilste Rennbahn Mitteleuropas“ entstehen könnte.

Neben den Einnahmen aus Konzerten setzt man auf die Kontinuität der Zusammenarbeit mit der schwedischen Wettorganisation ATG, mit der ein zum Jahresende auslaufender Vertrag verlängert wird. Hoffnung besitzt man bezüglich der bislang einzig in Nordrhein-Westfalen umgesetzten Rückerstattung der Rennwettsteuer auf Buchmacherwetten. In NRW flössen renntäglich 5.000 EUR zurück an die Rennveranstalter. Hier allerdings setzte Fragesteller Olaf Schröder kritisch an und zog den generellen Sinn einer neuen Doppelrennbahn in Frage, wenn es denn keine Pferde mehr gäbe, die darauf laufen könnten. Diese „negative Herangehensweise“ fand naturgemäß nicht den entsprechenden Widerhall im HTZ-Präsidium, für das Dr. Verstl sprach, dem Geschäftsführer Christoph beisprang, indem er von der „einmaligen Chance“ einer „geschenkten Anlage“ sprach, die man nutzen und nicht kaputt reden solle.

Im Weiteren informierte Dr. Verstl über Veränderungen in der Geschäftsführung, denn seit 1. Februar existiert eine „Doppelspitze“, die aus Henner Christoph, der für das Tagesgeschäft und den Wettbetrieb zuständig ist, und Peter Weihermüller besteht. Weihermüller wird 40 Stunden im Monat sich besonders der Hamburger Highlights annehmen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich Familien und eine sympathische Außendarstellung der Hamburger Bahn. Klaus Koch wird dem HTZ weiterhin als Berater zur Seite stehen, hat seinen Arbeitsschwerpunkt aber auf eine Galopprennbahn bei Stockholm verlagert.

26 Renntage sollen 2018 stattfinden, davon sind sieben Termine als so genannte Lunchraces vorgesehen. Das Programm der hochdotierten Rennen, für das am Tag der Infoveranstaltung, Nennungsschluss war, zieht sich durchs ganze Rennjahr und wurde ergänzt durch einen „Hamburger Winterfavoriten“ im Dezember. Jahreshöhepunkt ist natürlich das Grand Prix-Wochenende im Oktober, an dem es auch wieder eine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Toto geben wird, sogar eine V75-Wette ist geplant.

 

Leider sind die bereits begonnenen Bauarbeiten im Bereich des Hauptparkplatzes und des Einganges nur der Auftakt zu weiteren „Buddeleien“, doch die Umgestaltung – auch im Hinblick auf die spätere Bebauung und Verkehrsführung – beginnt bereits im Sommer 2018 so richtig. Möglicherweise zum selben Zeitpunkt, wenn die Durchführbarkeitsstudie zur Doppelrennbahn vorliegt. Dort kann auch die Hall of Fame einziehen, denn diese bis dato nur virtuell vorhandene Ruhmeshalle des deutschen Trabrennsports soll „real und begehbar“ werden. Dr. Verstl versprach abschließend eine zeitnahe Information zu allen Fragen und schloss damit die Versammlung.


Legendärer Garry

Am Silvestertag gewann der neunjährige Wallach Garry mit Ronja Walter ein Trabreiten in Dinslaken. Das bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, schließlich starteten beide als 12:10-Favorit. Auch dass es am Bärenkamp beim zehnten Auftritt der zehnte Volltreffer war, ist kaum mehr als eine Randnotiz, zu selbstverständlich sind die Siege dieses Ausnahmepferdes geworden. Und doch: Der Silverstererfolg war ein Meilenstein, vielleicht sogar ein Weltrekord, so etwas lässt sich nicht ohne Weiteres recherchieren. 

Seit dem 15. März 2015, also vor fast drei Jahren, hat Garry jedesmal einen Platz in der Dreierwette belegt, Silvester zum 50. Mal in Folge. Was für ein Jubiläum. Er startete dabei in Hamburg-Bahrenfeld, Dinslaken, Gelsenkirchen, Berlin-Mariendorf und -Karlshorst, dazu in Jägersro und auf den Grasbahnen von Hamburg-Horn, Stove und Drensteinfurt. Bei jenen 50 Starts gelangen 36 Siege, elf zweite und drei dritte Plätze. 49 Mal saß Ronja Walter im Sattel, einmal Manfred Walter im Sulky. Sage und schreibe 40 Mal lag die Siegeventualquote unter 20:10, davon alleine 18 Mal lediglich zwischen 10 und 12:10. Lukrativ konnten Wetten auf Garry dennoch sein: Gleich zweimal resultierte das Gewinn-Los bei einer Mariendorfer Prämienausspielung mit einem PKW als Hauptpreis aus einer Garry-Wette.

Traber-Deutschland verneigt sich vor diesem Pferd und wünscht sich ein "weiter so".




 Das Magazin für den Trabrennsport

TRAB-INSIDE ist das einzige Magazin für den Trabrennsport. Die erste, durchgängig farbige Print-Ausgabe erschien am Donnerstag, den 24. September 2015 anlässlich der Rennveranstaltung in Hamburg-Bahrenfeld und war danach während des Breeders Crown-Meetings in Berlin-Mariendorf sowie bei den nachfolgenden deutschen Trabrennveranstaltungen ebenfalls gratis erhältlich .

TrabInside kann kostengünstig für 19,50 € (4 Ausgaben jährlich inkl. Versand im Inland) abonniert werden, der Bezug im Ausland kostet 30 €.

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Wir, das sind drei engagierte Trabrennsport-Journalisten und Rennkommentatoren:

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