Hinweise auf interessante Starter und Veranstaltungen im In- und Ausland der kommenden Tage:

Dienstag, Paris-Vincennes – Vorläufe zum GP de l’UET um jeweils 60.000 Euro mit Vaduz Wise As  + Broadwell mit Robin Bakker für Trainer Paul Hagoort sowie Massai mit Tom H. Kooyman und Hooters USA mit Alexandre Abrivard - Dienstag, SolvallaV65-Veranstaltung - Dennis Spangenberg mit Jolie Coer – Marc Elias mit Romero - Mittwoch, SolvallaV86-Veranstaltung - Lady Star Bo (Dennis Spangenberg) und Delux. M.S. (Stefano Galuzzo) am Start - Mittwoch, AbyV86-Veranstaltung - Marc Elias mit Breidabliks Nubbe und Super Steve + Victorious Star im Trabreiten mit Henriette Larsen - Sonnabend, SolvallaV75-Veranstaltung – Toddler + Norton Commander mit Marc Elias und Conrad Lugauer mit Campo Bahia in der V75 engagiert – Laskari (Jorma Kontio) in der V75/1 favorisiert – Derbysieger Who’s Who (Örjan Kihlström) und Villiam (Jorma Kontio) als Favoriten der beiden Vorläufe zum „GP de l’UET 2018“ – Dreamboy As (Björn Goop) für Sabine Jackson & Alfons Müller in der V75/5 u. a. gegen Toddler – Sonntag, Solvalla – V75-Veranstaltung mit dem Svenskt Trav-Kriterium


Die neue Ausgabe ist erschienen und wurde an die Abonnenten versandt, ist aber auch auf den Trabrennbahnen in Gelsenkirchen, Dinslaken, Bahrenfeld sowie Berlin-Mariendorf  erhältlich!


TrabInside kann als persönliches oder Geschenkabo jederzeit gebucht werden. Vier Mal im Jahr rund 50 Seiten spannende und informative Hintergründe aus dem Trabrennsport für nur 19,50 Euro inkl. Versand (Ausland 30 Euro) - weder selber lesen noch verschenken muss teuer sein. Abos, die im Laufe eines Jahres gebucht werden, werden anteilig berechnet. 

Bestellung per Mail an info@trab-inside.de 




Neue Regeln in Frankreich

Ab 31. Oktober gelten einige Neuregelungen in Frankreich. Sie betreffen u.a. das Überfahren der abgegrenzten Bahnfläche, speziell die Anzahl und den überall gleichen Abstand von Pylonen oder die Verschulder- bzw. Toleranzfrage. Aber es gibt auch eine neue Regel für das Verursachen eines Fehlstarts im Wiederholungsfall. Bis zu diesem Datum gilt: Wenn ein Teilnehmer zwei Fehlstarts verursacht, wird er zum Nichtstarter erklärt und vom Start verwiesen. Ab 31. Oktober kann der Verursacher am Rennen teilnehmen, aber sein Fahrer (oder Jockey) wird mit 15 Tagen Fahrverbot bestraft, Lehrlinge und Amateure sogar bis zu einem Monat. Damit entfällt am Toto das aufwändige Rückrechnen der Einsätze bzw. das Neuberechnen der Quoten und die Spielkombinationen auf einen so entstandenen Nichtstarter werden nicht mehr gekürzt oder erstattet.

 


Impressionen aus Quakenbrück


In der Hitze schmolzen die Umsätze - erneut Umsatzeinbrüche bei der PMU

(20.08.2018)

Nach einem ungemütlichen Start in das Jahr sind die Pferderennen der PMU in dieser Sommerzeit wieder im Brennpunkt. Seit Juli schmelzen die Umsätze auf den Pferdewettmarkt stark ab, wichtige Ereignisse wie Deauville oder Enghien tun weh, wenn man die Umsätze in den Vordergrund rückt. Aber was ist das wirklich? 

 

Die Fußball-WM mit Frankreich als Sieger hat natürlich einige Wetter ins andere Lager geschwemmt. In den letzten Spielen des Weltcup-Fußballs verzeichnete der Monat Juli ein echtes Luftloch bei den Pferdewetten mit einem Rückgang der Verkaufszahlen um 10%. International sank der Umsatz um 3%, was einem Rückgang von insgesamt 8% entspricht. Im August, während die erste Woche insgesamt um 7% fiel, waren es in der Folgewoche 5%. Eine leichte Verlangsamung des Rückgangs auf jeden Fall, aber Zahlen, die dennoch sehr besorgniserregend sind.

 

Am Mittwoch, in Deauville, während der traditionellen Züchter Generalversammlung, sagte der Generaldirektor der PMU, Cyril Linette: "Die WM und die Hitzewelle haben natürlich erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, aber diese Ergebnisse zeigen, wie ich bereits im Juli gesagt habe, wie dringlich eine tiefgreifend eine Reform des Produkts Pferdewetten ist. In der PMU gründen wir in Kürze ein neues Team. Die Dinge werden sich ändern. "

 

Aber was soll er sagen? Andere Ursachen könnten auch diese schlechten Ergebnisse erklären. 2018 war auch von der Episode der International Large Bettors (GPI) geprägt, bis bei der PMU die Maßnahmen zur Steuerung der Wetten und der Abgabezeit vor den Rennen griffen. Sie war auch politisch ein Thema zum Schutze der französischen Turfisten. Inwiefern hat das Management dieser Akteure wie kaum ein anderes das Vertrauen der französischen Wetter beeinflusst? Das wird abzuwarten sein. Denn es ist klar auch, dass, wenn die Einsätze im Ausland einbrechen (nach Jahren mit zweistelligem Wachstum), sie nicht in das französische physische Netzwerk zurückkehren.

 

Bei letzterem scheint das Thema einer Stärkung der (finanziellen) Motivation der Inhaber einer PMU-Lizenz unumgänglich. Es sieht so aus also würden die Margen von 2% auf das Niveau der Sportwetten (5,5 %) angehoben, um den Wettbewerb mit der FdJ zu bestehen. Aber das muss politisch abgesegnet werden.

 

Davon abgesehen, wäre es sicher ein schlimmer Fehler, die Institution auseinander zu reißen, indem sie die Fehler jeweils dem anderen zuweisen. Rennen und Wetten sind eng miteinander verbunden. Um die Aktivität wieder zu beleben - die Errettung ist sicherlich nicht in einer Aktion auf die Schnelle zu bewerkstelligen - muss es tiefer greifende Maßnahmen geben und vor allem eine klare Abstimmung zwischen den verschiedenen Organisationen, nämlich dem LeTrot, France Galop und natürlich der PMU. Die eine Seite wird den Rennkalender überarbeiten müssen - mit Folgen auch für PMU International - die andere ihr Wettangebot und die Returnmasse. Die Turfisten erwarten faire Wettangebote und wenn sie gewinnen, wollen sie nicht länger gegenüber den Glücksspielern benachteiligt sein.

 


Jubiläumssieg für Ronja Walter

Eigentlich war der hundertste Treffer von Ronja Walter schon vor längerer Zeit erfolgt, doch die Monté-Königin hat dasselbe "Problem" wie einst ihr Vater Manfred Walter: Sind es bei ihm mehrere hundert Siege, die in seiner langen und unvergleichlich erfolgreichen C-Bahn-Karriere offiziell keine Anerkennung fanden und in keiner Statistik auftauchen, kommt Ronja auf den ländlichen Bahnen auch schon auf mindestens zwanzig. So hatte sich die Frage, ob vergangenen Sonntag in Hooksiel der Jubiäumssieg mit ihrem Liebling Garry (Foto) gelungen war (eine bisherige Siegzahl von 99 stand im Raum), schnell mit "nein" beantwortet. Nur 72 Stunden später war es dann im französischen La Capelle soweit, wo Ronja Walter am Mittwoch Mittag in einem 22.000 Euro-Rennen den von Cees Kamminga trainierten Napa Valley aus geschonter Lage zum Erfolg über den haushohen Favoriten führte.


Impressionen aus Hooksiel


Impressionen vom Duhner Wattrennen


Jörn Finger auf Schweden-Tour


Sommermeeting in Cagnes sur Mer beginnt

Die Pause zwischen Winter- und Sommermeeting ermöglichte der Rennsportgesellschaft der Côte d'Azur eine gelungene Auffrischung ihres Fühhrings. Dieser Ort wurde viel grüner mit der Schaffung eines Bereichs u.a. für die Überprüfung der Beschläge und könnte im kommenden Winter zum neuen Besichtigungspunkt der Galopper werden. Die Pisten und die Beleuchtung wurden ebenfalls erheblich verbessert: 700 Tonnen Sand wurden neu aufgelegt, fast 2.000 Tonnen zusätzlicher Sand in einem Jahr. Die Bahnbeleuchtung und die der Tribünen wurden komplett verändert.

 

An zehn Abenden gibt es Partnerschaften mit Städten aus der Region. Sie ziehen normalerweise mehr als 4.000 Besucher pro Renntag zusätzlich zur Rennbahn. Bei diesen Terminen werden sieben Feuerwerke abgefeuert. Der Höhepunkt auf der wird der Grand Prix am 25. August sein (hoffentlich dem Kommen von Bold Eagle, aber nichts ist sicher). An diesem Tag wird Timoko anwesend sein und die Parade eröffnen.

 

Außerdem sind weitere 100 zusätzliche Boxen im Bau, um das Trainingszentrum zu vergrößern.

 


Paris Courses - ein neues Fachblatt

Seit heute (2. Juli) werden GENY COurses und Paris Courses eins. Das Ziel ist es, eine leistungsfähige Informationsqualität zu bieten. Die Fusion ist an LeTurf gekoppelt und ergänzt Geny Courses.  Was darf man erwarten?
Rubrik von Journalisten, unter anderem Bernhard Glass (RTL) und Infos von Christophe Soumillion und Eric Raffin mit Analysen, ein 8-seitiges Blatt mit Quinté+ und den Rennen des Tages, ausführliche Tabellen, Schlüsselstatistiken, eine Doppelseite mit Prognosen, Expertenmeinungen und Tabellen über deren Erfolgsquoten. Berichte aus dem Rennsport , Interviews mit den Aktiven, Hinweis auf zu verfolgende Pferde, Rennberichte, Ergebnisse.

Übliche Rubriken
Wetten
Ergebnisse und Quoten
Quinté des Tages
Tagesveranstaltungen
der nächste Renntag
Aktuelles
 
Die Preise sind moderat, weniger als 50 Cent pro Tag im Monatspaket (13,90 € in der Digitalausgabe). Tagesprogramm 1,20 €. Keine Aboverpflichtung.

Testausgabe:

www.paris-courses.com/newspaper/?ticket=b9fb5614-009b-483f-abb5-edd35f90ed4c


Überschwemmung in Grosbois

(12. Juni 2018) Das jüngste Unwetter hat große Schäden angerichtet. Schon vor zwei Jahren war Grosbois von den Niederschlägen stark betroffen. In den letzten Tagen kam es zu extremen Regenfällen. Die Niederschläge fanden im Wald keine Abflussmöglichkeit, der See und die Gräben waren rasch an ihre Aufnahmekapazität gelangt, es ist die Rede von über 70 Liter auf den Quadratmeter. Die Pisten sind allerdings (11.00 Uhr) schon wieder benutzbar, aber die Waldstrecken wurden aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt.

 

Maryvonne Joly von der AFASEC berichtete, dass die Kühlräume und die Keller überflutet seien. Strom und Gaszufuhr mussten aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Im Grand Bois hatte sich eine Art Ablaufstrom gebildet und Erde, Sand und Waldboden angeschwemmt.

 


Dreambreaker-Wechsel zu Bazire

Die Nachricht überraschte Traberdeutschland: Der fünfjährige Wallach Dreambreaker ist von Thorsten Tietz ins französische Solesmes (nahe Le Mans) zu Jean-Michel Bazire gewechselt und startet aus diesem Quartier erstmals am Mittwoch in Bordeaux. Martin Fink sprach mit Florian Marcussen, dem „Leader“ der dreiköpfigen Hamburger Besitzergemeinschaft „Stall Oberkracher“.

 

Wann fiel die Entscheidung, Dreambreaker nach Frankreich zu schicken?

 

Das ist schon etwas länger her, sie stand prinzipiell bereits im Raum, bevor Thorsten Tietz ihn über Winter mit nach Schweden nahm. Dieser Abstecher war aber insofern wichtig, als das Pferd weitere Rennerfahrung, Härte und auch Monté-Praxis sammeln konnte. Außerdem sollte er dort das nötige Geld aufnehmen, um realistische Startmöglichkeiten in Frankreich zu erhalten.

 

Wie kam es zu dem Kontakt zu Champion Jean-Michel Bazire, der doch ziemlich ausgebucht sein muss und jede Menge Anfragen erhält? Warum fiel die Wahl auf ihn?

 

Wir wollten auf jeden Fall zu einem Spitzenmann. Wenn wir etwas probieren, dann soll es auch Hand und Fuß haben. JMB hat natürlich für solche Dinge einen Manager, der nach einigen Telefonaten dann irgendwann die Zusage gab.

 

Was ist der sportliche Hintergrund für die Entscheidung gewesen?

 

Zum einen das generelle Problem, dass Pferde in dieser Gewinnklasse nur unregelmäßige Startmöglichkeiten bei uns haben. Zum anderen, dass auch Thorsten der Meinung ist, Dreambreaker könnte nach Frankreich passen. Er lief in Schweden schon viele gute Rennen, auch über drei Kilometer. Ihm ist ein gleichbleibendes strammes Tempo ohne zu viele Wechsel angenehm. Trotzdem ist er nicht der typische „Dauerläufer“, denn er besitzt auch genügend Grundschnelligkeit. Wir glauben, dass so ein Abenteuer durchaus Spaß machen kann in Frankreich. Und auf den Provinzbahnen werden interessante Prämien ausgeschüttet, aktuell hat das Zauni ja erfolgreich genutzt.

 

Apropos Zauni: Sind auch Starts in Trabreiten geplant?

 

Das entscheidet natürlich der Trainer. Aber grundsätzlich: warum nicht? Das Metier kann und kennt Dreambreaker, er war in Schweden schon Zweiter und Dritter unter dem Sattel.

 

Haben Sie die Erwartung oder zumindest Hoffnung, am Mittwoch siegreich ins Frankreich-Geschäft einsteigen zu können?

 

Eigentlich nein, das Pferd ist erst wenige Wochen dort und hat seit Ende März pausiert. Wir gehen von einem ersten Test aus. Etwas verwunderlich scheint allerdings, dass er gleich barfuß ins Rennen geht, was meist als gutes Zeichen gewertet wird. Lassen wir uns überraschen.

 


Fabrice Souloy bleibt vorerst ohne Trainerlizenz

Fabrice Souloy ist es weiterhin verboten, Pferde zu trainieren. Er hatte nach Ablauf seiner einjährigen Sperre in Frankreich eine Trainerlizenz beantragt, um wieder zu trainieren zu können, nachdem er wegen Doping eines Pferdes suspendiert worden war. Fabrice Souloy hatte das Gericht in einem Eilverfahren angerufen und vorgetragen, dass das Trainingsverbot die finanzielle Gesundheit des von ihm mitverwalteten Unternehmens gefährde. Der Antrag wurde am Donnerstag, dem 31. Mai 2018, im Rahmen eines Dringlichkeitsverfahrens gestellt und die Aussetzung der SECF Entscheidung, die Lizenz zu verweigern, wurde beim Verwaltungsgericht von Caen beantragt. Das Verwaltungsgericht von Caen hat einen Antrag auf Einstweilige Anordnung, am 1. Juni erörtert, die Vorträge zur Kenntnis genommen und am Montag, den 4. Juni 2018, den Antrag abgelehnt.

 

Fabrice Souloy hatte eine Sperre In Frankreich vom 2. Januar 2017 bis zum 2. Januar 2018. In dieser Zeit war es ihm verboten, Pferde zu trainieren und Rennbahnen im Arbeitsbereich zu betreten. Nachdem er diese Strafe verbüßt hatte, bat Fabrice Souloy die SECF, das Recht zu erhalten, wieder zu trainieren. Die SECF als zuständige Aufsichtsorganisation lehnte das ab und berief sich auf eine negative Stellungnahme des Innenministeriums, das geltend machte, dass charakterliche Mängel nicht ausgeräumt worden seien. Zudem seien ihm anvertraute Pferde in Norwegen und Schweden positiv auf Kobalt, eine verbotene Substanz seit Juli 2017, getestet worden. Der Verstoß wird als Blutdoping gewertet.

 

Das Verwaltungsgericht stellte nun fest, dass es keine hinreichend ernste oder unmittelbare Hinweise auf eine Gefährdung der persönliche Situation von Fabrice Souloy oder auf die finanzielle Situation und die Dauerhaftigkeit des Unternehmens, dessen Co-Manager er ist, gäbe. Jedenfalls zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Damit entfalle die Eilbedürftigkeit.

 

Ob und wann in der Hauptsache entschieden wird ist noch nicht bekannt. Das Gericht hatte im Eilverfahren nicht zu prüfen, ob die Verweigerung der Lizenz rechtens ist und aufrechterhalten werden kann. Es ging hier lediglich um die behaupteten Folgen in persönlicher Hinsicht und um die Gefährdung des Unternehmens. Da dieses aber durchaus erfolgreich ist, konnte der Eilantrag keinen Erfolg haben.

 

Dies hat mit dem eigentlichen Urteil in der Hauptsache nichts zu tun. Dort wird zu prüfen sein, ob das Innenministerium mit seinen Einwänden richtig liegt, oder ob der Grundsatz gilt, dass mit Verbüßung einer Strafe die Rechtsfolgen entfallen. Den Rechtsgrundsatz: wenn eine ausländische Sportbehörde ein Urteil fällt, hat es Auswirkungen auch im Inland, gibt es nicht, jedenfalls nicht rechtsverbindlich. Solange die UET es nicht schafft, verbindliche Europarichtlinien auf Gegenseitigkeit zu verabschieden, wird sich im Trabrennsportbereich auch nichts ändern. Das Urteil wird also wichtige Hinweise darauf geben, ob die SECF berechtigt sein könnte, die Sperre unter Berufung auf ausländische Urteile, auszuweiten. Nach aktueller Rechtslage ist die Antwort nein. Das ist auch der Grund, warum die SECF sich nicht darauf beruft, sondern ausdrücklich verlautbaren lässt, dass das Innenministerium, die erforderliche Unbedenklichkeitsbescheinigung verweigert. Bei der Sachlage könne sie keine Lizenz genehmigen.

 

 

Entschieden ist in der Sache also immer noch nichts. Nur der Zeitrahmen verschiebt sich.


ELITLOPPET 2018

TRABInside-Mitarbeiter Jörn Finger unterwegs in Solvalla

Clips vom Sonntag


ELITLOPPET 2018

TRABInside-Mitarbeiter Jörn Finger unterwegs in Solvalla

Clips vom Freitag + Sonnabend

Er ist fast jedes Wochenende auf einer schwedischen Rennbahn zu finden. TRABInside-Mitarbeiter und "Racetrackhopper" Jörn Finger ist natürlich auch am Elitloppetwochenende dabei. In diesem Jahr wird er mit seinem Handy hautnah für alle die nicht in Stockholm live dabei sein können mit kurzen Video's die großartige Atmosphäre dieser Kultveranstaltung einzufangen. Aber nicht nur das ...

 

Das nachfolgende Video wurde seitens der ATG - deshalb auch nur in englischer Sprache verfügbar - zur näheren Vorstellung von Jörn Finger in Schweden erstellt. Mit ihm als deutschem "V75-Guru" sind nämich  weitere etwa zehn ´Kurzfilme geplant, bei denen er bei seinen Aufenthalten auf den verschiedenen Trabrennbahnen von Jägersro bis Boden allerlei Aufgaben gestellt bekommt.


Die Praxis bei Verkaufsrennen

Am Sonntag, 3. Juni, findet im französischen Laon eine Rennveranstaltung statt, bei der Verkaufsrennen im Mittelpunkt stehen. Der HVT bietet an dem betreffenden Wochenende eine Informationsreise dorthin an, die manch ein interessierter Besitzer wahrnehmen wird. Vielleicht aber auch viele, die gar nicht genau wissen, was unter "Verkaufsrennen" zu verstehen ist und wie das Kaufen genau abläuft. TrabInside hilft mit Infos zur Praxis aus der Feder eines Experten:

 

Wir wissen, dass es sogenannte Verkaufsrennen gibt, bei denen alle teilnehmenden Pferde nach dem Rennen zum Verkauf stehen. Ein Mindestgebot ist erforderlich. Nach dem Rennen kann jeder vor Ort ein geheimes Angebot abgeben: die Angebotshöhe, der Käufer und natürlich das Pferd und das Rennen, müssen angegeben werden. Es gibt mehr oder minder gleichartige Formular, Bulletin genannt, die meist in der Meldestelle abgeholt werden können. Ein Angebot muss innerhalb einer bestimmten Frist, meist bis zu 20 Minuten nach dem Rennen (Ausschluss-Frist), in die dafür vorgesehene Urne, im Regelfall an der Meldestelle (briefkastenartig), eingeworfen werden. Die Zeit ist deutlich sichtbar vermerkt. Nach dem Auswerten der Angebote gewinnt das höchste Gebot. Die Bieter halten sich unmittelbar nach dem Öffnen der Urne an einem dafür vorgesehenen Ort auf.

 

Ein verkauftes Pferd wird vom Veranstalter sofort übernommen, quasi sichergestellt (Gefahrübergang), nach Zahlung erfolgt Besitzübergang unbeschadet der noch vorzunehmenden Formalitäten. Eine Ankaufsuntersuchung findet nicht statt. Die Pferde werden gekauft wie besichtigt. Ein klar ersichtlicher Mangel kann zum Rücktritt führen, ein verdeckter zu Rechtsansprüchen. Es gilt französisches Recht. Es ist oft auch möglich, bei Pferden, die kein Angebot erhalten haben, den Ankaufspreis neu zu verhandeln. Das kann durchaus unter dem Mindestgebot liegen. Hier gelten aber andere Regeln und der Veranstalter ist nicht involviert.

 

Bis jetzt ist es sehr klar?

 

Aber was ist mit dem Bulletin des ehemaligen Besitzers, der seinen Schützling behalten will? Wir reden dann davon, dass das Pferd verteidigt wird. Um konkret zu sein: Der Besitzer A will sein Pferd verkaufen. Der Mindestpreis ist sein Angebot. Sagen wir 10 000 Euro. Das besagte Pferd läuft gut und gewinnt oder ist platziert und die Verkaufsbewilligung, die mit der Nennung abgegeben wird, reut den Besitzer. Er füllt ein Bulletin in der Höhe von 12 000 Euro aus. Gibt es kein Gebot, so behält er sein Pferd, muss aber 50% der Differenz zwischen der Summe, die er angegeben hat, und der Anspruchsrate, d.h. 50% von 12.000-10.000 Euro, also 1.000 Euro, an den Veranstalter abgeben. Auf der anderen Seite, wenn ein fremdes Angebot unter 12 000 Euro vorliegt, muss Herr A dem Veranstalter 100% der Differenz bezahlen, in diesem Fall also 2.000 Euro. Hat er sein Pferd nicht verteidigt und der Bieter B hat sagen wir 13.500 Euro geboten, so gewinnt der Bieter B. Herr A erhält die Basis 10.000 Euro plus 50% von (13.500 - 10.000 Euro) = 1.750 Euro, also insgesamt 11.750 Euro. Die anderen 1.750 Euro gehen an den Veranstalter. Es ist ein bisschen kompliziert, ich weiß es, aber ich hoffe, die meisten haben es verstanden. Die Summen waren willkürlich. Oft reicht ein kleiner Aufschlag von 50 Euro aus, wenn sonst keiner bietet. Die Beobachtung der Urne hilft nur um festzustellen, ob ein Angebot abgegeben wurde. Aber nicht wirklich, weil ein Angebot mit Öffnung der Meldestelle abgegeben werden kann.

 

Wie man sich auf den Ankauf vorbereitet, ist ein anderes Thema. Da Vieles zu beachten ist, sollte vielleicht eine Checkliste vorbereitet sein. Wer Interesse hat, kann ein Modell dazu erhalten. Das kostenlose Angebot gilt für trotto-Foristen oder Abonnenten von TrabInside. Es muss per email angefordert werden. Ansonsten sind die Informationen zu den Pferden im Netz abrufbar. Im Übrigen hat ja der HVT einige Hinweise dazu eingestellt. Dort kann sich jeder schlau machen. Das war hier nur ein kleiner Einblick. Der Ankauf ist etwas sehr Individuelles und hat viele Parameter.


PMU verstärkt Position in Norwegen

Wie am 4. Mai bekannt wurde, verändert die PMU ihre Verträge mit Norwegen. Nach einer Vereinbarung zwischen der PMU und dem Betreiber Norsk Rikstoto, können die PMU-Wetter ab Montag (7. Mai) bei Sieg- und Platzwetten in den norwegischen Rennen in einen gemeinsamen Pool spielen. Somit werden die von den PMU-Wettern registrierten Wetteinsätze zu den vom norwegischen Betreiber gesammelten addiert und auf diese Weise zusammengeführt. Das soll stabile Quoten sicherstellen. Ob in Paris oder in Oslo oder sonst wo auf der Welt in eines der beiden Systeme gespielt wird, bleibt sich dann gleich. Die Quoten sind bei Simple Wetten identisch.

Zwanzig norwegische Trabrennveranstaltungen sind dafür bis zum 15. Oktober geplant. Die PMU und Norsk Rikstoto haben Verträge seit 2011, die Norweger spielen Quinté + seit 2015.  Der Trend in Richtung „europäischer Masse“ deutet sich nicht nur an … 


Denkanstoß aus Amerika

Die New York Racing Association hat die Einführung eines Starter-Treueprogramms für Besitzer und Trainer von Pferden bekannt gegeben, die ab dem 2. April 2018 in einem Zeitraum von zwölf Monaten mindestens fünf Starts auf den teilnehmenden Bahnen absolvieren.

Im Rahmen des neuen Programms können Pferde Boni zwischen 5% und 15% auf das Geld verdienen, das sie in den Rennen gewinnen, basierend auf ihrer Anzahl an Starts auf den teilnehmenden Bahnen. Das Programm ist vorerst auf den 1. April 2019 befristet.

Das Loyalitätsprogramm reicht von der Kategorie Silber (fünf bis sechs Starts, 5% Bonus) über Gold und Platin bis zu Diamant (mindestens zwölf Starts, 15% Bonus), gilt für Preisgelder auf den ersten fünf Plätzen und ist nichts anderes als ein Treueprogramm, das eine Belohnung für regelmäßige Starts auf den teilnehmenden Bahnen sein soll.

Ziel ist es, größere Felder und ein besseres Rennsportprodukt zu produzieren, was wiederum zu einem besseren Handling und einer positiven Wirkung auf die Geldbeutel und die Finanzen der Rennvereine haben führen wird.

 

Damit die Pferde nicht überbeansprucht werden, gilt die Prämienberechtigung nur für maximal zwei Starts innerhalb eines Monats. Der dritte Start in diesem Zeitraum ist nicht für eine Teilnahme am Programm berechtigt.


Veränderungen bei der PMU?

Nach Informationen der Paris Turf wird Bertrand Meheut der Nachfolger von Xavier Hürstel an der Spitze der PMU. Aber vorsichtig: Meheut, der vor der Bolloré-Ära einer der starken Männer von Canal + war, wird nicht die gleichen Funktionen wie sein Vorgänger haben. Das war der Wille der Muttergesellschaften (France Galop und LeTrot). In der Tat, Bertrand Meheut (66 Jahre) soll der Vorstandsvorsitzende von PMU sein, wird aber keine Exekutivfunktion haben. Es soll sich (vorbehaltlich der Bestätigung der Aufsichtsministerien) auf einen Exekutivdirektor stützen, der noch nicht bekannt ist (am Freitag gab es eine Konferenz in Bercy). Bertrand Meheut steht dem Präsidenten von Frankreich Galop, Edouard de Rothschild, sehr nahe und war insbesondere der Ursprung der Rekrutierung von Laurent Eichinger als Nachfolger von Eric Brion bei Equidia. Auf jeden Fall wird eine Veränderung der Regierungsform der PMU (und damit des Status), die sich im Betrieb der PMU zu einer Zeit ergeben wird, in der die Teilprivatisierung ihres großen Rivalen, der Französisch Spiele, mehr denn je relevant ist.

 

Es bleibt spannend.


Zum Manipulationsverdacht bei  der Quinte+

In jüngster Zeit wurde in Deutschland mehrfach gemutmaßt, bei der Ermittlung der täglichen (Zufalls-) Zusatzzahl in der Quinte+ könnten Unregelmäßigkeiten bzw. Manipulationen zugunsten der PMU im Spiel sein. Es war aufgefallen, dass selbst bei extrem formgemäßen Einläufen (zuletzt am Mittwoch, 07.03.2018) mit entsprechend vielen Treffern des Einlaufs in richtiger Reihenfolge gefühlt „nie“ der mit der passenden Zusatzzahl verbundene Jackpot im 1. Rang abgeräumt würde.

 

Diese Unterstellungen gehören jedoch ins Reich der Fabel, wie u.a. der nachfolgende Paris Turf-Beitrag vom 31.01.2018 verdeutlicht:

 

"Obdachloser gewinnt 250.000 € beim Pferderennen und beendet seine Misere.

Mit nur fünfzig Cents, gelang es einem obdachlosen Wetter in Belgien, dem Jackpot eine viertel Million Euro zu entlocken. (Quelle: France 3 Infos Regions).

François, ein Obdachloser aus der Region Mons, ging wie täglich in eine Wettannahmestelle in der Region von Mons, Belgien (ladbrokes.be). Nachdem er 3 € auf schnell gewählte Pferde gesetzt hat, fügt er 50 Cent für das Quintett hinzu, ein Bonus, der der Superzahl des Lottos ähnlich ist. Schließlich laufen die fünf ausgewählten Pferde in richtiger Reihenfolge ein. Neben dem entsprechenden Gewinn steckt er 250.000 Euro ein, weil seine Bonusnummer ausgeworfen wurde!"

 

 

Die Zusatzzahl ist ein reines Lotteriespiel. Die Nummer wird nicht unter den Teilnehmernummern ausgelost, sondern völlig einflusslos aus den Möglichkeiten, die sich aus der Anzahl Nummern ergeben. Das ist im „harten“ (Annahmestellen-) Bereich eine vierstellige Nummer und im Internetbereich eine dreistellige Nummer. Im Internetbereich war sie übrigens am Mittwoch (07.03.) getroffen, die Auszahlung betrug über 280.000 Euro für zwei Euro Einsatz. Der Volltreffer ist reiner Zufall. Die Nummer an sich wird öfter getroffen, aber dann muss man eben die Pferdewette mit fünf Richtigen „geradeaus“ auch noch haben, um gewinnen zu können. Eine Manipulation ist völlig auszuschließen.


Gegen die Mafia

Das Hippodrome Favorita (Palermo) in Sizilien bleibt bis zum 11. April geschlossen. Die Staatsanwaltschaft hatte in Anwendung des Anti-Mafia-Gesetzes die Schließung beantragt und das Ministerium war diesem Antrag gefolgt. Der Verwaltungsrat der Region hatte sich mit einem Antrag auf Einstweilige Anordnung zur Wiedereröffnung des Betreibers, IRES, zu befassen und sah sich außerstande, dem Antrag stattzugeben. Das Hippodrome ist seit Dezember geschlossen. Wann nun definitiv entschieden wird, bleibt abzuwarten. Ob die Gesellschaft angesichts der Vermutung, mit der Maffia zusammenzuarbeiten, weiter Rennen veranstalten darf, ist eher unsicher. Immerhin: In Italien wird durchgegriffen, wenn Unregelmäßigkeiten offensichtlich sind.


Schadenersatzforderungen gegen PMU

Wie jetzt bekannt wurde ist am 22. Februar ein Urteil des TGI (Tribunal de Grande Instance) in Paris in dem Rechtsstreit Betclic ./. PMU verkündet worden. Das schriftliche Urteil steht noch aus. Das Gericht hat ein Gutachten zur Ermittlung der Schadenshöhe in Auftrag gegeben. Die PMU wurde bereits im Vorfeld verurteilt, die Verfahrenskosten von 100.000 Euro an die Klägerin zu zahlen. Das ist ein Indiz, sozusagen eine Vorabendentscheidung. Betclic klagt auf Schadenersatz in Höhe von 170 Millionen Euro, weil man sich durch die Nichttrennung der Wettumsätze zwischen stationären und Internetwetten im Zeitraum 2010 bis 2015 gegenüber der PMU benachteiligt sieht. Betclic hatte dies 2015 gerichtlich erzwungen, seither gibt es die getrennten Wettpools. Es ist nicht auszuschließen, dass sich weitere Konkurrenten im Wettmarkt um Schadenersatzforderungen gegen die PMU zur Klage entschließen. Es kann davon ausgegangen werden, dass die PMU Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird. Dies hätte aufschiebende Wirkung. Affaire à suivre, Fortsetzung folgt.


Déjà-vu in Bahrenfeld

Mit Déjà-vu bezeichnet man laut Wikipedia ein psychologisches Phänomen (psychopathologische Bezeichnung: qualitative Gedächtnisstörung), das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

Wer auf anderen Veranstaltungen 2016 und 2017 zu Gast gewesen war, die das Thema Doppelrennbahn in Horn behandelten, der konnte diesem psychologischen Phänomen am 15. Februar 2018 durchaus begegnen. Einmal mehr wurde auf der aktuellen Informationsveranstaltung des HTZ in Hamburg-Bahrenfeld festgestellt, dass eigentlich alle die Doppelrennbahn in Horn wollen, dass diese ganz toll wird, dass sie ja auch kommen muss, weil in Bahrenfeld gebaut wird und dass man zuversichtlich ist. Verstärkt wurde das Déjà-vu durch die Tatsache, dass immer Elisabeth Kiausch vortrug und das Ganze jeweils mit Verweisen würzte auf Besonderheiten in der politischen Landschaft Hamburgs und auf Verfahren, die sich mit Planungen und Genehmigungen beschäftigen, was in toto die Sache natürlich nicht so ganz einfach mache.

Vor den mehr als 60 interessierten Zuhörern wurde prinzipiell all das wiederholt, was man eh schon wusste. Die Stadt könne keine Steuergelder versenken, auf 10 Jahre müsse der Betrieb wirtschaftlich durchgerechnet sein, da müsse man überdies städteplanerisch tätig sein und Businesspläne vorlegen. Doch wirklich neu war dann doch etwas: Es wurden im Januar 2018 tatsächlich 200.000 EUR seitens der Stadt bereitgestellt, um eine Durchführbarkeitsstudie zu erstellen. Im Juni 2018 liege diese Studie vor, auch das waren News, denn nun existiert ein Termin. Spätestens dann wird die Zeit vorbei sein, als man stets von Termindruck aufgrund des auslaufenden Pachtvertrages in Bahrenfeld sprach, konkrete Zeitpunkte aber im Nebel oder gar verstreichen ließ. „Wir haben das Tempo deutlich erhöht“, erklärte Präsident Dr. Verstl, musste dann allerdings auf Nachfrage der schreibenden Presse eingestehen, dass die Studie ergebnisoffen sei.

Es kann also gut sein, dass im Juni 2018 feststeht, dass das Projekt Doppelrennbahn nicht erfolgreich durchzuführen ist. Um etwa einen sinnvollen Businessplan für die nächsten 10 Jahre vorzulegen, müsse man auf branchenfremde Erträge etwa aus Konzerten setzen. Innovative Konzepte seien gefragt, da Erträge aus dem Rennsport trotz aktuell positiver Entwicklungen (in wirtschaftlicher Hinsicht) allein nicht reichen werden. Auch hier kam kurz das eingangs beschriebene Gefühl hoch, denn der von der Stadt geforderte Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Betriebes ist absolut nicht neu. Erst danach wird eine 1,6 Mio EUR teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, womit der Spaß so richtig beginnen kann. Dann werde es auch um Gutachten zur Lärmimmission (Konzerte!) und zur Verkehrsplanung und so weiter und so fort gehen. Dr. Verstl zeigte sich jedoch guten Mutes, alle Probleme angehen und – gemeinsam mit den Galoppern - lösen zu können, denn die Doppelrennbahn sei ein „Leuchtturmprojekt im Hamburger Osten“, was Neu-Geschäftsführer Henner Christoph dahingehend ergänzte, dass die „geilste Rennbahn Mitteleuropas“ entstehen könnte.

Neben den Einnahmen aus Konzerten setzt man auf die Kontinuität der Zusammenarbeit mit der schwedischen Wettorganisation ATG, mit der ein zum Jahresende auslaufender Vertrag verlängert wird. Hoffnung besitzt man bezüglich der bislang einzig in Nordrhein-Westfalen umgesetzten Rückerstattung der Rennwettsteuer auf Buchmacherwetten. In NRW flössen renntäglich 5.000 EUR zurück an die Rennveranstalter. Hier allerdings setzte Fragesteller Olaf Schröder kritisch an und zog den generellen Sinn einer neuen Doppelrennbahn in Frage, wenn es denn keine Pferde mehr gäbe, die darauf laufen könnten. Diese „negative Herangehensweise“ fand naturgemäß nicht den entsprechenden Widerhall im HTZ-Präsidium, für das Dr. Verstl sprach, dem Geschäftsführer Christoph beisprang, indem er von der „einmaligen Chance“ einer „geschenkten Anlage“ sprach, die man nutzen und nicht kaputt reden solle.

Im Weiteren informierte Dr. Verstl über Veränderungen in der Geschäftsführung, denn seit 1. Februar existiert eine „Doppelspitze“, die aus Henner Christoph, der für das Tagesgeschäft und den Wettbetrieb zuständig ist, und Peter Weihermüller besteht. Weihermüller wird 40 Stunden im Monat sich besonders der Hamburger Highlights annehmen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich Familien und eine sympathische Außendarstellung der Hamburger Bahn. Klaus Koch wird dem HTZ weiterhin als Berater zur Seite stehen, hat seinen Arbeitsschwerpunkt aber auf eine Galopprennbahn bei Stockholm verlagert.

26 Renntage sollen 2018 stattfinden, davon sind sieben Termine als so genannte Lunchraces vorgesehen. Das Programm der hochdotierten Rennen, für das am Tag der Infoveranstaltung, Nennungsschluss war, zieht sich durchs ganze Rennjahr und wurde ergänzt durch einen „Hamburger Winterfavoriten“ im Dezember. Jahreshöhepunkt ist natürlich das Grand Prix-Wochenende im Oktober, an dem es auch wieder eine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Toto geben wird, sogar eine V75-Wette ist geplant.

 

Leider sind die bereits begonnenen Bauarbeiten im Bereich des Hauptparkplatzes und des Einganges nur der Auftakt zu weiteren „Buddeleien“, doch die Umgestaltung – auch im Hinblick auf die spätere Bebauung und Verkehrsführung – beginnt bereits im Sommer 2018 so richtig. Möglicherweise zum selben Zeitpunkt, wenn die Durchführbarkeitsstudie zur Doppelrennbahn vorliegt. Dort kann auch die Hall of Fame einziehen, denn diese bis dato nur virtuell vorhandene Ruhmeshalle des deutschen Trabrennsports soll „real und begehbar“ werden. Dr. Verstl versprach abschließend eine zeitnahe Information zu allen Fragen und schloss damit die Versammlung.


UET gespalten -  mit Folgen für die Wiederwahl von Jean-Pierre Kratzer?

Wie aus gut unterrichteten Kreisen bekannt wurde, war die jüngste Sitzung der UET nicht von Harmonie geprägt. Das lag vor allem an dem gescheiterten Versuch der Norweger, das Urteil gegen Fabrice Souloy für die UET allgemein verbindlich zu machen. Dafür gab es keine Mehrheit.

 

Der Feldzug des Norwegischen Präsidenten Sven Morton-Buer, er ist noch ein Jahr im Amt, schien erkennen zu lassen, dass dies mit rechtsstaatlichen Argumenten wenig zu tun hatte, sondern eine persönliche Sache ist. Die Ausdehnung der Souloy-Sperre auf den Trainer Philippe Billard als persona non grata, weil beide zusammenarbeiten, belegt diese These. Das kann Frankreich nicht mittragen. Wenn es Morton-Buer gelingen sollte, die nordischen Länder auf eine Linie zu verpflichten, könnte die Wiederwahl von Jean-Pierre Kratzer im Januar 2019 davon abhängen.

 

Wie berichtet, hat Souloy einen Lizenzantrag in Frankreich gestellt. Seine einjährige Sperre ist abgelaufen. Die SECF hat mit taktischen Mitteln wie Stellungnahmen der Finanz- und Sicherheitsbehörden eine Entscheidung aufgeschoben, aber sie wird kurzfristig entscheiden müssen, weil sie vor einem öffentlichen Gericht vermutlich unterliegen würde. Es gilt als wenig wahrscheinlich, dass die Lizenz aus Rechtsgründen verweigert werden kann.

 

Eine Rolle spielte in der Sitzung - neben vielen Regeländerungen - auch der Druck, vor allem der Italiener, vermehrt Europäische Rennen auszuschreiben. Es war sogar die Rede davon, eine Entscheidung dazu in Brüssel zu suchen. Dazu wird es wohl nicht kommen, aber Konzessionen auf diesem Gebiet sind zu erwarten. Davon könnte auch Deutschland profitieren. Italien hat inzwischen den Großteil der Rennen europäisch geöffnet, um seine Argumentationslage zu verbessern (die Italiener sind in Abwesenheit einer seit Jahren erwarteten Reform in einer dramatischen Situation). Es gibt keine besser dotierten Rennen als die französischen (Durchschnitt 22.642€ pro Rennen). Die Begehrlichkeiten sind groß, der innenpolitische Druck in Frankreich auch. Der Sparkurs im Inland würde durch Ausweitungen der Abflüsse ins Ausland (vor allem nach Schweden und Italien) auf wenig Verständnis stoßen.


Beginn einer neuen Zeitrechnung:                   Tracking erhält Einzug im Trabrennsport

Für Experten oder die es werden wollen, ist es ein Hilfsmittel zur Analyse mit fantastischen Möglichkeiten. Es wird durch ein System bereitgestellt, dass wir alle aus den Routenplanern kennen. Das Modul ist ein 150 Gramm schweres Modul, dass jedes Pferd mit der am Kammdeckel befestigten Nummer erhält. Es macht das Pferd und seine Position lokalisierbar und kann somit auch die Geschwindigkeit, die Distanz zu einem vorne oder hinten liegenden Pferd, und die Reststrecke anzeigen. Da jede Nummer eine eigene Farbe hat, lässt sich am Bildschirm leicht die Position ausmachen.

 

Eine zweite Variante erlaubt es die eigene Kamera zu wählen, um das Gespann seiner Wahl zu verfolgen. Das virtuelle Bild kann mit der Wirklichkeit angeglichen werden. Dadurch entstehen Bilder, die eine Analyse nach dem Rennen ermöglichen, die einer Simulation: „Was-wäre-wenn“ gewesen ermöglichen. Viele werden es nutzen, um taktische Fahrfehler im Rennen festzustellen und der Lerneffekt dürfte beachtlich sein.

 

Die vielen Details werden zu einer veränderten Fahrweise führen.

 

Wie funktioniert das?

 

Nun, der oben erwähnte Sensor ist mit dem Antennensystem der Renntbahn verbunden. Das ermöglicht eine auf Zentimeter genaue Bestimmung, die eine Echt-Zeit-Übertragung ermöglicht. 

Für den Wetter gibt es also eine Fülle von zusätzlichen Informationen mit einer nie zuvor möglichen Präzision. Laufleistung der Pferde, Abstände zu anderen Teilnehmern, Partialen, Temposteigerungen und so fort. Mit Sicherheit werden Algorithmen entwickelt, die über die statistischen Auswertungen hinaus mathematische Prognosen ermöglichen und den Grad der Wahrscheinlichkeit beeinflussen. Die Zielgruppe liegt im Spektrum der Jüngeren (24 - 34 Jahre alt). Sie ist das Ergebnis einer Langzeitstudie. Aber ganz sicher werden auch die älteren Experten sich rasch zurechtfinden. Profiwetter werden es zu nutzen wissen. Mit Pads oder Smartphone kann es praktisch jeder Rennbahnbesucher nutzen. Und: Das System wird natürlich ausgebaut.

Die Programme EpiqE Tracking und EpiqE Hippodrome Connecté lassen sich für IOS und Android herunterladen. Wer auf der Rennbahn Vincennes ist kann es nutzen. Andere Bahnen werden folgen. Premiere am Sonntag.


PMU setzt Aufwärtstrend fort

PMU erreicht 2017 wieder die 9 Milliarden Euro  Grenze. Nach Informationen der Paris Turf entfallen 50,7  % auf den Bereich der Traber. Die Galopper haben ihren Rückstand nicht wettmachen können. (2016 lag die Differenz bei 130 Millionen Euro. ) Die angepeilten 50/50 für den PMU Bereich  konnten die Galopper wieder nicht erreichen, obwohl die Zahlen besser sind als im Vorjahr. Der Umsatzrückstand ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Galopper  ein „Schwarzes Jahr“ hatten: 4 Quinté Rennen mussten annulliert werden (bedeutet ca. 60-70  Million € Umsatzverlust) und Longchamp fehlt natürlich auch. In den PMH Bereichen sind die Traber traditionell besser positioniert . Im nächsten Jahr werden PMH Renntage in den PMU Sektor überführt (44 insgesamt, 33 im Traberbereich). Zu Lasten von PMU International, die schlechte Performer austauschen will. Nachdem Straubing die 1.6 Million Euro Marke erreicht hat (5 Rennen zum Jahresauftakt) sind die offensichtlich nicht betroffen.


PMU auf China-Kurs

Anfang nächster Woche fliegt der französische Präsident Emmanuel Macron nach China. Mit von der Partie ist der stellvertretende Generaldirektor der PMU, Alain Resplandy-Bernard. Schon 2015 und 2016 hatte der damalige Präsident Francois Hollande ex-PMU-Chef Xavier Hürstel in Begleitung. Das ist Teil der französischen Wirtschaftspolitik. Angesichts der Tatsache, dass 12% des Umsatzes der PMU (mehr als 1 Milliarde Euro) im Ausland erzielt werden, kann man sich die Auswirkungen eines Abkommens mit China leicht vorstellen. Die Verhandlungen laufen schon lange. Ob es bereits zu einem Abschluss kommt, ist nicht sicher. Es braucht viel Zeit, um mit den Chinesen ins Geschäft zu kommen. Aber dass es in absehbarer Zeit zu einem Vertrag kommen wird, gilt als sehr wahrscheinlich.


Legendärer Garry

Am Silvestertag gewann der neunjährige Wallach Garry mit Ronja Walter ein Trabreiten in Dinslaken. Das bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, schließlich starteten beide als 12:10-Favorit. Auch dass es am Bärenkamp beim zehnten Auftritt der zehnte Volltreffer war, ist kaum mehr als eine Randnotiz, zu selbstverständlich sind die Siege dieses Ausnahmepferdes geworden. Und doch: Der Silverstererfolg war ein Meilenstein, vielleicht sogar ein Weltrekord, so etwas lässt sich nicht ohne Weiteres recherchieren. 

Seit dem 15. März 2015, also vor fast drei Jahren, hat Garry jedesmal einen Platz in der Dreierwette belegt, Silvester zum 50. Mal in Folge. Was für ein Jubiläum. Er startete dabei in Hamburg-Bahrenfeld, Dinslaken, Gelsenkirchen, Berlin-Mariendorf und -Karlshorst, dazu in Jägersro und auf den Grasbahnen von Hamburg-Horn, Stove und Drensteinfurt. Bei jenen 50 Starts gelangen 36 Siege, elf zweite und drei dritte Plätze. 49 Mal saß Ronja Walter im Sattel, einmal Manfred Walter im Sulky. Sage und schreibe 40 Mal lag die Siegeventualquote unter 20:10, davon alleine 18 Mal lediglich zwischen 10 und 12:10. Lukrativ konnten Wetten auf Garry dennoch sein: Gleich zweimal resultierte das Gewinn-Los bei einer Mariendorfer Prämienausspielung mit einem PKW als Hauptpreis aus einer Garry-Wette.

Traber-Deutschland verneigt sich vor diesem Pferd und wünscht sich ein "weiter so".


Hohe Verluste in Frankreich

Am Mittwoch fand auf der Rennbahn von Vincennes das letzte Trabrennkomitee des Jahres statt. Bei der Gelegenheit wurde das Budget 2018 den anwesenden 46 Mitgliedern vorgestellt. In einem schwierigen Umfeld (LeTrot wird 2017, 29 Mio. € Verlust machen), haben die Chefs der Muttergesellschaft ein Defizitbudget von 11 Mio. € verabschiedet.

 

Sie wollen im kommenden Jahr 18.6 Mio. € einsparen. Die Einsparungen verschonen keinen. LeTrot will 7,3 Mio. € einsparen. Die Tochtergesellschaften (Equidia, GTHP, AFASEC …) werden 900.000 € beitragen und die Regionale Gruppen sind mit 1,2 Mio. € dabei. Der Aktivenbereich verliert an Rennpreisen und anderen Zuwendungen 9,3 Millionen €. Erwähnenswert sind dabei neben den Rennpreiskürzugen um 1 % z.B. der Rückgang der Züchterprämien von 12,5 auf 12%, ca. 1,4 Mio. € und das Ende der Ausschüttung der Nenngelder für Vincennes und Enghien für die Besitzer, ca. 1,4 Mio. €, der Rückgang der Zuschüsse für die geteilten Rennen, ca. 1 Mio. €, das Ende der Prämien für den Rückzug der Mutterstuten, ca. 700.000 € und die Zahlung der Züchterprämien für Auslandsgewinne, ca. 600.000 €.

Im Rahmen der Optimierung des Rennprogramms (Premium Rennen) bekommt LeTrot 33 von 44 Veranstaltungen, aber erhält nur 50% des Nettogewinns, um die Parität Trab/Galopp zu gewährleisten. Die Traber unterstützen als die Galopper also mit nicht unwesentlichen Beträgen. 

 

Nach Ansicht des Finanzdirektors von LeTrot, François Lauras, wird das Budget von der Regierung genehmigt werden. 

 

Mehr dazu mit den  Zahlen der PMU /2,7% +) (Analyse der aktuellen Situation) vielleicht in der Januar-Ausgabe von TrabInside.


Saisonabschluss in Bedburg-Hau

Der diesjährige Renntag in Bedburg-Hau am 17. September war reich an Höhepunkten – nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich. Wer kann schon behaupten, politische Prominenz wie in diesem Fall Bundesumweltministerin Barbara Hendricks als Schirmherrin gewinnen zu können. Am letzten Samstag hatte die Serie an Highlights dann ein „Nachspiel“: Auf dem Hof von Rennvereinspräsident Uwe Zevens, dessen Trainingsanlage für die Abhaltung von Trabrennen genauso ideal geschaffen ist wie für Feierlichkeiten jeder Art, trafen sich Veranstalter, Freunde und Unterstützer des Rennvereins zum traditionellen Jahresausklang. Unter großem Beifall und moderiert von Dirk Ptaschinski, der zusammen mit Hartwig "Haddi" Thöne schon den Renntag im September gekonnt über die Bühne gebracht hatte, konnte dabei ein Scheck in der sagenhaften Höhe von 20.000 Euro an die „Elterninitiative Kinderkrebsklinik Düsseldorf“ überreicht werden, die der Rennverein in Bedburg-Hau in vielfältiger Weise unterstützt. Einen wesentlichen Teil des Betrages trabte die „Charity-Stute“ For Children Living ein, bekanntlich fließen alle Renngewinne der ehemaligen Barbara Streisand in den Spenden-Topf.

 

Zum Foto: Übergabe eines Schecks über 20.000 Euro an die Elterninitiative Kinderkrebsklinik Düsseldorf - von links: Hannes Bongartz, Uwe Zevens, Frank Fleßer (Spendenbetreuung Elterninitiative Kinderkrebsklinik), Maskottchen (Maurice Zevens), Bedburg Hau-Bürgermeister Peter Driessen und Hauptsponsor Christian Nitsch.


Interview mit Henner Christoph zum V6-Start

In Hamburg-Bahrenfeld wird am kommenden Sonntag (12. November) mit der neu geschaffenen und mit einem Grundeinsatz von 20 Cent bundesweit spielbaren V6-Wette vielleicht eine Ära beginnen. TrabInside-Mitarbeiter Martin Fink sprach darüber mit Henner Christoph, der beim HTZ als „Leiter Vertrieb“ mitverantwortlich für das Wettgeschäft ist.

 

 

 

Hamburg startet Sonntag die V6-Wette, die Traberszene scheint begeistert zu sein. Welche Hoffnungen/Erwartungen verbinden Sie mit der V6?

 

Wir hatten im März dieses Jahres die V5-Wette eingeführt. Die damit gemachten Erfahrungen haben uns dazu gebracht, sie auf eine V6-Wette zu erweitern. Die V5-Wette hatte das Problem, dass sie oft zu einfach war und den Erwartungen der Wetter in hohe Quoten dann nicht genügen konnte. Denn natürlich spielt ein Wetter eine V-Wette, um eine möglichst hohe Auszahlung zu erhalten und nicht, um Geld zu wechseln oder für eine kleine Rendite mehrere Rennen lang zittern zu müssen. Wir schaffen mit der V6 eine Möglichkeit, bei der hohe vierstellige oder im Fall einer Jackpotbildung anschließend sogar fünfstellige Gewinne denkbar sind. Für das HTZ erwarten wir uns eine Umsatzsteigerung mit dieser Maßnahme. Uns ist allerdings die Gefahr (aus Sicht des Umsatzes) bewusst, dass mehr Einsätze der Wetter länger dem Kreislauf entzogen sind, dies also erst einmal gegen eine Umsatzsteigerung spricht. Aber wir hoffen, dies durch zusätzliche Einsätze der Wetter, z.B. durch „Abdecken“, wenn sich die persönliche V6 günstig entwickelt, kompensieren zu können.

 

War die Lizensierung schwierig? Glücksspiel jeder Art ist heutzutage ein mitunter heikles Thema.

 

Da es in Deutschland bereits mehrfach eine V6-Wette gab und diese auch in den Wettvorschriften verankert ist, gab es keine Probleme bei der entsprechenden Erweiterung der Totalisatorgenehmigung.

 

Wann entstand die Idee? Wie lange dauerte der Behördenweg bzw. anschließend die technische Umsetzung?

 

Die Idee entstand vor einigen Monaten, nachdem wir die Entwicklung der V5-Wette beobachtet haben. Die Behörde zeigte sich sehr kooperativ und für unseren technischen Dienstleister ist diese Wettart „business as usual“.

 

Ist die V6 online bei allen der bekannten Wettanbieter spielbar?

 

Davon gehen wir aus, und das wäre für den Erfolg auch sehr wichtig.

 

Wird eine V6 an jedem Bahrenfelder Renntag durchgeführt oder nur dann, wenn die Rennen dafür passend scheinen?

 

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen soll die V6-Wette etwas Besonderes sein und eigentlich nur dann angeboten werden, wenn die Rennen geeignet scheinen, aber andererseits: was passiert, wenn wir sie nicht anbieten? Wieder zurück zur V5? Keine V-Wette? Alles Fragen, mit denen wir uns beschäftigt haben. Wir haben entschieden, die V6-Wette erst einmal an jedem Renntag anzubieten und nach einer Testphase ein entsprechendes Fazit zu ziehen. Je nachdem, wie die Rennen besetzt sind, wird natürlich die Höhe der Garantie variieren. Und man kann schon jetzt am Sonntag sehen, dass die V6-Wette einen starken Einfluss auf die Einteilung der Rennen hat. Ein FFA mit erhöhter Dotation an letzter Stelle des Programms? Normalerweise würde dieses Rennen natürlich an anderer Stelle stehen. Aber da es mit sieben Startern und einer überschaubaren Favoritengruppe aus meiner Sicht nicht in die V6 gehört, kommt es eben zu dieser Verteilung der Rennen.

 

Soll die V6 ein Hamburger Projekt bleiben, gibt es schon Signale anderer Veranstalter, sie auch einzuführen oder wäre der Idealfall sogar eine bundesweite V6, z.B. an jedem Sonntag auf wechselnden Bahnen?

 

Aktuell ist dies ein Hamburger Projekt. Eine bundesweite Großwette, z.B. eben eine regelmäßige V6 auf wechselnden Bahnen wie von Ihnen vorgeschlagen, würde aber sicher Sinn machen.

 

Anders als Lotto, Quinté+ oder V75 verzichten Sie auf weitere Gewinnränge, so dass stets nur wenige gewinnen, aber die Masse der Wetter verlieren wird. Reicht die Hoffnung auf den für Trabrennsportverhältnisse großen Gewinn aus, um dauerhaft Umsatz zu generieren?

 

Meiner Meinung nach ist der Topf nach aktuellem Stand (noch) zu klein, um ihn aufzusplitten und somit zu verwässern. Der Anreiz auf eine hohe Auszahlung lässt die Leute Lotto spielen oder die Quintè+ bzw. eine große V-Wette in Schweden machen, nicht die Chance auf Trostpreise.

 

Ein vorübergehender Hamburger V6-Boom in den 1980-Jahren mit wochenlangen 25.000 DM-Jackpots endete letztlich mit Umsätzen, die gegen null tendierten und zur Einstellung der Wettart führten. Das wird diesmal anders sein, weil....

 

…man heute und damals nicht vergleichen und man jetzt im Gegensatz zu früher auch außerhalb der Rennbahn eine V6 spielen kann, der Anreiz also bundesweit geschaffen wird. Wir sind uns dabei bewusst, dass die V6-Wette natürlich kein Allheilmittel ist, aber eben eine große Chance darstellt. Und mit dieser Chance werden wir sehr sorgsam umgehen. Zum Beispiel wie dargestellt bei der Auswahl der Rennen wie am nächsten Renntag. Oder, wie schon am letzten Renntag mit der V5 geschehen, durch regelmäßige Bekanntgabe, wie viele Scheine noch in der Wette sind, wenn etwa nach den ersten drei Rennen zweimal ein „Krummer“ gewonnen hat. Dazu die Umstellung der Nichtstarterregelung, wenn die oft kritisierte Tendenzreihe einfach vom Totofavoriten abgelöst wird. Lauter Kleinigkeiten, die aber in ihrer Summe zeigen, dass wir dieses Produkt und natürlich unsere Kunden ernst nehmen.

 

Danke für diese Ausführungen. Traber-Deutschland wird Sonntag nach Hamburg schauen, wir wünschen Ihnen viel Erfolg.

 


"Ich freue mich wie ein Kind"

Seit Jahren geht Silberhelm Thorsten Tietz in den Wintermonaten mit einigen Pferden nach Schweden und hat dort in der Vergangenheit beachtliche Erfolge erzielt, doch diesmal scheint das Vorhaben eine neue Dimension anzunehmen. Gerüchte und Spekulationen machen die Runde, zuletzt hieß es hinter vorgehaltener Hand sogar, der Standort Deutschland werde komplett aufgelöst. Höchste Zeit für TrabInside nachzufragen.

 

Martin Fink sprach mit Thorsten Tietz auf der Rückfahrt vom St. Leger.

TrabInside: Die Gerüchteküche brodelt. Es scheint für viele ausgemachte Sache zu sein, dass Thorsten Tietz Deutschland den Rücken kehrt.

 

Thorsten Tietz: Das ist natürlich Unsinn. Richtig ist, dass am 1. Oktober der Teilumzug nach Schweden vollzogen wird. Das war in den letzten Jahren genauso, diesmal wird allerdings der Umfang etwas größer sein.

 

Das heißt konkret?

 

Es werden 18-20 Pferde nach Sala, ca. 100 km nördlich von Stockholm beordert. Wir haben ein ideales Quartier gefunden, sowohl in Bezug auf die Arbeitsbedingungen wie auch logistisch. Allein im Umkreis von 100 km liegen nicht nur Solvalla, sondern fünf weitere Rennbahnen wie z.B. Eskilstuna, Gävle oder Romme.

 

Um welche Pferde handelt es sich?

 

In erster Linie um die Gewinnreicheren. Es ist zwar ein Luxusproblem, aber davon stehen bei mir im Stall einfach zu viele, die derzeit in Deutschland nicht vernünftig eingesetzt werden können. Entweder fallen Rennen mangels Beteiligung aus oder aber ich müsste drei, manchmal sogar vier Pferde aus dem eigenen Stall angeben, damit die Pferde überhaupt mal laufen können. Das beträfe beispielsweise Klassepferde wie Abano H, Dreambreaker, Dimitri W. Eden, Fiobano, Stan Libuda, Spicy A. usw. Mehrere davon in einem Rennen hieße zwangsläufig, dass einige sich mit einem kleinen dreistelligen Preisgeld begnügen müssten, davon sind die Besitzer naturgemäß nicht begeistert.

 

Sind sie es von dem Umzug, oder mussten sie erst überzeugt werden?

 

Die Besitzer stehen voll hinter dem Plan, zumal in Schweden demnächst weitere Rennpreiserhöhungen vorgenommen werden und eben prinzipiell, das ist nun einmal so, ganz andere Startmöglichkeiten bestehen. Einer Mon Etoile traue ich ohne weiteres zu, bei den besten Stuten des Jahrgangs mitzumischen, und die drei am Sonntag mit Dennis Spangenberg siegreichen Stuten der Ecurie Smart sind ja sogar schwedische Inländer.

 

Apropos Spangenberg, der ja auch schon in Schweden tätig war: Wie ist intern die Aufgabenverteilung?

 

Ich gehe mit Liza Marlow, die die Pferde in Schweden schon mehrfach betreut hat, und zwei weiteren Mitarbeitern am 1. Oktober dorthin. Der hiesige Stall wird von Dennis Spangenberg, Thomas Panschow und Matthieu Hegewald weitergeführt. Allesamt Leute, die das Traberhandwerk verstehen und auf die ich mich zu einhundert Prozent verlassen kann. Ich selbst werde zum Teil auch zwischen Schweden und Deutschland pendeln und ab 1. Januar wieder komplett vor Ort sein. Dennis wechselt dann nach Schweden. Das Projekt ist bis 15. März geplant, dann kommen die Zweijährigen, die derzeit im Westen von Gerd Steinhaus an den Ernst des Lebens herangeführt werden, nach Berlin.

 

Das hört sich spannend und durchdacht an. Doch die beiden Berliner Rennvereine werden es ein wenig wie zuweilen die englische Königin halten: Sie werden „not amused“ sein.

 

Das ist so, und das ist auch verständlich, aber den Verantwortlichen habe ich früh reinen Wein eingeschenkt. Und vielleicht muss auch über den Moment hinaus gedacht werden. Sollten einzelne oder alle Pferde in Schweden gut zurechtkommen und entsprechend verdienen, werden die Besitzer weiter investieren, was auch der hiesigen Szene wieder zugutekommt. Letztlich gilt auch für die Besitzer: Sie freuen sich auf das, was kommt, aber niemand will Deutschland den Rücken kehren.

 

Gibt es überhaupt etwas, das die Euphorie dämpfen könnte? 

 

Der schwedische Winter ist natürlich mitunter hart, auf den könnte ich verzichten aber ansonsten freue ich mich wie ein Kind auf die kommenden Monate.




Info-Abend HTZ/HVT am 18. November

Nichts ist in Stein gemeißelt

 

Knapp 80 Anmeldungen hatte es gegeben – groß war das Interesse an der Informationsveranstaltung des Norddeutschen Traber-Besitzer- und Züchter-Vereins am Freitag, den 18. November im Fährhaus Tespe am Elbdeich. Moderator Sönke Gedaschko führte gekonnt durch einen Abend, der – trotz kritischer Wortbeiträge - vor allem von einem getragen war, dem Wunsch nach Harmonie und Neuanfang.

 

HVT und HTZ an einem Ort, gemeinsam sich der (Traber)-Öffentlichkeit stellend, das wäre vor einigen Wochen ähnlich undenkbar gewesen wie ein Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen. Während letzteres durchaus kritisch zu betrachten ist, dürfte ersteres grundsätzlich positiv anzusehen sein. HVT-Präsident Heinz Tell goss die Motti des Abends in die passende Form. Mit dem Mao Tsetung-Zitat vom „langen Marsch, der mit dem ersten Schritt beginnt“ ließ sich der neue Status Quo trefflich beschreiben. Das HTZ auf „Schmusekurs“, ist bei den PMU-Rennen 2017 dabei, arbeitete bei den Rennterminen vor allem mit Berlin prima zusammen und hat sich bei den gehobenen Rennen so eingebracht, dass es in den HVT-Plan passt, ohne dass die Hamburger ihr Gesicht verloren. Kein Wunder, dass Tell die Gelegenheit nicht versäumte, Lob auszusprechen und das Verbindende in seinem Statement zu betonen.

 

Dann aber wurden die „brennenden“ Themen der Reihe nach abgearbeitet. Tell warb um Verständnis für die zuweilen schwere Arbeit der Rennleitung und propagierte in Bezug auf Verbesserungen hierbei, aber auch bei allem anderen, etwa Fragen der Ausschreibungen, des Dopings, der PMU-Durchführungsbestimmungen und der weiteren Förderung der inländischen Zucht das zweite Motto der Veranstaltung: „Nichts ist in Stein gemeißelt!“

 

Das Vertrauen der Basis (Aktive, Züchter und Besitzer) müsse man zurückerobern, hilfreich sei dabei Transparenz. Wie das im Fall „Doping“ aussehen kann, demonstrierte HVT-Präsidiumsmitglied Maren Hoever anschließend, die akribisch alle Dopingfälle der jüngeren Vergangenheit und deren Behandlungsstand aufzählte. Von 18 Dopingfällen seien 13 verhandelt, sechs rechtskräftig, der Rest bei ordentlichen Gerichten anhängig, was die Sache zuweilen so langwierig mache, da immer wieder Prozessverschleppung betrieben werde. Zudem könne ein Wiederholungstäter erst als solcher be- und verurteilt werden, wenn der erste Fall abgeschlossen sei, doch man arbeite intensivst daran. Lediglich die Fälle „Dreambreaker“ und „Adriano BR“ seien aktuell offen. Nach Kobalt werde bereits seit 1 ½ Jahren gefahndet. 

Nach dem HVT trat dann auch der Hamburger Veranstalter an. HTZ-Geschäftsführer Klaus Koch berichtete von den erfolgreichen Bemühungen, den Wettumsatz zu steigern – „Jeder Renntag 2016 war erfolgreicher als der entsprechende 2015“ -, besonders in Kooperation mit skandinavischen Partnern. In diesem Zusammenhang verkündete Koch auch die erfolgreiche Wiederaufnahme der Wettvermittlung nach Schweden mit Datum 19. November. 

 

Erfrischend offen gestand Koch ein, dass seine Idee eines hochdotierten Zweijährigen-Rennens „total gescheitert“ sei. Davon hat man sich beim HTZ nicht beeindrucken lassen, sondern ein ausgeweitetes Programm an gehobenen Rennen zusammengestellt und den „Großen Preis von Deutschland“ wiederbelebt. Das sich an Vierjährige richtende Rennen wird am 8. Oktober gelaufen, führt über 2.200 Meter und ist mit 150.000 Euro dotiert. Eine „inländische“ Variante mit einer Dotierung von 50.000 Euro ist ebenfalls geplant.  

Im Zuge einer Umstrukturierung sah man sich genötigt, die Stelle einer hauptamtlichen Rennsekretärin zu streichen. Heinz Haide soll renntagsgebunden die nötige Arbeit in Zukunft leisten, es werde keine Neueinstellung geben.

 

Anschließend referierte HTZ-Vorstandsmitglied Elisabeth Kiausch über den Stand „Doppelrennbahn“ und hatte bedauerlicherweise nicht viel Neues mitzuteilen, denn wer vor gut einem Jahr die entsprechende Informationsveranstaltung dazu vom HTZ besucht hatte, der war bereits auf Stand. Immerhin ließ sich die Ex-Politikerin zu folgenden Aussagen bewegen: „Anfang 2017 könnten erste Mittel bereitgestellt werden, aber mit einer Eröffnung der Doppelrennbahn vor 2019 ist nicht zu rechnen.“ Wer diese betreibe mit welchem Geld, blieb weiterhin unklar, aber das müsse halt geklärt werden, da die Stadt Hamburg zwar 20 Millionen Euro aus der Verwertung des Bahrenfelder Geländes gebe, aber weder Bauherr noch Betreiber sein wolle und es geradezu eine „Garantiesucht“ gebe, was einen 10-jährigen Betrieb der Doppelrennbahn anbelange – alles richtig, aber alles eben nicht neu.

 

Vor der anschließenden Diskussion hatte HTZ-Vorstandmitglied Nils Thomsen die Überalterung des Sports beklagt und alle im Saal anwesenden „Silberfüchse“, ihn selbst eingeschlossen, aufgefordert, selbst etwas für den Sport zu tun, womit er beide bereits beschriebenen Motti des Abends variiert zu einem Appell formulierte.

Die „Aussprache“ verlief dann höchst sachlich und drehte sich um Fragen des Sports wie Besitzerfahren, Unklarheiten, Neu-Prüfungen von ehemaligen Amateuren betreffend, Handicap-Ausschreibungen und Durchführung von Dopingproben. Hierbei und auch bei Fragen nach der Linienführung der Doppelrennbahn und einer etwaigen Open Stretch, konnte tunlichst jeweils Heinz Tell zitiert werden: „Nichts ist in Stein gemeißelt!“ – im positiven Sinne, dass man über alles sprechen könne und solle.

Bevor ein Fazit „Friede, Freude, Eierkuchen“ gezogen werden konnte, beschloss Dirk Frahm, den Ernst der Lage noch einmal allen Anwesenden vor Augen zu rufen. „Umdenken ist nötig!“ – lautete vielmehr das Fazit des Züchters angesichts des dramatisch kleiner werdenden Bestands an Pferden und Besitzern und damit Käufern.

 

Vielleicht ist der erste Schritt auf einem richtigen Weg getan, denn die von Heinz Tell angemahnte Stabilisierung des Sports ist unerlässlich für alle Aktiven und natürlich auch und gerade für die Züchter, doch der zweite Schritt könnte schon der in den Abgrund sein, wenn sich der Sport nicht erfolgreicher vermarktet. Die „Basis zurückholen“ – wer das anstrebt und umsetzen kann, der aber kann damit die Basis für weiteren Erfolg schaffen. In diesem Sinne war der Abend am Elbuferweg von einer hauchzarten Aufbruchsstimmung geprägt, doch im deutschen Trabrennsport in diesem Jahrtausend ist nichts in Stein gemeißelt, und das gilt leider auch für eine mögliche Doppelrennbahn in Hamburg-Horn mit einem Eröffnungstermin 2019.


 Das Magazin für den Trabrennsport

TRAB-INSIDE ist das einzige Magazin für den Trabrennsport. Die erste, durchgängig farbige Print-Ausgabe erschien am Donnerstag, den 24. September 2015 anlässlich der Rennveranstaltung in Hamburg-Bahrenfeld und war danach während des Breeders Crown-Meetings in Berlin-Mariendorf sowie bei den nachfolgenden deutschen Trabrennveranstaltungen ebenfalls gratis erhältlich .

TrabInside kann kostengünstig für 19,50 € (4 Ausgaben jährlich inkl. Versand im Inland) abonniert werden, der Bezug im Ausland kostet 30 €.

Wer wir sind

Wir, das sind drei engagierte Trabrennsport-Journalisten und Rennkommentatoren:

Carsten Borck, Martin Fink, Jan Kahlert.

Alle seit "ewigen Zeiten" in verschiedenen Funktionen diesem faszinierenden Sport verbunden. Und alle motiviert, das auch weiterhin zu bleiben.

Was wir leisten

Was wir leisten wollen, ist die Herausgabe eines vierteljährlich erscheinenden Print-Magazins. Farbig und mit Stories, Fotos, Hintergründen. Und dazwischen das Füllen dieser website mit Meldungen, Videos, Tipps u.v.m.

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