Hinweise auf interessante Starter und Veranstaltungen im In- und Ausland der kommenden Tage:

Alle Rennen in Deutschland bis zum 16. April wurden abgesagt - Frankreich pausiert bis 15. April, die Galopper in England sogar bis zum Ende des Monats April, aber Trabrennsport in Schweden findet derzeit noch statt

Mittwoch, Aby/Solvalla - Express-V86 - Henesy Boko (Henriette Larsen) in Aby im Monté für Conrad Lugauer und in der unteren Klasse Wim Paals Jenny F. Boko nach drei Platzierungen siegreif? - In Solvalla Thorsten Tietz' Sally's Love (Oscar Andersson) mit ersten Aussichten und Opalis in selber Hand zum Abschluss auf der Sprintstrecke - Mittwoch, Rättvik - Klaus Kern steuert Puketorps Ikaruz selber und vertraut bei Delicious Design und Excess Quick auf Andre Schiller - Donnerstag, Jägersro - Am Mittag Nordmann (Peter Untersteiner), Admirer (Conrad Lugauer), Ibracadabra (Victor Gentz) und Lisa Lisieux (Jörgen Sjunnesson) für deutsche bzw. niederländische Interessen - Auch Devs Dreamking (Conrad Lugauer) und Call the Shots (Markus Waldmüller) nicht uninteressant - Sonntag, Romme - V75 mit 5 Millionen Euro im Jackpot


Die Januar-Ausgabe ist erschienen und an die Abonnenten versandt worden und ist außerdem auf den Rennbahnen Berlin-Mariendorf, Dinslaken, Gelsenkirchen und Hamburg  erhältlich.


TrabInside kann als persönliches oder Geschenkabo jederzeit gebucht werden. Vier Mal im Jahr rund 60 Seiten spannende und informative Hintergründe aus dem Trabrennsport für nur 19,50 Euro inkl. Versand (Ausland 30 Euro) - weder selber lesen noch verschenken muss teuer sein. Abos, die im Laufe eines Jahres gebucht werden, werden anteilig berechnet. 

Bestellung per Mail an info@trab-inside.de 




Bald wieder Rennen in Gelsenkirchen?

(31.03.2020) Nachdem aus Galopperkreisen in NRW vor einigen Tagen relativ klare Aussagen zur baldigen Wiederaufnahme des Rennbetriebs zu vernehmen waren, sprachen wir mit Gelsentrab-Präsident Uwe Küster über die Situation auf seiner Bahn.

 

TrabInside: Der Kölner Rennverein beabsichtigt, am 3. Mai mit einem sportlich hochwertigen Renntag, aber ohne Publikum in seine Galopp-Saison zu starten. In diesem Zusammenhang ist von einem neuen Erlass in NRW die Rede. Was bedeutet das für den Trabrennsport?

 

Uwe Küster: Grundsätzlich sind hier bis zum 19. April alle Sportveranstaltungen abgesagt. Die Fußball-Bundesliga hat darüber hinaus schon erklärt, ihre Pause bundesweit bis zum 30. April zu verlängern, und das sogar mit dem Zusatz „mindestens“. Wir befinden uns allerdings in intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Veterinäramt. Es ist zu klären, ob z.B. ein PMU-Renntag wie am 16. April ohne Zuschauer überhaupt eine Sportveranstaltung ist.

 

Was sollte sie sonst sein?

 

In erster Linie finden bei uns Leistungsprüfungen für Pferde statt. Der Trainingsbetrieb ist politisch erlaubt, ja sogar gewünscht. Insofern stellt sich eine Frage, die auch in Ländern wie Schweden oder Hong Kong positiv beantwortet wurde: Ist es nicht so, dass beim Pferderennen vorrangig Menschen ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen? Würde das bejaht, stünde dem Renntag am 16. April und weiteren nach heutigem Stand wohl nichts im Wege. Der Weg zur Arbeit ist schließlich von allen einschränkenden Bestimmungen ausdrücklich ausgenommen.

 

Bliebe noch die Frage, inwieweit die Nähe der am Renntag aktiven Menschen das mögliche Risiko von Infizierungen erhöht.

 

Diese Frage ist aktuell natürlich berechtigter als jede andere, aber auch darauf haben wir eine klare Antwort. Wir können auf unserer Anlage die Aktiven mit dem größtmöglichen Abstand voneinander unterbringen und damit garantiert erreichen, dass deren Risiko weit unter dem liegt, das z.B. in jedem normalen Reitstall gegeben ist. Zudem wissen Fahrer und Pfleger aus der häuslichen Trainingsarbeit, welches Verhalten derzeit das richtige ist. Auch ist eine strenge Kontrolle der Zugänge möglich, so dass niemand auf die Bahn käme, der am Renntag keine Funktion hätte.

 

Was sagen Sie Kritikern, die behaupten könnten, Ihre Bemühungen seien vor allem von wirtschaftlichen Interessen geprägt?

 

Erstens, dass dem nicht so ist. Zweitens, dass es selbst im anderen Fall nicht um unsere Interessen ginge, sondern vor allem um die der Trainer, Angestellten und Besitzer, die trotz eventueller staatlicher Unterstützung schwere Zeiten erleben. Aber eine solche Diskussion wäre ohnehin zweitrangig, weil entscheidend ist, wie die Behörden die Situation überhaupt beurteilen und dann Entscheidungen treffen. Für uns gibt es derzeit ein Zeitfenster zwischen 16. April und 1. Juni, in dessen Verlauf sich neue Szenarien ergeben könnten.

 

Nehmen wir an, es gibt demnächst Geisterrenntage. Für den BILD-Renntag am 1. Mai wäre das sicher keine Lösung.

 

Natürlich nicht. Der kann in der gewohnten Form so oder so nicht stattfinden. Weder als Geisterrenntag noch mit Publikum, selbst wenn es bis Ende April (theoretisch) eine Beendigung der Einschränkungen geben sollte. Es wäre schon ein großer Unterschied, ob die Menschen dann wieder etwas mehr aus ihren Wohnungen dürften oder gleich 20.000 eine Großveranstaltung auf relativ engem Raum besuchten.

 

Fällt Ihr Saisonhöhepunkt aus oder wird er verschoben?

 

 

Darüber ist noch nicht entschieden, wir diskutieren das gerade mit den Verantwortlichen der BILD-Zeitung. Ein Ausfall wäre sicher für alle Beteiligten bedauerlich, aber eine Verschiebung müsste seriös und möglichst verlässlich geplant sein. Wir können nicht vom 1. Mai auf den 1. Juni gehen, um dann vielleicht auch diesen Termin kurzfristig stornieren zu müssen. Ich denke, ein neues Datum mit dem Abstand von drei oder vier Monaten, also etwa in der zweiten Augusthälfte, könnte ein vorsichtiges Denkmodell sein. 


Was Equistratis meint

Presseerklärung von Equistratis, der Denkfabrik des französischen Pferdesports, vom 27. März 2020

"Lassen Sie uns die Fähigkeiten des Pferdesektors vereinen, um ihn besser zu verteidigen"

 

Der Pferderennsportsektor ist von der Coronakrise stark betroffen, da mindestens zwei Monate lang kein Einkommen aus dem Wettbereich erzielt wird, die Beschränkung mindestens bis Ende April andauert und die Erholung einige Wochen Anlaufzeit erfordert. Nach Analyse der von der Regierung aufgelegten Maßnahmen, ist Equistratis der Ansicht, dass mehrere Handlungshebel eingesetzt werden müssen, um die negativen Auswirkungen der Blockade der Wirtschaft auf den Pferderennsektor zu kompensieren.

 

Der erste Hebel für Maßnahmen sind Kredite, die zu 90% vom Staat garantiert werden. Die Aktiven können von Bargeldunterstützung durch Kredite zu Zinssätzen nahe Null in Höhe von 25% ihres Jahresumsatzes profitieren. Die Rückzahlung kann über einen Zeitraum von fünf Jahren mit einem einjährigen Moratorium erfolgen. Davon können Mutterunternehmen und Sozialprofis profitieren.

 

Der zweite Hebel für Maßnahmen sind spezifische Subventionen. Die im Pferdesport Aktiven haben auch die Möglichkeit, bei den Behörden Investitions- oder Geschäftskontinuitätszuschüsse zu beantragen. Die Pferderennindustrie, deren Tätigkeit auf dem Monopol von Wettannahmen für mehr als 90% ihrer Ressourcen beruht, stellt einen öffentlichen Dienst dar, der als solcher vorrangig von diesen Bestimmungen profitieren sollte.

 

Als dritter Hebel der Maßnahmen verfügt die PMU über eine Barreserve von mehr als 120 Millionen Euro, die unter den gegenwärtigen Umständen von außergewöhnlicher Schwere im Dienste des allgemeinen Interesses von den Mutterunternehmen mobilisiert werden kann, dies müssten die Aktionäre bewirken.

 

Diese drei Hebel müssen es ermöglichen, die Finanzierung der Tätigkeit des Sektors, der Mutterunternehmen und der PMU sicherzustellen, die rund 100 Mio. € pro Monat beträgt Wir müssen die Provisionen der Tabac-Annahmestellen in Höhe von von 10 bis 12 Mio. € pro Monat hinzufügen, d.h. einen monatlichen Gesamtumschlag von mehr als 110 Mio. €.

 

Schließlich ein weiterer Hebel der Maßnahmen, die Deckung der Betriebsverluste der SozioFachkräfte, die jeder mit den zuständigen Regionsvertretungen verhandeln muss und die durch das Gesetz über den Zustand der Gesundheitskatastrophe gewährt werden sollten, das dem Parlament sehr bald vorgelegt wird. Dies könnte zur Förderfähigkeit des Solidaritätsfonds hinzugefügt werden, dessen Mittel auf eine Pauschalbeihilfe von 1.500 EUR begrenzt sind. Der Solidaritästsfond wurde durch Auszahlungen aus Straferlassen gebildet und kommt vollumfänglich den Trainern zugute.

 

Es gibt daher Lösungen, um die negativen Auswirkungen der Blockade der Wirtschaft auf die Pferderennindustrie zu kompensieren, vorausgesetzt, es gibt eine Einheitsfront aller Beteiligten und eine wirksame Methode sie umzusetzen. Auf diese Weise unterstützte Equistratis die Position gegenüber den Behörden, die darauf abzielten, Vorsicht walten zu lassen, um die Rennsaison nicht vollständig auszusetzen. Wir glauben auch, dass es notwendiger denn je ist, eine strategische Vision für die Zukunft zu entwickeln, und dass das Equistratis-Programm für die jüngsten Berufswahlen der Mutterunternehmen eine breite und strukturierte Antwort auf diese Krisensituation bietet. Equistratis steht im Dienste des Pferderennsektors, und ist mehr denn je bemüht, gemeinsam mit Socio-Professionals den Pferdesektor aufzubauen und zu unterstützen und entsprechende Wiederherstellungsinitiativen breit zu unterstützen.


Unruhe bei der PMU

(22.03.2020) Wie Le Parisien am 21. März berichtete, war die PMU angesichts eines starken Rückgangs ihrer Aktivitäten gezwungen, einen großen Teil ihrer Belegschaft in die "technische Arbeitslosigkeit" zu schicken. Dabei handelt es sich, anders als bei der in Deutschland bekannten Kurzarbeit, um die vollständige Freistellung vom Arbeitsplatz, doch greifen in solchen Fällen auch in Frankreich verschiedene Hilfsprogramme, da die Arbeitslosigkeit durch Verordnungen der Politik wie z.B. dem Ausfall von Pferderennen verursacht wurde.

Ein Brief des Managements informierte die rund 1.400 Mitarbeiter von Pari Mutuell Urbain (PMU). Inmitten einer Corona Virus-Epidemie, die seit dem 17. März zur Absage von Rennen in Frankreich geführt hat, hat die PMU beschlossen, eine große Mehrheit ihrer Belegschaft unverzüglich auf technische Arbeitslosigkeit zu setzen.

Die PMU konnte keine Wetten mehr anbieten, zuerst die meisten Sportwetten, dann auf Pferderennen in Frankreich, die im Mittelpunkt ihres Geschäfts stehen (7,7 Milliarden Euro im Jahr 2019), um ein Minimum an Aktivität zu bewahren. Trotz eines umfangreichen Angebots im Ausland, einschließlich der Organisation von Quinte-Support-Veranstaltungen, dem profitabelsten Flaggschiff seiner Reihe, konnte die PMU kein ausreichendes Geschäftsvolumen generieren.

Angesichts eines deutlichen Umsatzrückgangs an den 13.500 Verkaufsstellen, von denen viele von der Entscheidung der Behörden betroffen waren, "nicht wesentliche" Geschäfte zu schließen, entschied PMU-Chef Cyril Linette, die Kosten durch die Schließung des physischen Netzwerks zu senken. Online-Wetten sind dezeit die einzige Möglichkeit, Wetten auf Pferderennen zu platzieren.

Die politische Entscheidung kann jederzeit aufgehoben werden. Da die Maßnahme aber bis zum 30. Juni gilt, ist vermutlich nicht damit zu rechnen, dass zum 15. April die Rennen wieder aufgenommen werden. In diesem Zusammenhang traf das Management des Unternehmens die radikale Entscheidung, die Mehrheit seiner Belegschaft zu entlassen. Nur 80 Mitarbeiter bleiben aktiv, um
die Kontinuität des Dienstes zu gewährleisten, da eben noch Online-Wetten angeboten werden. Dies dürfte die Zehntausende von Arbeitnehmern in der Rennsportbranche nicht beruhigen, deren Finanzierung hauptsächlich von der PMU bereitgestellt wird. Dieses indikative Datum des 30. Juni ist administrativ und Teil der Empfehlungen der Regierung. Natürlich hoffen alle, dass diese Teilaktivitätsperiode so begrenzt wie möglich ist und der Rennsport seine Aktivitäten früher wieder aufnehmen kann.


Frankreich warnt Trainer

(05.03.2020) Dass France Galop und LeTrot einen gemeinsamen Brief an die französischen Trainer schreiben, gleichzeitig Strafanzeige erstatten und zwei Ministerien um Aufklärung bemüht sind, sucht seinesgleichen. Der Anlass allerdings auch. Das Schreiben befasst sich mit diesem Inhalt:

 

Tailormade Horse Products international und AECS (Advances Equine and Camel Solutions), beides KEINE holländische Firmen, sondern eher in Australien, Hongkong und in den USA angesiedelt, haben offenbar an viele niederländische und auch französische Trainer einen Katalog übersandt, in dem sie nach ihrer Auffassung „legale Produkte“ anbieten.

 

France Galop und LeTrot haben nunmehr die französischen Trainer gewarnt und darauf hingewiesen, dass diese Produkte nicht nur durch die Rennordnungen in Frankreich verboten sind, sondern dass es auch formell untersagt ist, diese Produkte in Frankreich einzuführen. Schon der Besitz ist verboten und zieht eine Strafverfolgung nach sich. Der entsprechende Artikel aus dem Jahre 1891, zuletzt modifiziert am 02.10.2019, sieht in Artikel 4 vor: II - Abs.1: Es ist verboten Pferden, die für die Zucht bestimmt sind, die sich in Rennpause befinden oder die in Rennvorbereitung sind oder am Renngeschehen teilnehmen , Substanzen zuzuführen, die ihre Fähigkeiten künstlich beeinflussen oder Substanzen einzusetzen, die geeignet sind solche Substanzen zu maskieren. Abs.2 Es ist jeder Person verboten, den Einsatz und Gebrauch solcher Substanzen zu erleichtern oder zu fördern

 

Die oben genannten Firmen bieten zahlreiche Moleküle an, die in die Categorie II fallen, ITPP, TB 500, TB 1000, Wachstumshormone usw. Diese Produkte sind bereits Gegenstand der Anti-Doping-Kontrollen in Frankreich und ihr Auffinden ist für die betrautem Labore kein wirkliches Problem. Der Vorfall wird zum Anlass genommen darauf hinzuweisen, dass jeder Tierarzt, der die Erlaubnis hat, Pferde in Trainers Hand zu betreuen, verpflichtet ist, Ordonnanzen und ihren Grund anzugeben – schriftlich verpflichtet ist, schriftlich das Medikament zu kennzeichnen und gleichzeitig sicherzustellen hat, dass ein eingesetztes Medikament im Einklang mit den Bestimmungen der öffentlichen Gesundheitsgesetze steht. (Zulassung in Frankreich)

 

Für Verstöße dagegen haftet der Trainer.

 

 

Der Brief vom 02.03.2020 ist unterzeichnet für France Galop vom Directeur Général Adjoint,Henri Pouret und für LeTrot vom Directeur Technique, Guillaume Maupas.


Die neue Linie der Kommissare

 

(02.03.2020) Nach § 76 I der Französischen Trabrennordnung ist es (frei, aber sinngemäß übersetzt) verboten:

- ein Pferd an den Start zu bringen, dass nicht in der Lage ist seine Rennchancen zu verteidigen

- ein oder mehrere Pferde an den Start zu bringen ohne die Absicht zu haben zu gewinnen

- seine Platzchancen bis zur Ziellinie nicht zu verteidigen Jedes Pferd, dessen Rennteilnahme eine der vorstehenden Vorschriften verletzt … kann sanktioniert werden

 

In Anbetracht der Tatsache, dass es von Bedeutung ist, die Regelgerechtigkeit der Rennen zu garantieren (insbesondere für solche, die für PMU-Wetten offen sind), hat die SECF im Rahmen der ihr obliegenden öffentlichen Aufgaben ihre besondere Aufmerksamkeit auf die Einhaltung der Regeln zu richten und sicherzustellen, dass das Ansehen des Rennsports und seiner Teilnehmer in der Öffentlichkeit nicht beschädigt wird. 

 

Was ist passiert?

 

In jüngster Zeit wurden gleich zweimal Sanktionen ausgesprochen. Die Betroffenen: Nicolas Ensch und Jean Philippe Dubois. Diese beiden Entscheidungen werfen Fragen auf.

Der Leitsatz der Entscheidungen besteht aus blumigen Worten, und man muss schon zwischen den Zeilen lesen, um die neue Linie richtig einzuordnen. Sie stellt in der Interpretation eine völlige Abwendung von der Vergangenheit dar und erklärt sich auch nur mit den neuen Köpfen in vielen Ämtern und Stimmungen, die sich in den sozialen Medien wiederfinden.

Von ganz geringen Ausnahmen abgesehen hatte die oben zitierte Bestimmung immer ein Schattendasein. In den letzten Jahrzehnten wurde sie kaum beachtet und es ist der Regelfall, dass Pferde am Rennen teilnehmen, die eine Art Vorbereitung für künftige Aufgaben absolvieren und oftmals zielgerichtet auf ganz bestimmte Rennen hingesteuert werden. Das ist keineswegs nur ein französisches Phänomen. Es handelt sich in der Mehrzahl der Fälle nicht gerade um Rennen, die im Scheinwerferlicht stehen. Wer z.B. ein Rennen in Planung hat, dessen Konditionen vorsehen, dass nur Pferde teilberechtigt, die keine 100 000€ gewonnen haben, und das eine Zulage bei 60 000€ vorsieht, wird wenig Interesse haben, Geld aufzunehmen, wenn sein Pferd bei 59 500€ steht. Ein 7. Platz kann schon ausreichen, um im Zulagenband zu landen und die Siegchance zu verringern. Das Pferd wird im Regelfall ohne gesteigertes Interesse mitlaufen und damit gegen Regeln verstoßen. Das wurde selten kritisiert, weil es auf Allgemeinwissen beruht. Es gab immer eine stillschweigende Komplizenschaft zwischen Besitzer und Trainer, Turfisten und Journalisten. Nicht selten wurden Trainer für ihr umsichtiges Management gelobt. Damit soll nun Schluss sein.

Auch die Einreden: „Das Pferd lag vor einem Fehler und konnte deswegen nicht weiter gefordert werden“ oder „es drängte aus der Spur“, selbst im Rennen aufgetretene Lahmheiten, sofern sie nicht von den Kommissaren selbst festgestellt wurden, werden nicht mehr akzeptiert. Die Kommissare glauben, das besser beurteilen zu können.

 

Die beiden Fälle

Das geht in eine Richtung, die höchst gefährlich werden kann. Die an sich löbliche Absicht wird an der Wirklichkeit scheitern. Der Fall DUNION DES RACQUES vom 7. Januar 2020 in Marseille Vivaux, den die Rennleitung gar nicht auf dem Schirm hatte und der bei der späteren Überprüfung durch die Hohen Kommissare in Paris auffiel, ist ein extremes Beispiel für den ‑nach Ansicht vieler‑ gescheiterten Versuch, Schuld zu suchen und zu finden. Das Zielfoto musste entscheiden, ob Nicolas Ensch Zweiter oder Dritter war. Die Kommissare glaubten, er hätte Zweiter werden können, wenn er energischer zugefahren wäre. Hier Manipulation zu unterstellen, ist gewagt. Für die Wetter war es weitgehend egal, ob das Pferd Zweiter oder Dritter war. Der Trio war nicht betroffen, die Platzwette und der Platzzwilling ebenfalls nicht. Eine Dreierwette gab es nicht. Die Quoten des Zwillings waren in der Auszahlung nicht auffällig. Alles nachzulesen. Warum ein Zentimeter Differenz – siehe Zielfoto – eine solche Sanktion auslöst, ist kaum nachzuvollziehen. Sie lautete: ein Monat Fahrverbot, ein Monat Ausschluss vom Rennbetrieb.

Der Fall HAVE A DREAM vom 18 Januar 2020 in Vincennes, der als Fünfter endete und nach Auffassung der Kommissare hätte Vierter werden können, geht in dieselbe Richtung. Jean Philippe Dubois, und nicht nur er, ist bekannt dafür, Pferde selten bis ans Limit zu fordern, wenn sie nicht vollständig bereit dafür sind, und schon gar nicht den Fehler in Kauf zu nehmen, wenn es droht, die Balance zu verlieren. Das ist nicht nur seine Auffassung zur Entwicklung der Pferde für den Rennbetrieb, doch überzeugte die Kommissare nicht. Dieselbe Sanktion: Ein Monat Fahrverbot, ein Monat Ausschluss vom Rennbetrieb.

Es würde hier den Rahmen sprengen, noch weiter in Details zu gehen, aber das Thema wird künftig häufiger beschäftigen. Es scheint nicht ausdiskutiert.

 

Wo beginnt Manipulation?

Angesichts einer - glücklicherweise - restriktiven Anwendung des Peitschengebrauchs, erhält diese neue Linie noch einmal eine ganz besondere Note, jeder Fahrer oder Reiter im Rennen kann sich künftig befangen fühlen. Geht er in seiner Aufforderung an das Pferd, alles zu geben, bis an die Grenze des Leistungsvermögens? Wird künftig jedes Pferd „völlig“ ausgefahren werden? Ist das überhaupt wünschenswert? Können Außenstehende sich zwischen die magische Verbindung von Pferd und Fahrer/Reiter stellen und von außen entscheiden, ob alles getan wurde, um ALLES abzurufen? Muss wirklich immer ALLES abgerufen werden? Ist das Pferd ein Lebewesen oder eine Maschine? Das scheint eine riskante Ausrichtung zu sein, bei der zu befürchten sein könnte, dass die Kommissare sich dabei übernehmen.

Wir alle haben häufig das Gefühl, der eine oder andere Fahrer nehme ohne wirkliches Interesse am Rennen teil. Das manifestiert sich in der Tatsache, dass betont vorsichtig gestartet wird, um sicherzustellen, dass kein Fehler provoziert wird, dass nur auf den letzten Metern das Pferd eingesetzt wird ‑ unabhängig von der Lage, alleine, um Vertrauen aufzubauen ‑ , dass nicht die letzten Reserven abgerufen werden, weil das Pferd einfach noch nicht so weit ist. Da suchte jemand die Innenkante, wird eingemauert und verhungert mit offensichtlichen Reserven. Was nun? Ein Monat Fahrverbot? Kommt er frei: Brillanter Schachzug? Verhungert er: Fahrerfehler? Wird er gar durch einen vor ihm liegenden, früh geschlagenen Konkurrenten nach hinten durchgereicht und verliert die Lage, ist das dann auch ein Fahrerfehler? Sätze wie, „Er hat sich beim letzten Start angekündigt. Er sucht sein Rennen. Er wurde umsichtig vorbereitet. Er braucht noch einige Rennen. Ist in der falschen Kategorie. Auf Wiedersehen im Reiten“ usw. erhalten so eine ganz andere Bedeutung. Sie unterstellen - folgt man den Kommissaren -, dass manipuliert wurde. Ein mitunter grotesker Vorwurf, sollte er zum Regelfall werden. Was da vom Fahrer/Reiter verlangt wird, geht weit über das hinaus, was sie leisten können. Sie haben oft nur den Bruchteil einer Sekunde, um reagieren oder agieren zu können und sind dabei oft von dem abhängig, was andere Teilnehmer des Rennens tun oder unterlassen und vor allem von dem, was der vierbeinige Partner des Rennens im gegebenen Augenblick zu leisten imstande ist. Dies sind Wesenselemente des Rennsports. Kein vernünftig denkender Mensch käme auf die Idee einen Fußballspieler zu sanktionieren, weil er das leere Tor nicht trifft oder nicht bis zur Erschöpfung rennt. Warum sollten Pferde disqualifiziert und Fahrer/Reiter sanktioniert werden, solange es nicht offensichtlich ist, dass Unregelmäßigkeiten im Spiel sind? Denn so etwas kommt natürlich vor. Die hier diskutierten Fälle fallen nach Überzeugung vieler aber nicht in diese Kategorie. Da wird noch einiges auf uns zukommen, bis wieder die Uhren wieder richtiggestellt werden. Die Büchse ist geöffnet. Was kommt als nächstes? Werden jetzt offensichtlich schlechte Renneinteilungen unter Strafe gestellt, weil der Fahrer/Reiter taktische Fehler begangen hat? Wetter müssen vor Manipulation im Rennen geschützt werden, sehr richtig und sehr notwendig. Pferde/Fahrer/Reiter aber nicht?


Corona-Virus erreicht Cagnes sur Mer

(01.03.2020) Das Corona-Virus ist längst kein alleiniges chinesisches Problem mehr. Auch verschiedene europäische Länder sind, bislang unterschiedlich stark, betroffen. Überall werden Maßnahmen getroffen, der weiteren Ausbreitung irgendwie vorzubeugen, indem neben individuellen Maßnahmen bei infizierten Menschen längst auch in größerem Stil gedacht wird und z.B. Großveranstaltungen umorganisiert oder gar abgesagt werden. In Deutschland betraf letzteres gerade die Messe ITB (Internationale Tourismus-Börse) in Berlin. In Italien wurden etliche Fußballspiele der Serie A bereits abgesagt, andere finden vor leeren Zuschauerrängen statt. Dies passiert jetzt auch den Rennen im südfranzösischen Cagnes sur Mer, wo die Veranstaltungen am kommenden Dienstag, Sonnabend und Sonntag ohne Publikum ausgetragen werden. Diese Vorsichtsmaßnahme betrifft neben zwei "normalen" Renntagen auch den alljährlichen Höhepunkt auf der direkt am Mittelmeer gelegenen Piste, das am Sonntag anstehende Gruppe I-Rennen "Grand Criterium de Vitesse" um 170.000 Euro über die englische Meile, zu dem üblicherweise einige Topstars der Traberszene erwartet werden.

Auch die am Dienstag vorgesehenen Galopprennen im Pariser Vorort Chantilly werden hinter verschlossenen Türen ausgetragen.


Rennpreisverdoppelung in Dinslaken

(23.09.2019) TrabInside erfuhr interessante Neuigkeiten in einem Gespräch von Martin Fink mit Detlef Orth, der in Dinslaken in verantwortlicher Position tätig ist.

TrabInside: Wer einen Blick in die Oktober-Ausschreibungen wirft, ist angenehm überrascht: Dinslaken wartet mit einer Verdoppelung der Rennpreis auf. Woher kommt der unerwartete Geldsegen? 

Detlef Orth: Der ist das Resultat kontinuierlicher Arbeit. Das Gelände der Trabrennbahn wird ja auch anderweitig, überwiegend für Veranstaltungen, vermarktet und auch daran verdienen wir natürlich. Mit der Rennpreiserhöhung wollen wir ein deutliches Zeichen setzen. 

Ist die Aktion einmalig oder soll das Niveau dauerhaft gehalten werden? 

Grundsätzlich ist Letzteres geplant, aber natürlich auch abhängig davon, wie das Angebot von Aktiven und den Wettern angenommen wird. Letztlich können und wollen wir nur Geld ausgeben, dass wir auf dem Konto haben. 

Auch Sie haben mit dem bekannten Startermangel zu kämpfen. Der Renntag am heutigen Montagabend ist mit sieben Rennen und gut 50 Pferden nicht unbedingt üppig besetzt. Andere Vereine verlängern unter solchen Bedingungen regelmäßig die Starterangabe oder sagen sogar ab. Das kommt für Sie nicht in Betracht? 

Nein, wir sehen uns in der Pflicht gegenüber Besitzern und Aktiven. Verlängern tun wir nur in absoluten Ausnahmefällen. In der Regel bringt das auch nicht viel. Entweder ist ein Pferd startfähig und sein Umfeld starwillig oder nicht. Absagen gab es am Bärenkamp nach meiner Erinnerung nie. Natürlich hoffen wir auch, dass angesichts der Rennpreisverdoppelung das eine oder andere Pferd mehr angegeben wird. 

Nach dem Tod von Theo Lettgen, der den Rennverein jahrelang geführt hat, ist zwangsläufig ein „Machtvakuum“ entstanden. Wie haben Sie die schwierige Situation gelöst? 

Theo Lettgen war ein großartiger Vereinspräsident, der sich mit Erfolg wirklich um alles gekümmert hat, zumal er auch eine lange persönliche Traberhistorie hatte. Wir haben bei der notwendigen Neuorientierung einen etwas anderen Weg gewählt und die Arbeit bzw. Verantwortlichkeit auf mehrere Schultern verteilt. Neuer Präsident ist Gottfried Bison, der seit gefühlt ewigen Zeiten für alles am Bärenkamp zuständig ist, was mit Technik zu tun hat. Das Finanzielle hat Helga Steinberg vorbildlich unter Kontrolle, ich selbst bin für den Bereich Rennsport mit allem, was dazu gehört, zuständig. Dafür, dass das Geläuf und die Stallungen den Anforderungen entsprechen, sorgt Heinz Neeten. Und die Vermarktung des Geländes obliegt einem Komitee, das sehr gute Arbeit leistet. Trotz der jeweiligen Alleinverantwortlichkeit für die genannten Teilbereiche findet aber natürlich ein regelmäßiger Austausch unter den Beteiligten statt. 

Es ist bekannt, dass der Pachtvertrag des Rennvereins nicht mehr ewig bestehen wird. Einige Beobachter stellten sogar in den Raum, dass der letzten Dinslakener Renntag am 31.12.2019 stattfinden wird. Dem ist aber nicht so? 

 

Nein, das sind Horrorszenarien, deren Sinn ich auch nicht erkennen kann. Der Vertrag mit der Stadt endet am 31.12.2022, bis dahin wollen wir auf jeden Fall veranstalten. Der Niederrheinische Trabrennverein Dinslaken e.V. wird aber auch über diesen Termin hinaus weiterbestehen und aktiv sein. Beispielsweise könnte die Option bestehen, C-Bahn-Rennen, auf welchem Gelände auch immer, durchzuführen.


Impressionen aus Bedburg-Hau


Yoann Lebourgeois in Caen: Disqualifiziert und trotzdem Sieger

Was war passiert? Im letzten Rennen in Caen am Montag (2. September) galoppierte der Favorit Golden/Yoan Lebourgeois kurz nach dem Start, war nach wenigen Schritten wieder auspariert, aber bereits disqualifiziert worden. Der Reiter setzte dessen ungeachtet sein Rennen fort, übernahm nach 1.000 Metern das Kommando und gewann, obwohl mehrfach von der Rennleitung zur Herausnahme des Pferdes aufgefordert, hochüberlegen. Selbst dem Rennkommentator war die überraschende Disqualifikation erst nach mehr als einem Drittel des Rennens bewusst geworden (Video auf letrot.com). Nach erheblichen Protesten, auch aus dem Publikum, wurde die Entscheidung überprüft und letztlich korrigiert.

 

War das richtig oder falsch? Müssen Tatsachenentscheidungen Bestand haben? Dazu erreichte uns ein aufklärender Beitrag unseres Frankreich-Korrespondenten:

 

„Im strittigen Fall haben die Kommissare eine falsche Entscheidung korrigiert. Das geht in Ordnung. Sie haben es innerhalb der genannten Frist getan. Ihre falsche Entscheidung war anfechtbar, weil sie Bestimmungen der französischen TRO verletzte. 

Der Videobeweis hat den Einzug im Rennsport vollzogen. Insoweit sind unmittelbar überprüfbare Entscheidungen der Schiedsrichter- oder Linienrichter im Fußball vergleichbar. Erstaunlich ist, dass dies im Ballsport inzwischen allgemein anerkannt wird, während im Rennsport ein Aufschrei erfolgt. 

Tatsachenentscheidungen sind in Frankreich grundsätzlich unanfechtbar, wenn sie in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der französischen Trabrennordnung sind. Das war hier aber nicht der Fall.

 

Artikel 115, Ziffer II. „Wenn eine Entscheidung durch die Kommissare getroffen wurde, die eine Bestimmung der französischen Trabrennordnung verletzt, kann sie durch den dadurch Benachteiligten mit der Behauptung angefochten werden, sie verletzte die geltenden Bestimmungen. (Artikel 115 Ziffern IV. )“ 

Die hier anzuwendende Vorschrift ist der Art. 72 der französischen Trabrennordnung. Dort heißt es sinngemäß:

"I. Die Pferde müssen die Rennstrecke im regulärem Trab absolvieren. Jedes Pferd, dass in eine andere Gangart verfällt, muss unverzüglich in den Trab zurückgebracht werden ohne andere Teilnehmer zu stören. 

II. (jedes Pferd) ist disqualifiziert. ... 

a) das sich gegenüber den Konkurrenten einen ergebnisentscheidenen Vorteil im Galopp oder Pass verschafft oder aufrechterhält. 

b) das - unabhängig von der Häufigkeit - gesamt 15 Gangartfehler während des Parcours begeht (Galopp oder Pass). 

c) das einen Galoppsprung oder Passschritt auf den letzten Metern des Rennens, gekennzeichnet durch einen weißen oder roten Pfosten entsprechend den Gegebenheiten der Piste (die Distanz variiert zwischen 100 und 200 Metern) vom Ziel rückgerechnet vornimmt."

 

 

Yoann Lebourgeois berief sich darauf, dass sein Pferd am Start zweifelsfrei weit weniger als 15 Galoppsprünge gemacht hatte und er so das Rennen fortgesetzt habe. Deshalb wurde das Ergebnis nach der Überprüfung korrigiert. Ein überaus ungewöhnlicher, aber trotzdem nach den Statuten korrekt gehandhabter Fall."


Neuer Video-Service in Frankreich

(08.07.2019) 

Wer früher die Provinzrennen auf lescourseshippiques.com verfolgte, hatte seit Wochen keinen optimalen Service mehr. Seit heute finden Sie die Bilder der PMH-Ereignisse auf der Equidia-Website www.equidia.fr auf der Registerkarte „Videos“. Alle Inhalte werden auf PC, Handy und Tablet verfügbar sein. Demnächst bietet Equidia eine Seite mit Informationen zu den Rennen in den Regionen, wie es Paris-Turf jeden Mittwoch mit "Province Actus" tut.

 

Alle Provinzrennen finden auf equidia.fr statt

 

Die so genannten PMH-Rennen bilden auf den meisten Pferderennplätzen in Frankreich ein wichtiges Ereignisgeflecht. Von den 238 französischen Rennstrecken ist nur ein kleiner Teil Austragungsort der auf Equidia ausgestrahlten nationalen Rennen.

 

Wie funktioniert es?

 

Mit Hilfe der „Technikerrennstrecken“, die an jedem Einsatzort vorhanden sind, ist dies möglich. Dank eines speziellen Computersystems können Sie die Rennen auf der Equidia-Website herunterladen. Im Jahr 2018 wurden in Frankreich 18.222 Rennen auf lokaler oder nationaler Ebene ausgetragen. Es ist eine gewaltige Aufgabe, diese Bilder jede Woche zu archivieren.

 

Wo kann man PMH-Rennen auf Equidia finden?

 

Oben rechts auf der Equidia Seite befindet sich jetzt eine neue Hinweis. Um alle Meetings des Jahres zu entdecken, von lokalen Meetings bis zu internationalen, gibt es zwei Möglichkeiten:

 

Klicken Sie auf Programm und Ergebnisse, wählen Sie mit dem Kalendersymbol das gewünschte Datum aus und klicken Sie dann auf die Schaltfläche PREMIUM/PMH, um die PMH-Besprechungen anzuzeigen.

Klicken Sie auf Programm und Ergebnisse und dann rechts auf Kalender. Navigieren Sie mit dem Kalenderpiktogramm oder klicken Sie auf die Dropdown-Menüs oben in den Spalten oder auf die PMH oben auf der Seite, um das Datum Ihrer Wahl, die Rennstrecke, den Verband auszuwählen.

 

Warum sind lokale Rennen wichtig?

 

Die Mehrheit der Rennpferde läuft bei diesen Veranstaltungen: Besitzer und Trainer können die Leistung ihrer Pferde sehen, Wetter ihre Kenntnisse verfeinern. In wenigen Tagen werden zum Beispiel die Tests für die neue Generation der Traber beginnen. Rennbahn auswählen oder Jahrgangsmerkmal und schon sind Sie dabei.

 

Der Equidia-Kalender hat ein vier Jahres Archiv. In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli wurden 22.802 Videos gepostet. Es kann einige Mängel geben. Aber das wird sich einpendeln.


Björn Goop nach dem Bold Eagle-Sieg


Jean-Michel Bazire im Krankenhaus

(27.05.2019) Während Jean-Michel Bazire sich darauf vorbereitete, im ersten Rennen in Sable-sur-Sarthe, rund 50 Kilometer südwestlich von seinem Trainingszentrum in Le Mans gelegen, mit Gaya Back an den Start zu gehen, wurde er von einem Schwächeanfall befallen. Der Sanitätsdienst hat Frankreichs Champion von dort unverzüglich zum nächstgelegenen Krankenhaus gebracht. Dort wurde eine Gehirnuntersuchung vorgenommen.

Wie alle wissen gibt es eine Jahre zurückliegende Vorgeschichte. Es zeichnet Bazire aus, dass er, wie alle großen Fahrer, auch auf kleineren Pisten an den Start geht und jedes Rennen sehr ernst nimmt. Gaya Back nahm am Rennen nicht teil. Sie wurde zurückgezogen. Gute Besserung, Champ.

Update (28.05.2019):

Jean-Michel Bazire: „Es ist wieder alles okay“ 

Mehr Angst als Schaden für Jean-Michel Bazire, Opfer eines gesundheitlichen Problems bei der Vorbereitung auf Fahrt von Gaya Back am Montag, beim ersten Rennen des Sable-sur-Sarthe-Programms. „Es war nur ein kleines Unbehagen oder eine große Müdigkeit mit einem Blutdruckabfall. Jetzt ist es wieder weg“, versicherte der Champion Paris Turf und auf dem Weg seinen Fans wie der gesamten besorgten französischen Traberöffentlichkeit.


Hannes Sporer zur bundesweiten V-Wette

(08.05.2019) Gleichermaßen Interesse wie Aufsehen erregte ein Beitrag von MTZV-Vorstandsmitglied Hannes Sporer im trottoforum.de, wo die Schaffung einer bundesweiten V76 thematisiert wurde. Martin Fink sprach für TrabInside mit dem Verfasser.

 

TrabInside: Herr Sporer, Sie zeichneten ein Bild von einer funktionierenden V76-Wette, die bundesweit ausgetragen werden soll. Jeden Sonntag, jedes Mal auf einer anderen Bahn, die an dem Tag Alleinveranstalter sein soll. Sind das Gedankenspiele oder steckt mehr dahinter?

 

Hannes Sporer: Grundlage waren natürlich Gedanken, die ich mir gemacht habe. Anschließend wurden Gespräche mit verschiedenen Verantwortlichen bei Rennvereinen, Wettvermittlern oder auch in anderen Positionen geführt. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich sagen: Das Thema ist auf fruchtbaren Boden gefallen.

 

Wie stellen Sie sich einen V76-Renntag konkret vor?

 

Wichtig sind vorrangig einigermaßen volle Felder in Rennen, die ansprechend dotiert sind, z.B. mit 5.000 bis 8.000 Euro, und deshalb auch eine gewisse Reisebereitschaft der Aktiven bewirken.

 

Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass gerade besser dotierte Rennen, die sich in der Regel dann auch an bessere Pferde wenden, quantitativ oft nicht sonderlich gut besetzt sind.

 

Das ist richtig und in gewisser Weise verwunderlich, aber wohl der gelegentlich fehlenden Bereitschaft zuzuschreiben, sich der sportlichen Auseinandersetzung zu stellen. Die häufige Dominanz der so genannten großen Quartiere in solchen Rennen wirkt nicht selten kontraproduktiv. Anders ausgedrückt: Oft wird lieber ein kleines Rennen gewonnen als in einem größeren vierter oder fünfter zu werden, selbst wenn das finanziell keinen Unterschied bedeutete und darüber hinaus ja auch die Chance besteht, noch weiter vorn zu sein. Es wäre deshalb darüber nachzudenken, die angedachte Dotierung der V76-Rennen auch den „normalen“ Pferden zukommen zu lassen, im Extremfall sogar Handicaps auszuschreiben. Nichts anderes machen z.B. die Galopper, wo nahezu alle Rennen der Viererwette, auch solche mit großen Jackpots, auf Ausgleich IV-Ebene stattfinden. Generell wäre wohl auch hilfreich, wenn überall – so wie bei uns in Daglfing schon lange üblich – die Starterangaben komplett verdeckt verliefen, so dass niemand über mögliche Gegner im Bilde ist und denen aus dem Weg gehen kann.

 

Apropos Jackpots. Wie soll eine V76 finanziell laufen?

 

Der Grundgedanke ist, dass stets mindestens 10.000 Euro Auszahlungsgarantie drüberstehen. Ein möglicher Jackpot würde dann am Folgesonntag ausgekehrt, egal, ob dieselbe oder eine andere Rennbahn veranstaltet. Ideal wäre ein Zusammenschluss aller Vereine zumindest in dieser Wettart, so dass sowohl das Risiko (falls eine Auszahlungsgarantie vom Umsatz nicht ganz erreicht wird) geteilt wird wie auch die zusätzlichen Erträge bei im Falle von Jackpots erhöhten Umsätzen alle partizipieren lassen.

 

Ist das ein realisierbarer Wunsch?

 

Ich hoffe es. Es wird darüber gesprochen.

 

Gibt es noch andere Überlegungen, für volle Felder zu sorgen? Man sagt gerne scherzhaft, die Pferde würden nicht auf den Bäumen wachsen, aber Fakt ist, dass deren Anzahlt in heutigen Zeiten tatsächlich begrenzt ist.

 

Eine Interessante Maßnahme könnte das Ausschreiben von Vorläufen sein. Wenn ein V76-Tag z.B. bei uns in Daglfing ansteht und neben einem Vorlauf ein oder zwei Wochen dort auch welche in Berlin, dem Westen oder sogar in Österreich stattfänden, sollte für ein Kopf- wie formstarkes V76-Feld gesorgt sein. Im Prinzip ist es in Schweden so ähnlich.

 

Wie sind die technischen Voraussetzungen zur Wettabgabe? Außerhalb Berlins gibt es bislang keine V76.

 

Das ist richtig, aber da sind wir auf einem guten Weg. Entscheidend ist wohl, dass beim Vermarkter German Tote ein gewisses Umdenken stattgefunden hat. Dort ist man bekanntlich durch die PMU sehr Frankreich-affin und hielt sich zum Thema V-Wetten bislang eher bedeckt. Seit aber immer offensichtlicher wird, welche Beträge aus Deutschland in diesen Wettarten auf schwedische Rennen gewettet werden, sieht es anders aus. German Tote unterstützt das Projekt und würde auch allen Veranstaltern die notwendige Technik bereitstellen.

 

Heißt „bundesweit“ bei der V76 lediglich „alle Bahnen“ oder gibt es auch Überlegungen, neue Wege im Bereich der Wettvermittlung zu beschreiten?

 

Wir müssen uns nichts vormachen: Eine Auszahlungsgarantie, egal, ob 10.000 oder 20.000 Euro, würde einen Neukunden nicht so sehr reizen, dass er seine Spiel-Aktivitäten darauf ausrichtete. Insofern sind natürlich erst einmal die bekannten Vertriebswege, spricht stationäre und online-Wettanbieter neben den Bahnen selbst die Umsatzbringer.

 

Es gibt die häufige Forderung, bei so etwas müsste Lotto dabei sein. Aber warum sollte man sich dort auf Provisionsbasis Konkurrenz zu den lukrativeren eigenen Produkten ins Haus holen?

 

Ich hatte letztens jedoch ein höchst interessantes Gespräch mit einem Verantwortlichen des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, der anlässlich eines Daglfinger Renntags unseren Totalisator überprüfte. Er sagte mir nebenbei, dass er es beachtlich fände, wie wir das ganze Geschäft stemmten. Ich erinnerte daran, dass dies unsere staatliche Aufgabe sei, und übrigens auch die Lottogesellschaften Ländersache wären. Somit könnte man uns gerne einmal etwas mehr als bislang unterstützen, indem z.B. eine V76 in den Annahmestellen zu wetten wäre. Dieser Denkansatz wurde durchaus interessiert zur Kenntnis genommen, zumal es uns ja schon ganz erheblich voranbrächte, wenn wenigstens die Lottogesellschaften in Bayern, NRW, Berlin und/oder Hamburg ins Boot kämen, weil dort die Trabrennbahnen beheimatet sind. Und über Einrichtungen wie den Quick-Tipp, bei der der Kunde keinerlei Fachkenntnisse vom Rennsport haben muss, wäre sicher zusätzlich etwas zu bewegen. Lassen wir uns überraschen.

 

Wie realistisch scheint Ihnen, dass „Ihr“ V76-Projekt tatsächlich umgesetzt werden wird?

 

Da bin ich eigentlich sehr optimistisch, weil die Rahmenbedingungen stimmen: Jeder will eine bundesweite Großwette, der technische Dienstleiter ist startklar, die Finanzierung scheint machbar. Wichtig ist dann „nur“ noch, dass alle an einem Strang ziehen, was sowohl die einzelnen Rennvereine betrifft wie die Aktiven.

 

Viel Erfolg!

 


Neues von Zauni

Deutschlands Traber des Jahres 2018 beendet am Mittwoch (03.04.) in Wolvega die Winterpause. Trainer Manfred Walter ist guter Dinge, wie er im Telefonat mit TrabInside erläuterte: "Zauni ist sehr gut vorbereitet, und obwohl er eigentlich kein Arbeitspferd ist, sondern eher über Rennen in Schwung kommt, sind wir sehr zufrieden. Kürzlich absolvierte er in Bahrenfeld einen echten Test unter dem Sattel, das gefiel Ronja und mir sehr." In Wolvega trifft der jetzt Sechsjährige auf einen anderen Topstar der Szene: Napa Valley, ein Jahr älter und mit knapp 166.000 Euro rund 17.000 Euro "reicher" als Zauni, gibt ebenfalls sein Saisondebüt. "Den werden wir wohl im Laufe des Jahres häufiger treffen", glaubt Manfred Walter, denn abgesehen von einem weiteren denkbaren Wolvega-Start in zwei Wochen haben beide Hengste zehn Tage später im französischen Argentan mit dem Prix Texas Charm (25.000 Euro, 2.875 m, beide Pferde mit Zulage) ein gemeinsames erstes größeres Ziel. In Anbetracht der fast identischen Gewinnsumme und in einem Alter, in dem auch in Frankreich nicht mehr so stark nach einzelnen Jahrgängen unterschieden wird, wird es kaum das letzte sein. Am selben Tag findet in der Kleinstadt 200 km westlich von Paris übrigens das "Grand Criterium Vitesse de Basse Normandie" statt, eins der wenigen bedeutenden Meilenrennen im Nachbarland. Dort soll der für den Solvalla Elitloppet vorgesehene Aubrion du Gers weiteren Feinschliff erhalten. "Abgesehen von den gewaltigen Eindrücken rund um unsere eigenen Erfolge ist es auch immer ein besonderes Erlebnis, solche Weltklassepferde erleben zu dürfen", freut sich Manfred Walter schon jetzt auf den nächsten Frankreich-Ausflug. Und Deutschland? "Das Monté-Derby in Mariendorf, in dem Zauni Titelverteidiger ist, steht natürlich auf dem Plan. Und auch sonst würden wir gerne Starts hierzulande wahrnehmen. Bislang gab es in diesem Jahr aber keine Möglichkeiten, vielleicht schreibt der eine oder andere Rennverein mal etwas passendes aus. Wenn es dann in unsere Planung passt und geeignet ist, Zauni "in Schwung" zu halten, wäre es auch sicher nicht ganz so wichtig, wieviel Geld über solchen Rennen stünde. Ansonsten würden wir nach Wolvega fahren, wo es recht regelmäßig Trabreiten auch für diese hohe Gewinnklasse gibt und wo wir uns immer sehr wohl fühlen."

Ergebnis: Zauni siegte ganz souverän und ist für kommende Aufgaben gewappnet.


Ein halbes Jahr durch Südamerika!

Lea Ahokas läßt die Seele baumeln

(19.01.19) Im Dezember siegte sie mit Harley As noch überlegen in einem Trabreiten in Hamburg. Inzwischen ist Lea Ahokas seit  Anfang Januar für etwa ein halbes Jahr in Südamerika unterwegs. Gestartet hat sie ihre spannende Reise in Buenos Aires. Weitere Ziele sind unter anderem das Feuerlandarchipel tief im Süden des Kontinents in Chile und die alte Ruinenstadt Machu Picchu der Inkas in Peru. (22.01.19) Es geht weiter in Richtung Süden nach El Calafate. Dies ist die Hauptstadt des Departamento Lago Argentina  und Zentrum des Tourismus  für den Nationalpark Los Glaciares mit dem bekannten Gletscher Perito Moreno am Fuß der Anden und der Grenze zu Chile. (25.01.19) Sportlich wie sie ist, hat Lea eine dreitägige Trekkingtour durch Patagonien absolviert und ist dabei auch nach  El Chaltén gekommen.  El Chaltén ist ein kleiner Ort in Patagonien im Süden von Argentinien. Der Ort wurde laut Wikipedia erst am 12. Oktober 1985 gegründet und gehört damit zu den jüngsten Ortschaften des Landes. (8.02.19) Neuigkeiten von Lea Ahokas von ihrem Trip durch Südamerika: „Ich bin mittlerweile in Pucon angekommen und habe jede Menge Spaß! Das Wetter ist fantastisch“, schreibt sie. Pucón ist übrigens laut Wikipedia eine Stadt mit etwa 14.000 Einwohnern im Süden Chiles. Das Klima, mit regenreichen Wintern, gelegentlichen Schneefällen und gemäßigten Sommern, ist mit etwa ½-jähriger Verschiebung zu den Deutschlands komplementär. (27.02.19) Nach einem Zwischenstopp in  Santiago de Chile hat Lea "zwei Wochen die Seele baumeln lassen", wie sie - garniert mit drei Bildern - schreibt. Und zwar in Pichilemu. Wer es nicht kennt! Pichilemu ist eine Stadt in Chile. Sie hat 13.916 Einwohner und ist die Hauptstadt der Provinz Cardenal Caro. Sie liegt in der Región del Libertador General Bernardo O'Higgins. Die Gegend gilt als das Surfparadies in Südamerika. Inzwischen ist Lea in Valparaiso eingetroffen. Valparaiso liegt an einer Bucht des Pazifischen Ozeans. Der Hafen gilt als einer der bedeutendsten des Landes. Die Stadt gilt als die kulturelle Hauptstadt Chiles. Im Jahre 2003 wurde der historische Stadtkern mit seiner Archtiektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. (14.03.19) Anfang März ist Lea von Mendoza und der gleichnamigen und für ihren Weinanbau bekannten Provinz in 17-stündiger Busfahrt durch die Nacht nach Salta gefahren. Salta ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Nordwesten Argentiniens. Von dort  hat sie inzwischen die Atacama-Wüste erreicht. Die Atacama ist eine Küstenwüste, die sich im Norden Chiles bis in den Süden Perus über eine Strecke von 1200 Kilometern erstreckt. Es handelt sich um die trockenste Wüste außerhalb der Polargebiete. Lau Wikipedia fällt hier nur etwa ein Fünfzigstel (!) der Regenmenge, die im Death Valley in den USA gemessen wird. Es gibt Orte, an denen jahrzehntelang kein Regen registriert wurde. (22.03.19) „Nach drei Tagen bin ich zurück von einer unglaublichen Tour  durch die Atacamawüste nach Uyuni. Jetzt bin ich in Petosi angekommen.“ Petosi liegt in Bolivien und ist laut Wikipedia mit 4090 Metern (!) eine der höchstgelegenen Städte der Welt. Zum Vergleich: Der Mont Blanc ist mit 4810 Metern der höchste Berg der Alpen und der EU.

(11.04.19) – Lea Ahokas schreibt:
ola a todos!

 

Ich habe es getan! Ich wusste lange nicht dass es ein Traum von mir war aber vor kurzem beschloss ich mit einer Freundin den Huyana Potosi zu besteigen. Besagter hat eine Höhe von 6088m. 🗻

 

In einer drei Tagestour ging es zuerst zum Basecamp wo auf einem Gletscher geübt wurde wie mit den Crampones und dem Eispickel umgegangen wird. Am zweiten Tag gingen wir dann zum highcamp dass auf 5200m lag. Die Luft wird dünner! 15kg wog der Rucksack und jeder Schritt ist anstrengend! Der dritte Tag bzw. Nacht, da wir um Mitternacht aufgestanden sind, war dann der Weg zum Gipfel. Mit sehr kleinen Schritten ging es dann durch den Schnee. Ein paar schafften es nicht, keine Sorge die sind zurück zum Camp. Liza (besagte Freundin) und ich schafften es mit gegenseitiger Motivation und genügend Ehrgeiz to the top! Und rechtzeitig zum Sonnenaufgang was wirklich atemberaubend war 🌄

Morgen gehts weiter zum Titicacasee


TrabInside freut sich Fotos dieser Reise veröffentlichen zu dürfen und wird die Bilddokumente immer wieder zwischendurch erweitern bzw. aktualisieren.


Zur Serafino-Disqualifikation in Straubing

(20.02.19) Einigen Wirbel gab es um die Entscheidung der Rennleitung, nach dem 3. Rennen in Straubing am 19.02.2019 den Sieger zu disqualifizieren. Der HVT hat noch am selben Tag Berufung zum Rennausschuss eingelegt. TrabInside sprach mit HVT-Präsident Heinz Tell über den Fall.

TrabInside: Die Trabrennsportinteressierten diskutieren, ob die RL-Entscheidung, den Sieger Serafino wegen „Fahrspurveränderung mit Beeinflussung des Rennausgangs“ nachträglich zu disqualifizieren, richtig war. Wie sahen Sie das? 

Heinz Tell: Der HVT hält die Entscheidung für überprüfungsbedürftig und hat deshalb Berufung zur nächsten Instanz, dem Rennausschuss eingelegt. Das hätte innerhalb der fünf Tage-Frist auch der betroffene Besitzer tun können. Ein relativ seltener, aber an sich dennoch normaler Vorgang.

Es überraschte, dass Ihre Reaktion so schnell erfolgte, dass sie sogar am selben Tag schon im Rennbericht vermerkt werden konnte.

Wir verfolgen die Rennen natürlich von hier aus, dann müssen wir mit einer Reaktion nicht tagelang warten.

Hätte der HVT nicht vor Ort unmittelbar eingreifen können? 

Nein, das ging nicht. Am Renntag steht eine Rennleitung über allem, der Veranstalter oder gar der HVT haben dort keine übergeordneten Möglichkeiten. Das ist auch gut so, und für solche Fälle gibt es die Sportgerichtsbarkeit, die den Fall behandeln wird.

Was genau hält der HVT an der getroffenen Entscheidung für überprüfungsbedürftig?

Bei „Fahrspurveränderung mit Beeinflussung des Rennausgangs“, in diesem Fall geht es um Begünstigung des Zweitplatzierten, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder passiert sie unabsichtlich oder absichtlich. Im ersten Fall ist eine Disqualifikation nach einer entsprechenden Änderung der TRO vor einiger Zeit gar nicht mehr möglich, im zweiten schon. Welche Situation vorlag, wie sie zu bewerten ist und welche Konsequenzen ggfs. gezogen werden müssen, soll der Rennausschuss feststellen.

Interessierten ist aufgefallen, dass die Trabrennordnung derzeit auf Ihrer Internetseite nicht verfügbar ist, sondern dort der Hinweis „in Überarbeitung“ steht. Auf welcher Basis trifft dann die Rennleitung überhaupt ihre Entscheidungen?

Die Rennleitung arbeitet nach wie vor mit der TRO-Version 01.05.2016. Die Überarbeitungen betreffen die Änderungen in Satzung und Zuchtbuchordnung, die die HVT-Mitgliederversammlung im letzten Jahr beschlossen hat und die aufgrund neuer EU-Vorschriften notwendig geworden waren. Diese Beschlüsse sind mittlerweile vom anerkennenden Ministerium ohne jede Einschränkung genehmigt worden, was wiederum die Voraussetzung für die notarielle Einreichung der Neufassungen an das Registergericht war.

Dies ist geschehen und wir rechnen zeitnah mit der Eintragung der neuen Fassung. Wir wollten aber keine in Teilen nicht mehr aktuelle TRO auf hvtonline.de haben und auch keine, die nur aus Fragmenten besteht. Der Teil für die Durchführung und Beurteilung von Rennen ist von den Änderungen überhaupt nicht betroffen und die Neufassung der TRO wird demnächst wieder komplett verfügbar sein.

Vielen Dank für diese Erläuterungen.


Trainerwechsel bei Broadwell

(30.01.2019) Der fünfjährige Hengst Broadwell aus dem gemeinsamen Besitz der Gerrits Recycling Group und Roman Thomaskamp wechselt den Trainer. Der 1.12,1-Traber aus der Zucht von Jens Janssen, der von seinen erst 15 Starts acht gewonnen und bislang 178.170 Euro verdient hat, verließ bereits den Stall von Paul Hagoort. Er soll als Zwischenstation zunächst im Quartier von Erwin Bot eine schöpferische Pause erhalten und danach zu einem französischen Trainer wechseln, um vorrangig die gutdotierten Rennen im Nachbarland wahrzunehmen. Dem Vernehmen nach ist Jean-Michel Bazire, aktueller Prix d'Amerique-Sieger und mit Dreambreaker bereits erfolgreicher Betreuer eines anderen erfolgreichen Trabers aus dem deutschen Gestütsbuch, die erste Option.


PMU mit neuem Wettkonzept

(31.12.) Was erwartet nächstes Jahr die Online-Turfisten?

2019 wird das Angebot an Rennen, die im Internet angeboten werden, wesentlich umfangreicher sein als das Angebot, das die PMU in ihrem physischen Netzwerk zum Verkauf anbietet. Aber welche Strategie werden die wichtigsten Online-Betreiber verfolgen?

Die Botschaft, die der neue Generaldirektor von PMU, Cyril Linette, in den letzten Monaten übermittelte, ist eindeutig: Versöhnen Sie die Turfisten mit dem Pferdeprodukt, indem Sie das Angebot sowohl im Rennsport als auch beim Wetten reduzieren. Im sogenannten harten Wettmarkt hat die PMU ein Monopol. Im Internet ist das völlig anders. Dort verkaufen in Frankreich auch sieben andere Betreiber Online-Wetten. Die PMU bestimmt zwar den Wettkalender und die anderen richten ihr Angebot danach aus. Für den Wettmarkt dort gibt es kein Monopol mehr. Die Muttergesellschaften hätten die Möglichkeit hier auch die PMH Rennen einzubringen, sind aber aktuell offensichtlich nicht interessiert. Das kann sich ändern. Vor allem am Sonntag wird es also ein Durcheinander sein, und viele Rennen werden gleichzeitig bestritten. Die Anbieter werden gezwungen, Entscheidungen zu treffen. Anpassungen müssen vorgenommen werden. Dieselbe Geschichte auf der Seite von LeTurf und Genybet, die starke einseitige Reduzierung des Angebots an Auslandsrennen im physischen Netzwerk und auf der anderen Seite die Auswirkungen der PMU werden notwendigerweise den gesamte Markt beeinflussen. wenn auch nur wegen der Überschneidung der Termine.

 

Die auf pmu.fr verabschiedete Strategie ...

Der Marktführer des Online-Marktes, pmu.fr, wird ab dem 1. Januar auf den Webseiten zunächst das gesamte Angebot der Verkaufsstellen zugänglich machen. Am Morgen wird das Angebot an den Verkaufsstellen (11 Uhr am Wochenende und Mittag am Wochentag) eingestellt. Abends jedoch, wenn die Termine die Zeitfenster vervollständigen und alle Programme vorliegen, werden diese anderen Rennen auf den Webseiten angeboten. Dem Vernehmen nach mit Ausnahme der regulären Termine (Meydan, Happy Valley, Cheltenham, Ascot), das sind Rennen, die mit den im physischen Netzwerk übertragenen Ereignissen konkurrieren würden, deswegen werden sie nicht auf pmu.fr vermarktet.

 

Basierend auf der von Cyril Linette beschriebenen Strategie bleibt die PMU konstant, indem den Spielern mehr Zeit für die „Papierherstellung“ eingeräumt wird. Es gibt weitere Rennen auf pmu.fr, aber das gesamte Angebot im Kalender des ARJEL wird nicht mehr angeboten. Daher werden viele französische Renntage (vormals Premium), die vorher im Programm waren, nicht auf pmu.fr zum Verkauf angeboten. Die Problematik der Fragmentierung der Massen bleibt bestehen, vor allem zu den Wochenenden, an denen die Rennen in den Provinzen wieder beginnen.  

 

Die Einführung zweier getrennter Angebote zwischen physischem Netzwerk und Online - wie sie von Zeturf entwickelt wurde - kann auch eine Chance sein. Auf der Ebene der ausländischen Rennen gab es einen Schnitt, selbst für das Internet. Zeturf bekam die Zusicherung von den Muttergesellschaften und dem Landwirtschaftsministerium, alternative Ergänzungen zum Internetkalender beantragen zu können. Theoretisch lässt das Gesetz das zu. Zeturf könnte die Registrierung eines ARJEL-Kalenders beantragen, aber die Verwaltung bremste zur Zeit noch in den Vorgesprächen und hat den Antrag, vier schwedischer Renntage ins Programm zu nehmen - bei Trabern sehr beliebt - abgelehnt. Es bleibt abzuwarten, ob die PMU Konkurrenten die von der PMU aufgegebenen Zeitnischen nutzen können, um ihr Angebot zu differenzieren und Marktanteile im Internet zu gewinnen.


Zum Thema Rennpreiskürzungen in Frankreich

(28.12.) Rennpreiskürzung ja, aber … ?

Damit ist die Diskussion nicht beendet. Sie fängt gerade erst an.

 

Der Rückgang der Leistungen im Jahre 2019 verursacht viel Aufregung im Mikrokosmos des Pferdesports in Frankreich. Die von LeTrot vorgenommen Anpassungen treffen nicht nur auf Zustimmung. Vermehrt werden Stimmen laut, die eine gerechtere Verteilung der Rennpreise in der Provinz fordern. Das Grollen wird Paris vernommen.

 

Die Direktoren wollten die Prinzipien beibehalten, die Rennen in der Provinz am wenigsten tangieren, weil dort der Widerstand am größten sein wird. Das sind im Wesentlichen PMH Rennen.

 

Die Mitglieder der Programmkommission beantragten am 12. Dezember 2018 einige Änderungen, den Rückgang des Nominalwertes des Prix d‘Amerique, des Cornulier, ein erhöhter Aufwand für Rennen der Gruppe III und einiges mehr und vor allem die Kürzung für alle Rennen für eine Dauer von zwölf Monaten.

 

Das Projekt wurde dem Finanzausschuss und dem aus regionalen Regionalvertretern bestehenden Provinzausschuss vorgelegt, ohne in Frage gestellt zu werden. Es wurde im Ausschuss fast einstimmig von bestätigt. Letztendlich beträgt der Aufwand für die Rennen von Vincennes und Enghien mehr als zehn Millionen Euro. 45% des erforderlichen finanziellen Aufwands machen nur 14% der gesamten Anzahl der Rennen aus. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Vincennes und Enghien 51% der jährlichen Wetteinsätze der nationalen Trabrennen ausmachen. Am Ende des Tages sind die PMH-Rennen nur bis zu 30% der Einsparungen betroffen. Ziel der Übung war es, so fair wie möglich zu sein. Es war eine der Prioritäten des Verwaltungsrates.

Hier wurde zunächst mal deutlich, dass die Verteilung nicht ausreichend vermittelt und erläutert wurde. Einige Werte werden nur durch den Umbau des Modus verändert, deren einziges Ziel es war, die Höhe der Rennpreise nicht anzutasten. Es sinken nicht alle Rennpreise. Einige steigen sogar. Auch ist die Ausschaltung der Verdoppelung der Zuteilung bei Rennteilungen ein erheblicher Einschnitt, der nicht direkt spürbar ist, weil die Rennen ja nicht mehr geteilt werden. Das Volumen ändert sich, die Dotierung nicht.

 

Der Gesamtverteilungsschlüssel - auf der Grundlage der Zahlen von 2017 – lautete: 65% aller Mittel werden in die Provinz geleitet, 35% in die Pariser Region. Das ist sicher nicht neutral. Die jüngsten Zuwächse betrafen ohnehin nur PMH Rennen. Es ist und bleibt wichtig, dass die Traber in der Provinz Geld verdienen können. Das ist die Stärke des Systems. Aber eine weitere Abschwächung der Starterzahlen in Vincennes und Enghien geht auch mit erheblichen Umsatzeinbußen einher. Das wird sich nicht mit ein paar Sätzen und eilig vorgenommen Änderungen korrigieren lassen. Hier ist sicher noch Diskussionsbedarf. Allgemeingut ist: Die Rolle der Muttergesellschaften ist es, alle Meinungen und alle Regionen zu respektieren und dann zu vermitteln. Nur so entstehen tragfähige Kompromisse. Anfang Januar wird es ein Treffen der gewählten Vertreter aller regionalen Komitees mit den Trainervereinigungen geben. Dort werden Anträge erarbeitet die auf der Grundlage von Simulationen und den Anträgen der Delegierten aus der Provinz gestellt werden. Bisher gab es nie Widerstand gegen die Direktoriumsentscheidungen. Das könnte sich im Wahljahr ändern.

 

 

Näheres zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe von TrabInside, die Mitte Januar erscheint.


Der Druck wächst

(25.11.2018) 35 Mio. € müssen eingespart werden. Das wird, ohne an die Rennpreise zu gehen, nicht zu realisieren sein. Auch wenn das Ergebnis des Jahres 2018 im PMU Sektor noch nicht bekannt ist - seit Mitte Oktober sind die Zahlen wieder positiver (+1,2% Steigerung zu 2017) - sind Einschnitte in der Größenordnung von 10 - 12 % bei den Rennpreisen zu erwarten. 

Im letzten Jahr hat die S.E.C.F noch durch interne Kürzungen (Volumen 9.3 Mio. €) verhindert, dass der Rotstift bei den Rennpreisen zum Einsatz kommt, aber das wird sich im kommenden Jahr wohl nicht vermeiden lassen. Die Anforderungen des Finanzministeriums vom 20. November haben einige Aufregungen verursacht. Das wird sich vermutlich nur mit einer Reduzierung der Premium-Rennen realisieren lassen, damit die Rennpreise optisch nicht gekürzt werden, das Volumen wird sich aber verändern. Es wird deutlich weniger PMU Rennen geben. 

Mitte Dezember wird das Konzept stehen und muss dann verabschiedet werden. Bei den Aktiven stößt das sicher nicht auf Gegenliebe. Das Wahljahr in der Sparte Traben wird nicht ohne harte Auseinandersetzungen über die Bühne gehen. Viele neue Kandidaten werden mit vollmundigen Versprechen antreten und alternative Organisationen wie Equistratis können von der aufkommenden Stimmung profitieren. 

Da die PMU und ihre Struktur unter Beschuss geraten sind, konzentriert sich die Polemik auf die vermeintlich Schuldigen. Die sind entgegen dem Vorbringen Vieler aber zum Teil immer noch in den Strukturen verankert. Die neue Führungsmannschaft unter Linette kann noch eine kurze Zeitspanne darauf verweisen, dass sie erst aufräumen muss und es eine Weile dauern wird, bis neue Strukturen greifen, aber die 100 Tage sind vorbei. Jetzt will die Basis Ergebnisse sehen. Die PMU ist nicht flexibel genug, Umsteuern geht nicht so schnell, und wo die Erfolgsspur liegt, scheint nicht offensichtlich. Die These: Unter Verzicht auf Umsatz den Gewinn zu erhöhen, weil die Kostenersparnis das aufwiegt, muss noch bewiesen werden. Die 180 Grad-Wende ist bisher nur in der Simulation bewiesen. Ob die Kunden so mitspielen, wie sich Linette das vorstellt, bleibt abzuwarten. Vieles scheint plausibel, aber genauso viel ist Spekulation. 

Der Arthuis Report hat für einige Aufregung gesorgt und die Bestrebungen einiger, die PMU zu privatisieren, wird sicher nicht zur Beruhigung beitragen. Vieles hängt davon ab, wie die Zahlen zum Schluss aussehen werden. 

Anfang und Mitte Dezember werden die Weichen gestellt. In welche Richtung die S.E.C.F dann fahren wird, entscheiden die Zahlen. Nach oben wird es sicher nicht gehen. Eine abwärts-seitwärts Richtung scheint wahrscheinlich. 

 

Eine Analyse vielleicht in der Januar Ausgabe von TrabInside  ‑ wenn die Zahlen vorliegen.


Zauni gegen den Cornulier-Sieger

Während Stall Oberkrachers Seriensieger Dreambreaker am Sonntag um 16.45 Uhr in Vincennes mit Jean-Michel Bazire im Gruppe III-Rennen um 95.000 Euro über 2.100 Meter als Favorit u.a. gegen Broadwell antritt, läuft Deutschlands Monté-Aushängeschild Zauni mangels anderer Startmöglichkeiten am Montag um 14.20 Uhr im Prix Edmond Henry, einem "frei für alle 5- und 6-Jährigen" über 2.700 Meter sogar auf Gruppe II-Ebene. Die gute Nachricht: Es stehen nur sieben Pferde im Programm. Die weniger gute: Ronja Walter sieht sich absoluten Cracks wie Cornulier-Sieger Traders, Halbmillionär Dexter Fromentro und weiteren gutklassigen Monté-Spezialisten gegenüber. Trainer Manfred Walter kurz vor der Fahrt nach Paris zu TrabInside: "Größenwahnsinnig sind wir nicht geworden, aber weil sich sonst nirgendwo etwas anbietet, wollen bzw. müssen wir es auf diesem hohen Niveau eben mal versuchen. Glattgehend haben wir ein Platzgeld in dem kleinen Feld schon sicher, einen oder zwei Gegner können wir vielleicht auch schlagen. Und wer weiß schon, wie die anderen zu diesem frühen Zeitpunkt des Wintermeetings überhaupt drauf sind. Am 1. Dezember ergibt sich noch eine weitere Chance in einem ähnlich ausgeschriebenen Rennen, dann allerdings nur für Fünfjährige."


Zum Jackpot-Fehler in Mönchengladbach

(14.11.18) Nach der am Sonntag entstandenen Aufregung um zwei in Mönchengladbach mutmaßlich falsch eingegebene Sieg-Jackpots hat TrabInside sich bemüht, Licht ins Dunkel zu bringen und heute mit German Tote-Geschäftsführer Riko Luiking gesprochen.

 

Herr Luiking, ist am Sonntag in Mönchengladbach etwas schiefgelaufen?

 

Das muss man leider bestätigen. Die beiden Siegjackpots im 2. und 4. Rennen sind bedauerlicherweise nicht „neutral“ als Erhöhung des Auszahlungsbetrags in diesen Rennen eingegeben worden, sondern wurden in voller Höhe auf die jeweilige Startnummer 1 platziert.

 

Wem ist dieser Irrtum unterlaufen?

 

Das ist im Rechenzentrum in Frankreich passiert. Grundsätzlich hat zwar auch jeder deutsche Rennverein bzw. sein Totoleiter die Möglichkeit, einen Jackpot vor Ort einzugeben. Wir finden es bei Siegjackpots, die ja durch die offensichtliche Verbesserung der Eventualquoten schon von der Optik her attraktiv sind, aber sinnvoll, dies schon sehr früh zu tun. Deshalb geschieht es in der französischen Zentrale und nicht auf der Rennbahn, wo in der Regel das Personal erst ein bis zwei Stunden vor Rennbeginn eintrifft. Wir möchten, dass jemand, der am frühen Morgen seinen Computer anschaltet, sofort erkennt, dass ein Jackpot vorhanden ist und dem Wetter besonders gute Möglichkeiten offeriert.

 

Wer ist durch das Versehen geschädigt worden und in welchem Umfang?

 

Glücklicherweise ist niemand geschädigt worden, da ein Siegjackpot „brutto“ ist, d.h. ebenfalls den üblichen Abzügen unterliegt. Die fehlerhafte Eingabe hat die Quoten der übrigen Pferde (außer Nr. 1) somit genauso positiv nach oben beeinflusst wie es bei neutraler Eingabe passiert wäre. Lediglich ein Sieg der Nr. 1 in einem der beiden Rennen wäre unerfreulich gewesen, weil deren Eventualquoten durch die auf sie platzierten 500 Euro extrem gedrückt wurden, was bei den betroffenen Wettern für wenig Erheiterung gesorgt hätte. Aber das ist ja nicht passiert.

 

Wie kann man verhindern, dass sich ähnliche Pannen wiederholen? Es gab so einen Fall vor nicht allzu langer Zeit auch schon einmal in Karlshorst. Ein Vertrauensverlust einiger Wetter in den deutschen Totalisator scheint bereits gegeben, wenn man sich z.B. die Diskussionen in Foren ansieht.

 

Wir werden natürlich noch einmal die Vorgänge in Frankreich thematisieren und hier mit den Rennvereinen besprechen und auch darauf drängen, dass sich die Verantwortlichen vor Ort jeweils als Kontrolleure betätigen. Es ist eigentlich nicht allzu schwer zu erkennen, dass bei einem eingegebenen Jackpot etwas nicht stimmen kann, wenn dort ein Pferd anschließend 10:10 steht. So etwas ist praktisch unmöglich und sollte sofort Alarmglocken läuten lassen. Ich denke, hier gilt: „Fehler werden gemacht, das ist menschlich, aber wenn man daraus lernt, ist es umso besser.“ Ein grundsätzliches Misstrauen in das Wettgeschäft hierzulande ist sicher nicht angebracht.


Zum Dopingfall Classic Connection

Am heutigen Tag (06.11.18) erhielt die Redaktion von TrabInside durch Rechtsanwalt Herbert Kremer die nachstehende Erklärung von Jean-Pierre Dubois, die wir unseren lesern zur Kenntnis geben:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Rechtsvertreter von Herrn Jean-Pierre Dubois gebe ich zu dem vorgenannten Vorfall

nachfolgende Erklärung ab:

 

Bei meinem Pferd Classic Connection wurde in der nach dem Großen Preis von Deutschland entnommenen

Dopingprobe der Wirkstoff OXYTETRACYCLIN festgestellt. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein Antibiotikum,

das im französichen Trabrennsport ohne Einschränkungen eingesetzt werden kann. Classic Connectiom

ist in der Zeit zwischen dem 02.10.2018 und dem 07.10.2018 mit dem Wirkstoff behandelt worden. Ich habe dem

Veranstalter am Renntag zusammen mit den Einfuhrpapieren und dem Pferdepass eine entsprechende Er-

klärung meiner Tierärztin Roberts Rossi vorlegen lassen, ohne dass es dabei zu Beanstandungen gekommen ist.

Dass ich nach den Bestimmungen der TRO möglicherweise den Einsatz des Wirkstoffes auch bei der Dopingkontrolle

nochmals anzeigen mußte ,war mir nicht bekannt. Es hat auch niemand nachgefragt, was ja bei Pferden, die ihren

regelmäßigen Standort im Ausland haben, eine nicht ganz fernliegende Erwartung ist. Abgesehen davon bin ich der

Auffassung, dass die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung beim Veranstalter in jedem Falle den Anforderungen

der TRO ausreichend Rechnung trägt.

Ich werde die Disqualifkation meines Pferdes vom Sportgericht, falls erforderlich auch von einem ordentlichen Gericht,

überprüfen lassen.

 

Berlin, den 06.11.2018

 

Herbert Kremer

Rechtsanwalt


Heinz Tell zur Terminsituation 2019

Trab-Inside hatte gestern (02.11.) Gelegenheit, mit HVT-Präsident Heinz Tell über die Terminplanung 2019 zu sprechen, der uns die Problematik erläuterte:

"Eine gemeinsame Terminkonferenz mit den Rennvereinen konnte noch nicht stattfinden, da diese inhaltlich in hohem Maß abhängig von den PMU-Terminen ist, die Deutschland zugeteilt werden. Letzteres ist erst kürzlich geschehen. Das Treffen ist nunmehr für übernächsten Sonnabend (10. November) verabredet.

 

Seitens der PMU sind in praktisch allen Ländern erhebliche Kürzungen vorgenommen worden, was weniger die Anzahl an Renntagen betrifft als die Anzahl der jeweils stattfindenden Rennen. Wunsch der PMU ist z.B. generell ein späterer Beginn der Mittagsveranstaltungen (12.00 anstatt 11.00 Uhr) mit dann nur noch drei anstatt bislang üblich fünf Rennen. So etwas wäre an Sonn- und Feiertagen, vielleicht auch Samstagen umsetzbar, weil sich dann relativ problemlos ein "deutsches Programm" anschließen könnte. Wochentags ist es sicher illusorisch, neben den PMU- zusätzliche Rennen anzubieten, wenn davon auszugehen ist, dass diese sich nicht ansatzweise refinanzieren ließen. Genau so schwierig wäre es aber, ein nur drei Rennen umfassendes Programm anzubieten. Andererseits wissen wir alle, welche enormen Beträge in der Summe durch die PMU-Rennen auf die Konten von Besitzern, Trainern und Züchtern fließen, die wir bekanntlich weiterhin dringend benötigen. Ein Verzicht auf PMU-Rennen kann deshalb natürlich kein Thema sein.

 

Der HVT hat sich mit Detail-Infos zunächst zurückhalten müssen, weil selbstverständlich Bemühungen zur Nachbesserung oder mindestens vertretbaren Lösungen vorhanden sind. Wir sind auch der Überzeugung, dass es nicht sinnvoll ist, den gesamten deutschen Rennkalender nur noch auf Sonn- und Feiertage zu reduzieren, so wie es der Trend bei den Galoppern ist, weil weder diese Ausdünnung noch die damit verbundene Ballung von Veranstaltungen vernünftig erscheint. Dem aktuell vorhandenen Pferdematerial und natürlich den Besitzern und Trainern muss die Möglichkeit erhalten bleiben, den Sport so oft wie möglich betreiben zu können und nicht nur an Wochenenden, wo Parallel-Veranstaltungen sich gegenseitig behindern würden. Auch Vergleiche mit anderen Ländern sind im Hinblick auf die Terminplanung nur bedingt angebracht, weil diese wie z.B. Niederlande mit Wolvega, Belgien mit Mons, Österreich mit Krieau oder Schweiz mit Avenches im Wesentlichen nur über eine Bahn verfügen, die PMU-Rennen veranstalten, so dass viel weniger Absprachen notwendig sind, als dies in Deutschland der Fall ist. Dasselbe gilt natürlich für ein Programm der gehobenen Rennen, die so flächendeckend wie möglich und nicht nur an bestimmten Orten stattfinden sollten, aber natürlich auch von den jeweiligen Bahnen (mit-)finanziert werden müssen.

 

Wir hoffen, schon in der übernächsten Woche weitere Informationen zur Planung für 2019 geben zu können."


Neue Regeln in Frankreich

Ab 31. Oktober gelten einige Neuregelungen in Frankreich. Sie betreffen u.a. das Überfahren der abgegrenzten Bahnfläche, speziell die Anzahl und den überall gleichen Abstand von Pylonen oder die Verschulder- bzw. Toleranzfrage. Aber es gibt auch eine neue Regel für das Verursachen eines Fehlstarts im Wiederholungsfall. Bis zu diesem Datum gilt: Wenn ein Teilnehmer zwei Fehlstarts verursacht, wird er zum Nichtstarter erklärt und vom Start verwiesen. Ab 31. Oktober kann der Verursacher am Rennen teilnehmen, aber sein Fahrer (oder Jockey) wird mit 15 Tagen Fahrverbot bestraft, Lehrlinge und Amateure sogar bis zu einem Monat. Damit entfällt am Toto das aufwändige Rückrechnen der Einsätze bzw. das Neuberechnen der Quoten und die Spielkombinationen auf einen so entstandenen Nichtstarter werden nicht mehr gekürzt oder erstattet.

 


Impressionen aus Quakenbrück


In der Hitze schmolzen die Umsätze - erneut Umsatzeinbrüche bei der PMU

(20.08.2018)

Nach einem ungemütlichen Start in das Jahr sind die Pferderennen der PMU in dieser Sommerzeit wieder im Brennpunkt. Seit Juli schmelzen die Umsätze auf den Pferdewettmarkt stark ab, wichtige Ereignisse wie Deauville oder Enghien tun weh, wenn man die Umsätze in den Vordergrund rückt. Aber was ist das wirklich? 

 

Die Fußball-WM mit Frankreich als Sieger hat natürlich einige Wetter ins andere Lager geschwemmt. In den letzten Spielen des Weltcup-Fußballs verzeichnete der Monat Juli ein echtes Luftloch bei den Pferdewetten mit einem Rückgang der Verkaufszahlen um 10%. International sank der Umsatz um 3%, was einem Rückgang von insgesamt 8% entspricht. Im August, während die erste Woche insgesamt um 7% fiel, waren es in der Folgewoche 5%. Eine leichte Verlangsamung des Rückgangs auf jeden Fall, aber Zahlen, die dennoch sehr besorgniserregend sind.

 

Am Mittwoch, in Deauville, während der traditionellen Züchter Generalversammlung, sagte der Generaldirektor der PMU, Cyril Linette: "Die WM und die Hitzewelle haben natürlich erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, aber diese Ergebnisse zeigen, wie ich bereits im Juli gesagt habe, wie dringlich eine tiefgreifend eine Reform des Produkts Pferdewetten ist. In der PMU gründen wir in Kürze ein neues Team. Die Dinge werden sich ändern. "

 

Aber was soll er sagen? Andere Ursachen könnten auch diese schlechten Ergebnisse erklären. 2018 war auch von der Episode der International Large Bettors (GPI) geprägt, bis bei der PMU die Maßnahmen zur Steuerung der Wetten und der Abgabezeit vor den Rennen griffen. Sie war auch politisch ein Thema zum Schutze der französischen Turfisten. Inwiefern hat das Management dieser Akteure wie kaum ein anderes das Vertrauen der französischen Wetter beeinflusst? Das wird abzuwarten sein. Denn es ist klar auch, dass, wenn die Einsätze im Ausland einbrechen (nach Jahren mit zweistelligem Wachstum), sie nicht in das französische physische Netzwerk zurückkehren.

 

Bei letzterem scheint das Thema einer Stärkung der (finanziellen) Motivation der Inhaber einer PMU-Lizenz unumgänglich. Es sieht so aus also würden die Margen von 2% auf das Niveau der Sportwetten (5,5 %) angehoben, um den Wettbewerb mit der FdJ zu bestehen. Aber das muss politisch abgesegnet werden.

 

Davon abgesehen, wäre es sicher ein schlimmer Fehler, die Institution auseinander zu reißen, indem sie die Fehler jeweils dem anderen zuweisen. Rennen und Wetten sind eng miteinander verbunden. Um die Aktivität wieder zu beleben - die Errettung ist sicherlich nicht in einer Aktion auf die Schnelle zu bewerkstelligen - muss es tiefer greifende Maßnahmen geben und vor allem eine klare Abstimmung zwischen den verschiedenen Organisationen, nämlich dem LeTrot, France Galop und natürlich der PMU. Die eine Seite wird den Rennkalender überarbeiten müssen - mit Folgen auch für PMU International - die andere ihr Wettangebot und die Returnmasse. Die Turfisten erwarten faire Wettangebote und wenn sie gewinnen, wollen sie nicht länger gegenüber den Glücksspielern benachteiligt sein.

 


Jubiläumssieg für Ronja Walter

Eigentlich war der hundertste Treffer von Ronja Walter schon vor längerer Zeit erfolgt, doch die Monté-Königin hat dasselbe "Problem" wie einst ihr Vater Manfred Walter: Sind es bei ihm mehrere hundert Siege, die in seiner langen und unvergleichlich erfolgreichen C-Bahn-Karriere offiziell keine Anerkennung fanden und in keiner Statistik auftauchen, kommt Ronja auf den ländlichen Bahnen auch schon auf mindestens zwanzig. So hatte sich die Frage, ob vergangenen Sonntag in Hooksiel der Jubiäumssieg mit ihrem Liebling Garry (Foto) gelungen war (eine bisherige Siegzahl von 99 stand im Raum), schnell mit "nein" beantwortet. Nur 72 Stunden später war es dann im französischen La Capelle soweit, wo Ronja Walter am Mittwoch Mittag in einem 22.000 Euro-Rennen den von Cees Kamminga trainierten Napa Valley aus geschonter Lage zum Erfolg über den haushohen Favoriten führte.


Impressionen aus Hooksiel


Impressionen vom Duhner Wattrennen


Jörn Finger auf Schweden-Tour


Dreambreaker-Wechsel zu Bazire

Die Nachricht überraschte Traberdeutschland: Der fünfjährige Wallach Dreambreaker ist von Thorsten Tietz ins französische Solesmes (nahe Le Mans) zu Jean-Michel Bazire gewechselt und startet aus diesem Quartier erstmals am Mittwoch in Bordeaux. Martin Fink sprach mit Florian Marcussen, dem „Leader“ der dreiköpfigen Hamburger Besitzergemeinschaft „Stall Oberkracher“.

 

Wann fiel die Entscheidung, Dreambreaker nach Frankreich zu schicken?

 

Das ist schon etwas länger her, sie stand prinzipiell bereits im Raum, bevor Thorsten Tietz ihn über Winter mit nach Schweden nahm. Dieser Abstecher war aber insofern wichtig, als das Pferd weitere Rennerfahrung, Härte und auch Monté-Praxis sammeln konnte. Außerdem sollte er dort das nötige Geld aufnehmen, um realistische Startmöglichkeiten in Frankreich zu erhalten.

 

Wie kam es zu dem Kontakt zu Champion Jean-Michel Bazire, der doch ziemlich ausgebucht sein muss und jede Menge Anfragen erhält? Warum fiel die Wahl auf ihn?

 

Wir wollten auf jeden Fall zu einem Spitzenmann. Wenn wir etwas probieren, dann soll es auch Hand und Fuß haben. JMB hat natürlich für solche Dinge einen Manager, der nach einigen Telefonaten dann irgendwann die Zusage gab.

 

Was ist der sportliche Hintergrund für die Entscheidung gewesen?

 

Zum einen das generelle Problem, dass Pferde in dieser Gewinnklasse nur unregelmäßige Startmöglichkeiten bei uns haben. Zum anderen, dass auch Thorsten der Meinung ist, Dreambreaker könnte nach Frankreich passen. Er lief in Schweden schon viele gute Rennen, auch über drei Kilometer. Ihm ist ein gleichbleibendes strammes Tempo ohne zu viele Wechsel angenehm. Trotzdem ist er nicht der typische „Dauerläufer“, denn er besitzt auch genügend Grundschnelligkeit. Wir glauben, dass so ein Abenteuer durchaus Spaß machen kann in Frankreich. Und auf den Provinzbahnen werden interessante Prämien ausgeschüttet, aktuell hat das Zauni ja erfolgreich genutzt.

 

Apropos Zauni: Sind auch Starts in Trabreiten geplant?

 

Das entscheidet natürlich der Trainer. Aber grundsätzlich: warum nicht? Das Metier kann und kennt Dreambreaker, er war in Schweden schon Zweiter und Dritter unter dem Sattel.

 

Haben Sie die Erwartung oder zumindest Hoffnung, am Mittwoch siegreich ins Frankreich-Geschäft einsteigen zu können?

 

Eigentlich nein, das Pferd ist erst wenige Wochen dort und hat seit Ende März pausiert. Wir gehen von einem ersten Test aus. Etwas verwunderlich scheint allerdings, dass er gleich barfuß ins Rennen geht, was meist als gutes Zeichen gewertet wird. Lassen wir uns überraschen.

 


Fabrice Souloy bleibt vorerst ohne Trainerlizenz

Fabrice Souloy ist es weiterhin verboten, Pferde zu trainieren. Er hatte nach Ablauf seiner einjährigen Sperre in Frankreich eine Trainerlizenz beantragt, um wieder zu trainieren zu können, nachdem er wegen Doping eines Pferdes suspendiert worden war. Fabrice Souloy hatte das Gericht in einem Eilverfahren angerufen und vorgetragen, dass das Trainingsverbot die finanzielle Gesundheit des von ihm mitverwalteten Unternehmens gefährde. Der Antrag wurde am Donnerstag, dem 31. Mai 2018, im Rahmen eines Dringlichkeitsverfahrens gestellt und die Aussetzung der SECF Entscheidung, die Lizenz zu verweigern, wurde beim Verwaltungsgericht von Caen beantragt. Das Verwaltungsgericht von Caen hat einen Antrag auf Einstweilige Anordnung, am 1. Juni erörtert, die Vorträge zur Kenntnis genommen und am Montag, den 4. Juni 2018, den Antrag abgelehnt.

 

Fabrice Souloy hatte eine Sperre In Frankreich vom 2. Januar 2017 bis zum 2. Januar 2018. In dieser Zeit war es ihm verboten, Pferde zu trainieren und Rennbahnen im Arbeitsbereich zu betreten. Nachdem er diese Strafe verbüßt hatte, bat Fabrice Souloy die SECF, das Recht zu erhalten, wieder zu trainieren. Die SECF als zuständige Aufsichtsorganisation lehnte das ab und berief sich auf eine negative Stellungnahme des Innenministeriums, das geltend machte, dass charakterliche Mängel nicht ausgeräumt worden seien. Zudem seien ihm anvertraute Pferde in Norwegen und Schweden positiv auf Kobalt, eine verbotene Substanz seit Juli 2017, getestet worden. Der Verstoß wird als Blutdoping gewertet.

 

Das Verwaltungsgericht stellte nun fest, dass es keine hinreichend ernste oder unmittelbare Hinweise auf eine Gefährdung der persönliche Situation von Fabrice Souloy oder auf die finanzielle Situation und die Dauerhaftigkeit des Unternehmens, dessen Co-Manager er ist, gäbe. Jedenfalls zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Damit entfalle die Eilbedürftigkeit.

 

Ob und wann in der Hauptsache entschieden wird ist noch nicht bekannt. Das Gericht hatte im Eilverfahren nicht zu prüfen, ob die Verweigerung der Lizenz rechtens ist und aufrechterhalten werden kann. Es ging hier lediglich um die behaupteten Folgen in persönlicher Hinsicht und um die Gefährdung des Unternehmens. Da dieses aber durchaus erfolgreich ist, konnte der Eilantrag keinen Erfolg haben.

 

Dies hat mit dem eigentlichen Urteil in der Hauptsache nichts zu tun. Dort wird zu prüfen sein, ob das Innenministerium mit seinen Einwänden richtig liegt, oder ob der Grundsatz gilt, dass mit Verbüßung einer Strafe die Rechtsfolgen entfallen. Den Rechtsgrundsatz: wenn eine ausländische Sportbehörde ein Urteil fällt, hat es Auswirkungen auch im Inland, gibt es nicht, jedenfalls nicht rechtsverbindlich. Solange die UET es nicht schafft, verbindliche Europarichtlinien auf Gegenseitigkeit zu verabschieden, wird sich im Trabrennsportbereich auch nichts ändern. Das Urteil wird also wichtige Hinweise darauf geben, ob die SECF berechtigt sein könnte, die Sperre unter Berufung auf ausländische Urteile, auszuweiten. Nach aktueller Rechtslage ist die Antwort nein. Das ist auch der Grund, warum die SECF sich nicht darauf beruft, sondern ausdrücklich verlautbaren lässt, dass das Innenministerium, die erforderliche Unbedenklichkeitsbescheinigung verweigert. Bei der Sachlage könne sie keine Lizenz genehmigen.

 

 

Entschieden ist in der Sache also immer noch nichts. Nur der Zeitrahmen verschiebt sich.


ELITLOPPET 2018

TRABInside-Mitarbeiter Jörn Finger unterwegs in Solvalla

Clips vom Sonntag


ELITLOPPET 2018

TRABInside-Mitarbeiter Jörn Finger unterwegs in Solvalla

Clips vom Freitag + Sonnabend

Er ist fast jedes Wochenende auf einer schwedischen Rennbahn zu finden. TRABInside-Mitarbeiter und "Racetrackhopper" Jörn Finger ist natürlich auch am Elitloppetwochenende dabei. In diesem Jahr wird er mit seinem Handy hautnah für alle die nicht in Stockholm live dabei sein können mit kurzen Video's die großartige Atmosphäre dieser Kultveranstaltung einzufangen. Aber nicht nur das ...

 

Das nachfolgende Video wurde seitens der ATG - deshalb auch nur in englischer Sprache verfügbar - zur näheren Vorstellung von Jörn Finger in Schweden erstellt. Mit ihm als deutschem "V75-Guru" sind nämich  weitere etwa zehn ´Kurzfilme geplant, bei denen er bei seinen Aufenthalten auf den verschiedenen Trabrennbahnen von Jägersro bis Boden allerlei Aufgaben gestellt bekommt.


Die Praxis bei Verkaufsrennen

Am Sonntag, 3. Juni, findet im französischen Laon eine Rennveranstaltung statt, bei der Verkaufsrennen im Mittelpunkt stehen. Der HVT bietet an dem betreffenden Wochenende eine Informationsreise dorthin an, die manch ein interessierter Besitzer wahrnehmen wird. Vielleicht aber auch viele, die gar nicht genau wissen, was unter "Verkaufsrennen" zu verstehen ist und wie das Kaufen genau abläuft. TrabInside hilft mit Infos zur Praxis aus der Feder eines Experten:

 

Wir wissen, dass es sogenannte Verkaufsrennen gibt, bei denen alle teilnehmenden Pferde nach dem Rennen zum Verkauf stehen. Ein Mindestgebot ist erforderlich. Nach dem Rennen kann jeder vor Ort ein geheimes Angebot abgeben: die Angebotshöhe, der Käufer und natürlich das Pferd und das Rennen, müssen angegeben werden. Es gibt mehr oder minder gleichartige Formular, Bulletin genannt, die meist in der Meldestelle abgeholt werden können. Ein Angebot muss innerhalb einer bestimmten Frist, meist bis zu 20 Minuten nach dem Rennen (Ausschluss-Frist), in die dafür vorgesehene Urne, im Regelfall an der Meldestelle (briefkastenartig), eingeworfen werden. Die Zeit ist deutlich sichtbar vermerkt. Nach dem Auswerten der Angebote gewinnt das höchste Gebot. Die Bieter halten sich unmittelbar nach dem Öffnen der Urne an einem dafür vorgesehenen Ort auf.

 

Ein verkauftes Pferd wird vom Veranstalter sofort übernommen, quasi sichergestellt (Gefahrübergang), nach Zahlung erfolgt Besitzübergang unbeschadet der noch vorzunehmenden Formalitäten. Eine Ankaufsuntersuchung findet nicht statt. Die Pferde werden gekauft wie besichtigt. Ein klar ersichtlicher Mangel kann zum Rücktritt führen, ein verdeckter zu Rechtsansprüchen. Es gilt französisches Recht. Es ist oft auch möglich, bei Pferden, die kein Angebot erhalten haben, den Ankaufspreis neu zu verhandeln. Das kann durchaus unter dem Mindestgebot liegen. Hier gelten aber andere Regeln und der Veranstalter ist nicht involviert.

 

Bis jetzt ist es sehr klar?

 

Aber was ist mit dem Bulletin des ehemaligen Besitzers, der seinen Schützling behalten will? Wir reden dann davon, dass das Pferd verteidigt wird. Um konkret zu sein: Der Besitzer A will sein Pferd verkaufen. Der Mindestpreis ist sein Angebot. Sagen wir 10 000 Euro. Das besagte Pferd läuft gut und gewinnt oder ist platziert und die Verkaufsbewilligung, die mit der Nennung abgegeben wird, reut den Besitzer. Er füllt ein Bulletin in der Höhe von 12 000 Euro aus. Gibt es kein Gebot, so behält er sein Pferd, muss aber 50% der Differenz zwischen der Summe, die er angegeben hat, und der Anspruchsrate, d.h. 50% von 12.000-10.000 Euro, also 1.000 Euro, an den Veranstalter abgeben. Auf der anderen Seite, wenn ein fremdes Angebot unter 12 000 Euro vorliegt, muss Herr A dem Veranstalter 100% der Differenz bezahlen, in diesem Fall also 2.000 Euro. Hat er sein Pferd nicht verteidigt und der Bieter B hat sagen wir 13.500 Euro geboten, so gewinnt der Bieter B. Herr A erhält die Basis 10.000 Euro plus 50% von (13.500 - 10.000 Euro) = 1.750 Euro, also insgesamt 11.750 Euro. Die anderen 1.750 Euro gehen an den Veranstalter. Es ist ein bisschen kompliziert, ich weiß es, aber ich hoffe, die meisten haben es verstanden. Die Summen waren willkürlich. Oft reicht ein kleiner Aufschlag von 50 Euro aus, wenn sonst keiner bietet. Die Beobachtung der Urne hilft nur um festzustellen, ob ein Angebot abgegeben wurde. Aber nicht wirklich, weil ein Angebot mit Öffnung der Meldestelle abgegeben werden kann.

 

Wie man sich auf den Ankauf vorbereitet, ist ein anderes Thema. Da Vieles zu beachten ist, sollte vielleicht eine Checkliste vorbereitet sein. Wer Interesse hat, kann ein Modell dazu erhalten. Das kostenlose Angebot gilt für trotto-Foristen oder Abonnenten von TrabInside. Es muss per email angefordert werden. Ansonsten sind die Informationen zu den Pferden im Netz abrufbar. Im Übrigen hat ja der HVT einige Hinweise dazu eingestellt. Dort kann sich jeder schlau machen. Das war hier nur ein kleiner Einblick. Der Ankauf ist etwas sehr Individuelles und hat viele Parameter.


Déjà-vu in Bahrenfeld

Mit Déjà-vu bezeichnet man laut Wikipedia ein psychologisches Phänomen (psychopathologische Bezeichnung: qualitative Gedächtnisstörung), das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

Wer auf anderen Veranstaltungen 2016 und 2017 zu Gast gewesen war, die das Thema Doppelrennbahn in Horn behandelten, der konnte diesem psychologischen Phänomen am 15. Februar 2018 durchaus begegnen. Einmal mehr wurde auf der aktuellen Informationsveranstaltung des HTZ in Hamburg-Bahrenfeld festgestellt, dass eigentlich alle die Doppelrennbahn in Horn wollen, dass diese ganz toll wird, dass sie ja auch kommen muss, weil in Bahrenfeld gebaut wird und dass man zuversichtlich ist. Verstärkt wurde das Déjà-vu durch die Tatsache, dass immer Elisabeth Kiausch vortrug und das Ganze jeweils mit Verweisen würzte auf Besonderheiten in der politischen Landschaft Hamburgs und auf Verfahren, die sich mit Planungen und Genehmigungen beschäftigen, was in toto die Sache natürlich nicht so ganz einfach mache.

Vor den mehr als 60 interessierten Zuhörern wurde prinzipiell all das wiederholt, was man eh schon wusste. Die Stadt könne keine Steuergelder versenken, auf 10 Jahre müsse der Betrieb wirtschaftlich durchgerechnet sein, da müsse man überdies städteplanerisch tätig sein und Businesspläne vorlegen. Doch wirklich neu war dann doch etwas: Es wurden im Januar 2018 tatsächlich 200.000 EUR seitens der Stadt bereitgestellt, um eine Durchführbarkeitsstudie zu erstellen. Im Juni 2018 liege diese Studie vor, auch das waren News, denn nun existiert ein Termin. Spätestens dann wird die Zeit vorbei sein, als man stets von Termindruck aufgrund des auslaufenden Pachtvertrages in Bahrenfeld sprach, konkrete Zeitpunkte aber im Nebel oder gar verstreichen ließ. „Wir haben das Tempo deutlich erhöht“, erklärte Präsident Dr. Verstl, musste dann allerdings auf Nachfrage der schreibenden Presse eingestehen, dass die Studie ergebnisoffen sei.

Es kann also gut sein, dass im Juni 2018 feststeht, dass das Projekt Doppelrennbahn nicht erfolgreich durchzuführen ist. Um etwa einen sinnvollen Businessplan für die nächsten 10 Jahre vorzulegen, müsse man auf branchenfremde Erträge etwa aus Konzerten setzen. Innovative Konzepte seien gefragt, da Erträge aus dem Rennsport trotz aktuell positiver Entwicklungen (in wirtschaftlicher Hinsicht) allein nicht reichen werden. Auch hier kam kurz das eingangs beschriebene Gefühl hoch, denn der von der Stadt geforderte Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Betriebes ist absolut nicht neu. Erst danach wird eine 1,6 Mio EUR teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, womit der Spaß so richtig beginnen kann. Dann werde es auch um Gutachten zur Lärmimmission (Konzerte!) und zur Verkehrsplanung und so weiter und so fort gehen. Dr. Verstl zeigte sich jedoch guten Mutes, alle Probleme angehen und – gemeinsam mit den Galoppern - lösen zu können, denn die Doppelrennbahn sei ein „Leuchtturmprojekt im Hamburger Osten“, was Neu-Geschäftsführer Henner Christoph dahingehend ergänzte, dass die „geilste Rennbahn Mitteleuropas“ entstehen könnte.

Neben den Einnahmen aus Konzerten setzt man auf die Kontinuität der Zusammenarbeit mit der schwedischen Wettorganisation ATG, mit der ein zum Jahresende auslaufender Vertrag verlängert wird. Hoffnung besitzt man bezüglich der bislang einzig in Nordrhein-Westfalen umgesetzten Rückerstattung der Rennwettsteuer auf Buchmacherwetten. In NRW flössen renntäglich 5.000 EUR zurück an die Rennveranstalter. Hier allerdings setzte Fragesteller Olaf Schröder kritisch an und zog den generellen Sinn einer neuen Doppelrennbahn in Frage, wenn es denn keine Pferde mehr gäbe, die darauf laufen könnten. Diese „negative Herangehensweise“ fand naturgemäß nicht den entsprechenden Widerhall im HTZ-Präsidium, für das Dr. Verstl sprach, dem Geschäftsführer Christoph beisprang, indem er von der „einmaligen Chance“ einer „geschenkten Anlage“ sprach, die man nutzen und nicht kaputt reden solle.

Im Weiteren informierte Dr. Verstl über Veränderungen in der Geschäftsführung, denn seit 1. Februar existiert eine „Doppelspitze“, die aus Henner Christoph, der für das Tagesgeschäft und den Wettbetrieb zuständig ist, und Peter Weihermüller besteht. Weihermüller wird 40 Stunden im Monat sich besonders der Hamburger Highlights annehmen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich Familien und eine sympathische Außendarstellung der Hamburger Bahn. Klaus Koch wird dem HTZ weiterhin als Berater zur Seite stehen, hat seinen Arbeitsschwerpunkt aber auf eine Galopprennbahn bei Stockholm verlagert.

26 Renntage sollen 2018 stattfinden, davon sind sieben Termine als so genannte Lunchraces vorgesehen. Das Programm der hochdotierten Rennen, für das am Tag der Infoveranstaltung, Nennungsschluss war, zieht sich durchs ganze Rennjahr und wurde ergänzt durch einen „Hamburger Winterfavoriten“ im Dezember. Jahreshöhepunkt ist natürlich das Grand Prix-Wochenende im Oktober, an dem es auch wieder eine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Toto geben wird, sogar eine V75-Wette ist geplant.

 

Leider sind die bereits begonnenen Bauarbeiten im Bereich des Hauptparkplatzes und des Einganges nur der Auftakt zu weiteren „Buddeleien“, doch die Umgestaltung – auch im Hinblick auf die spätere Bebauung und Verkehrsführung – beginnt bereits im Sommer 2018 so richtig. Möglicherweise zum selben Zeitpunkt, wenn die Durchführbarkeitsstudie zur Doppelrennbahn vorliegt. Dort kann auch die Hall of Fame einziehen, denn diese bis dato nur virtuell vorhandene Ruhmeshalle des deutschen Trabrennsports soll „real und begehbar“ werden. Dr. Verstl versprach abschließend eine zeitnahe Information zu allen Fragen und schloss damit die Versammlung.


Legendärer Garry

Am Silvestertag gewann der neunjährige Wallach Garry mit Ronja Walter ein Trabreiten in Dinslaken. Das bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, schließlich starteten beide als 12:10-Favorit. Auch dass es am Bärenkamp beim zehnten Auftritt der zehnte Volltreffer war, ist kaum mehr als eine Randnotiz, zu selbstverständlich sind die Siege dieses Ausnahmepferdes geworden. Und doch: Der Silverstererfolg war ein Meilenstein, vielleicht sogar ein Weltrekord, so etwas lässt sich nicht ohne Weiteres recherchieren. 

Seit dem 15. März 2015, also vor fast drei Jahren, hat Garry jedesmal einen Platz in der Dreierwette belegt, Silvester zum 50. Mal in Folge. Was für ein Jubiläum. Er startete dabei in Hamburg-Bahrenfeld, Dinslaken, Gelsenkirchen, Berlin-Mariendorf und -Karlshorst, dazu in Jägersro und auf den Grasbahnen von Hamburg-Horn, Stove und Drensteinfurt. Bei jenen 50 Starts gelangen 36 Siege, elf zweite und drei dritte Plätze. 49 Mal saß Ronja Walter im Sattel, einmal Manfred Walter im Sulky. Sage und schreibe 40 Mal lag die Siegeventualquote unter 20:10, davon alleine 18 Mal lediglich zwischen 10 und 12:10. Lukrativ konnten Wetten auf Garry dennoch sein: Gleich zweimal resultierte das Gewinn-Los bei einer Mariendorfer Prämienausspielung mit einem PKW als Hauptpreis aus einer Garry-Wette.

Traber-Deutschland verneigt sich vor diesem Pferd und wünscht sich ein "weiter so".


Saisonabschluss in Bedburg-Hau

Der diesjährige Renntag in Bedburg-Hau am 17. September war reich an Höhepunkten – nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich. Wer kann schon behaupten, politische Prominenz wie in diesem Fall Bundesumweltministerin Barbara Hendricks als Schirmherrin gewinnen zu können. Am letzten Samstag hatte die Serie an Highlights dann ein „Nachspiel“: Auf dem Hof von Rennvereinspräsident Uwe Zevens, dessen Trainingsanlage für die Abhaltung von Trabrennen genauso ideal geschaffen ist wie für Feierlichkeiten jeder Art, trafen sich Veranstalter, Freunde und Unterstützer des Rennvereins zum traditionellen Jahresausklang. Unter großem Beifall und moderiert von Dirk Ptaschinski, der zusammen mit Hartwig "Haddi" Thöne schon den Renntag im September gekonnt über die Bühne gebracht hatte, konnte dabei ein Scheck in der sagenhaften Höhe von 20.000 Euro an die „Elterninitiative Kinderkrebsklinik Düsseldorf“ überreicht werden, die der Rennverein in Bedburg-Hau in vielfältiger Weise unterstützt. Einen wesentlichen Teil des Betrages trabte die „Charity-Stute“ For Children Living ein, bekanntlich fließen alle Renngewinne der ehemaligen Barbara Streisand in den Spenden-Topf.

 

Zum Foto: Übergabe eines Schecks über 20.000 Euro an die Elterninitiative Kinderkrebsklinik Düsseldorf - von links: Hannes Bongartz, Uwe Zevens, Frank Fleßer (Spendenbetreuung Elterninitiative Kinderkrebsklinik), Maskottchen (Maurice Zevens), Bedburg Hau-Bürgermeister Peter Driessen und Hauptsponsor Christian Nitsch.


Interview mit Henner Christoph zum V6-Start

In Hamburg-Bahrenfeld wird am kommenden Sonntag (12. November) mit der neu geschaffenen und mit einem Grundeinsatz von 20 Cent bundesweit spielbaren V6-Wette vielleicht eine Ära beginnen. TrabInside-Mitarbeiter Martin Fink sprach darüber mit Henner Christoph, der beim HTZ als „Leiter Vertrieb“ mitverantwortlich für das Wettgeschäft ist.

 

 

 

Hamburg startet Sonntag die V6-Wette, die Traberszene scheint begeistert zu sein. Welche Hoffnungen/Erwartungen verbinden Sie mit der V6?

 

Wir hatten im März dieses Jahres die V5-Wette eingeführt. Die damit gemachten Erfahrungen haben uns dazu gebracht, sie auf eine V6-Wette zu erweitern. Die V5-Wette hatte das Problem, dass sie oft zu einfach war und den Erwartungen der Wetter in hohe Quoten dann nicht genügen konnte. Denn natürlich spielt ein Wetter eine V-Wette, um eine möglichst hohe Auszahlung zu erhalten und nicht, um Geld zu wechseln oder für eine kleine Rendite mehrere Rennen lang zittern zu müssen. Wir schaffen mit der V6 eine Möglichkeit, bei der hohe vierstellige oder im Fall einer Jackpotbildung anschließend sogar fünfstellige Gewinne denkbar sind. Für das HTZ erwarten wir uns eine Umsatzsteigerung mit dieser Maßnahme. Uns ist allerdings die Gefahr (aus Sicht des Umsatzes) bewusst, dass mehr Einsätze der Wetter länger dem Kreislauf entzogen sind, dies also erst einmal gegen eine Umsatzsteigerung spricht. Aber wir hoffen, dies durch zusätzliche Einsätze der Wetter, z.B. durch „Abdecken“, wenn sich die persönliche V6 günstig entwickelt, kompensieren zu können.

 

War die Lizensierung schwierig? Glücksspiel jeder Art ist heutzutage ein mitunter heikles Thema.

 

Da es in Deutschland bereits mehrfach eine V6-Wette gab und diese auch in den Wettvorschriften verankert ist, gab es keine Probleme bei der entsprechenden Erweiterung der Totalisatorgenehmigung.

 

Wann entstand die Idee? Wie lange dauerte der Behördenweg bzw. anschließend die technische Umsetzung?

 

Die Idee entstand vor einigen Monaten, nachdem wir die Entwicklung der V5-Wette beobachtet haben. Die Behörde zeigte sich sehr kooperativ und für unseren technischen Dienstleister ist diese Wettart „business as usual“.

 

Ist die V6 online bei allen der bekannten Wettanbieter spielbar?

 

Davon gehen wir aus, und das wäre für den Erfolg auch sehr wichtig.

 

Wird eine V6 an jedem Bahrenfelder Renntag durchgeführt oder nur dann, wenn die Rennen dafür passend scheinen?

 

Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen soll die V6-Wette etwas Besonderes sein und eigentlich nur dann angeboten werden, wenn die Rennen geeignet scheinen, aber andererseits: was passiert, wenn wir sie nicht anbieten? Wieder zurück zur V5? Keine V-Wette? Alles Fragen, mit denen wir uns beschäftigt haben. Wir haben entschieden, die V6-Wette erst einmal an jedem Renntag anzubieten und nach einer Testphase ein entsprechendes Fazit zu ziehen. Je nachdem, wie die Rennen besetzt sind, wird natürlich die Höhe der Garantie variieren. Und man kann schon jetzt am Sonntag sehen, dass die V6-Wette einen starken Einfluss auf die Einteilung der Rennen hat. Ein FFA mit erhöhter Dotation an letzter Stelle des Programms? Normalerweise würde dieses Rennen natürlich an anderer Stelle stehen. Aber da es mit sieben Startern und einer überschaubaren Favoritengruppe aus meiner Sicht nicht in die V6 gehört, kommt es eben zu dieser Verteilung der Rennen.

 

Soll die V6 ein Hamburger Projekt bleiben, gibt es schon Signale anderer Veranstalter, sie auch einzuführen oder wäre der Idealfall sogar eine bundesweite V6, z.B. an jedem Sonntag auf wechselnden Bahnen?

 

Aktuell ist dies ein Hamburger Projekt. Eine bundesweite Großwette, z.B. eben eine regelmäßige V6 auf wechselnden Bahnen wie von Ihnen vorgeschlagen, würde aber sicher Sinn machen.

 

Anders als Lotto, Quinté+ oder V75 verzichten Sie auf weitere Gewinnränge, so dass stets nur wenige gewinnen, aber die Masse der Wetter verlieren wird. Reicht die Hoffnung auf den für Trabrennsportverhältnisse großen Gewinn aus, um dauerhaft Umsatz zu generieren?

 

Meiner Meinung nach ist der Topf nach aktuellem Stand (noch) zu klein, um ihn aufzusplitten und somit zu verwässern. Der Anreiz auf eine hohe Auszahlung lässt die Leute Lotto spielen oder die Quintè+ bzw. eine große V-Wette in Schweden machen, nicht die Chance auf Trostpreise.

 

Ein vorübergehender Hamburger V6-Boom in den 1980-Jahren mit wochenlangen 25.000 DM-Jackpots endete letztlich mit Umsätzen, die gegen null tendierten und zur Einstellung der Wettart führten. Das wird diesmal anders sein, weil....

 

…man heute und damals nicht vergleichen und man jetzt im Gegensatz zu früher auch außerhalb der Rennbahn eine V6 spielen kann, der Anreiz also bundesweit geschaffen wird. Wir sind uns dabei bewusst, dass die V6-Wette natürlich kein Allheilmittel ist, aber eben eine große Chance darstellt. Und mit dieser Chance werden wir sehr sorgsam umgehen. Zum Beispiel wie dargestellt bei der Auswahl der Rennen wie am nächsten Renntag. Oder, wie schon am letzten Renntag mit der V5 geschehen, durch regelmäßige Bekanntgabe, wie viele Scheine noch in der Wette sind, wenn etwa nach den ersten drei Rennen zweimal ein „Krummer“ gewonnen hat. Dazu die Umstellung der Nichtstarterregelung, wenn die oft kritisierte Tendenzreihe einfach vom Totofavoriten abgelöst wird. Lauter Kleinigkeiten, die aber in ihrer Summe zeigen, dass wir dieses Produkt und natürlich unsere Kunden ernst nehmen.

 

Danke für diese Ausführungen. Traber-Deutschland wird Sonntag nach Hamburg schauen, wir wünschen Ihnen viel Erfolg.

 


"Ich freue mich wie ein Kind"

Seit Jahren geht Silberhelm Thorsten Tietz in den Wintermonaten mit einigen Pferden nach Schweden und hat dort in der Vergangenheit beachtliche Erfolge erzielt, doch diesmal scheint das Vorhaben eine neue Dimension anzunehmen. Gerüchte und Spekulationen machen die Runde, zuletzt hieß es hinter vorgehaltener Hand sogar, der Standort Deutschland werde komplett aufgelöst. Höchste Zeit für TrabInside nachzufragen.

 

Martin Fink sprach mit Thorsten Tietz auf der Rückfahrt vom St. Leger.

TrabInside: Die Gerüchteküche brodelt. Es scheint für viele ausgemachte Sache zu sein, dass Thorsten Tietz Deutschland den Rücken kehrt.

 

Thorsten Tietz: Das ist natürlich Unsinn. Richtig ist, dass am 1. Oktober der Teilumzug nach Schweden vollzogen wird. Das war in den letzten Jahren genauso, diesmal wird allerdings der Umfang etwas größer sein.

 

Das heißt konkret?

 

Es werden 18-20 Pferde nach Sala, ca. 100 km nördlich von Stockholm beordert. Wir haben ein ideales Quartier gefunden, sowohl in Bezug auf die Arbeitsbedingungen wie auch logistisch. Allein im Umkreis von 100 km liegen nicht nur Solvalla, sondern fünf weitere Rennbahnen wie z.B. Eskilstuna, Gävle oder Romme.

 

Um welche Pferde handelt es sich?

 

In erster Linie um die Gewinnreicheren. Es ist zwar ein Luxusproblem, aber davon stehen bei mir im Stall einfach zu viele, die derzeit in Deutschland nicht vernünftig eingesetzt werden können. Entweder fallen Rennen mangels Beteiligung aus oder aber ich müsste drei, manchmal sogar vier Pferde aus dem eigenen Stall angeben, damit die Pferde überhaupt mal laufen können. Das beträfe beispielsweise Klassepferde wie Abano H, Dreambreaker, Dimitri W. Eden, Fiobano, Stan Libuda, Spicy A. usw. Mehrere davon in einem Rennen hieße zwangsläufig, dass einige sich mit einem kleinen dreistelligen Preisgeld begnügen müssten, davon sind die Besitzer naturgemäß nicht begeistert.

 

Sind sie es von dem Umzug, oder mussten sie erst überzeugt werden?

 

Die Besitzer stehen voll hinter dem Plan, zumal in Schweden demnächst weitere Rennpreiserhöhungen vorgenommen werden und eben prinzipiell, das ist nun einmal so, ganz andere Startmöglichkeiten bestehen. Einer Mon Etoile traue ich ohne weiteres zu, bei den besten Stuten des Jahrgangs mitzumischen, und die drei am Sonntag mit Dennis Spangenberg siegreichen Stuten der Ecurie Smart sind ja sogar schwedische Inländer.

 

Apropos Spangenberg, der ja auch schon in Schweden tätig war: Wie ist intern die Aufgabenverteilung?

 

Ich gehe mit Liza Marlow, die die Pferde in Schweden schon mehrfach betreut hat, und zwei weiteren Mitarbeitern am 1. Oktober dorthin. Der hiesige Stall wird von Dennis Spangenberg, Thomas Panschow und Matthieu Hegewald weitergeführt. Allesamt Leute, die das Traberhandwerk verstehen und auf die ich mich zu einhundert Prozent verlassen kann. Ich selbst werde zum Teil auch zwischen Schweden und Deutschland pendeln und ab 1. Januar wieder komplett vor Ort sein. Dennis wechselt dann nach Schweden. Das Projekt ist bis 15. März geplant, dann kommen die Zweijährigen, die derzeit im Westen von Gerd Steinhaus an den Ernst des Lebens herangeführt werden, nach Berlin.

 

Das hört sich spannend und durchdacht an. Doch die beiden Berliner Rennvereine werden es ein wenig wie zuweilen die englische Königin halten: Sie werden „not amused“ sein.

 

Das ist so, und das ist auch verständlich, aber den Verantwortlichen habe ich früh reinen Wein eingeschenkt. Und vielleicht muss auch über den Moment hinaus gedacht werden. Sollten einzelne oder alle Pferde in Schweden gut zurechtkommen und entsprechend verdienen, werden die Besitzer weiter investieren, was auch der hiesigen Szene wieder zugutekommt. Letztlich gilt auch für die Besitzer: Sie freuen sich auf das, was kommt, aber niemand will Deutschland den Rücken kehren.

 

Gibt es überhaupt etwas, das die Euphorie dämpfen könnte? 

 

Der schwedische Winter ist natürlich mitunter hart, auf den könnte ich verzichten aber ansonsten freue ich mich wie ein Kind auf die kommenden Monate.




 Das Magazin für den Trabrennsport

TRAB-INSIDE ist das einzige Magazin für den Trabrennsport. Die erste, durchgängig farbige Print-Ausgabe erschien am Donnerstag, den 24. September 2015 anlässlich der Rennveranstaltung in Hamburg-Bahrenfeld und war danach während des Breeders Crown-Meetings in Berlin-Mariendorf sowie bei den nachfolgenden deutschen Trabrennveranstaltungen ebenfalls gratis erhältlich .

TrabInside kann kostengünstig für 19,50 € (4 Ausgaben jährlich inkl. Versand im Inland) abonniert werden, der Bezug im Ausland kostet 30 €.

Wer wir sind

Wir, das sind drei engagierte Trabrennsport-Journalisten und Rennkommentatoren:

Carsten Borck, Martin Fink, Jan Kahlert.

Alle seit "ewigen Zeiten" in verschiedenen Funktionen diesem faszinierenden Sport verbunden. Und alle motiviert, das auch weiterhin zu bleiben.

Was wir leisten

Was wir leisten wollen, ist die Herausgabe eines vierteljährlich erscheinenden Print-Magazins. Farbig und mit Stories, Fotos, Hintergründen. Und dazwischen das Füllen dieser website mit Meldungen, Videos, Tipps u.v.m.

Kontakt

info@trab-inside.de


Wir lieben, was wir tun