Hinweise auf interessante Starter und Veranstaltungen im In- und Ausland der kommenden Tage:

Donnerstag, Enghien - Kann Halva von Haithabu (Gabriele Gelormini) in einem überschaubaren Course E die endlos lange Zielgerade? Orkan von Haithabu (G.G.) im Gruppe III über den langen Weg gegen starke Franzosen - City Guide (Erwin Bot) im Course A Riesenaußenseiter - Donnerstag, Solvalla - Am Mittag Payet D.E. (Klaus Kern) - Donnerstag, Aby - Gipsy Eyes (Joakim Lövgren) und Ofelia O.E. (Johan Untersteiner) für deutsche Interessen - Freitag, Gävle - Avena Jet (Sybille Tinter) diesmal wieder vor dem Sulky und auf der Sprintstrecke vor nicht unlösbarer Aufgabe - Freitag, Odense - Hamburgs Star Larsson (Heiner Christiansen) vor neuem Sieg? - Freitag, Kalmar - Habo-Schützlinge Volare Gar (Kim Eriksson) und die Stutenderby-Kandidatinnen Night Fever Bo und Naomi Bo (Jörgen Sjunnesson) in der V4 - Sonnabend, Aby - Gruppe I-Aby Stora Pris über 3.140 Meter - Sonntag, Mönchengladbach - 13 vollbesetzte Rennen ab 13.30 Uhr - Sonntag, Bahrenfeld - Zehn Rennen am Zusatzrenntag ab 14.00 Uhr


Die Mai-Ausgabe ist erschienen und an die Abonnenten versandt worden und ist außerdem auf den Rennbahnen Berlin-Mariendorf, Dinslaken, Gelsenkirchen und Hamburg  erhältlich.


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Hohe Strafen für Guelpa und Martens

Vorläufiger Lizenzentzug für Christophe Martens und Junior Guelpa.


Die Rennleitung hatte ein Fahrverbot ausgesprochen (4 Tage, Martens, Guelpa 8 Tage) und die Aufsichtsorganisation gebeten diese Sanktion auszuweiten, weil das schuldhafte Verhalten beider Fahrer  (gegenseitige Behinderung, siehe Beitrag darunter) eine härtere Sanktion erfordern würde.

Die Kommissare in Paris sind dem gefolgt und haben am 21. Juli beschlossen, den Vorfall umfassend zu untersuchen. Dies sei angesichts der Umstände des Falles und im Hinblick auf Artikel 96 1 TRO, dann möglich, wenn die Umstände dies rechtfertigen - insbesondere angesichts der Schwere der gegen die betroffene Person behaupteten Handlungen und des daraus resultierende Schadens für den Trabrennsport.

In diesen Fällen kann jederzeit während des Disziplinarverfahrens ein Lizenzentzug als Vorsichtsmaßnahme ausgesprochen werden. Da bedeutet:  Aussetzung der Genehmigungen zu Trainieren oder Pferde im Rennen zu Fahren oder zu Reiten und zwar für beide Beteiligten. Da Entscheidungen erst mit Zustellung an die Betroffenen und Veröffentlichung im Bulletin wirksam werden, tritt die Entscheidung heute am 30 Juli in kraft. 
Die definitive Entscheidung steht aus. Bis zum Urteil bleiben beide ohne Lizenz.


PMU will Wettern Verluste erstatten

update vom 23.07.2020:

Constantin Garreau ist rasch zurückgerudert „worden“.
Die Diskussion in den einschlägigen Foren hat die Dimension einer solchen Entscheidung an die Oberfläche gebracht. Der Run auf die Papierkörbe war wohl zu groß. Die PMU klassifiziert den Vorgang nun so:

1. Nur Mitteilungen die von der PMU offiziell bestätigt werden haben Gültigkeit.
2. Constantin Garreau schreibt bei Twitter @co_garreau: Dieser personelle Tweet ist meine persönliche Auffassung. Da ist etwas schief gelaufen. Ich bitte die entstandene Konfusion, die mein Tweet ausgelöst hat, zu entschuldigen.

Gemeint ist die Mitteilung vom 21.Juli 11:07 : "Behalten Sie ihre Wettscheine, sie sind erforderlich, um eine Rückerstattung zu gewährleisten. Es braucht etwas Zeit, um die technische Machbarkeit zu prüfen."

Renntechnisch wird die große Kommission der Kommissare den Vorfall noch einmal prüfen. Vermutlich werden die Sanktionen gegen die Beteiligten, vor allem Junior Guelpa, noch einmal einer neuen Bewertung unterzogen.

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Unser Frankreich-Korrespondent hatte zuvor berichtet (21.07.2020):

Die PMU arbeitet an einem Erstattungsverfahren für Wetter, deren Pferde im Rennen offensichtlich behindert worden sind und dadurch um eine bessere Plazierung gebracht wurden.

Das ist passiert:
In der Quarté Regional in Hyères (20.07.) wurde Chili des Bordes (Junior Guelpa)in der Schlußrunde von 18:10-Favorit Marcelle Wibb (Christophe Martens) hart bedrängt und verfiel in Galopp. Junior war über die Art der Attacke erbost und nahm sein Pferd nicht aus dem Rennen, sondern verfolgte im Galopp Marcelle Wibb. Der wurde in der Zielgerade stückweise in die Ausweichspur gedrängt und konnte sich nicht völlig entfalten. Davon profitierte Crazy Charm, der das Rennen gewann. Marcello Wibb (II.) war in diesem Rennen mit 100.000€ Einsatz im Simple des Festnetzes gespielt worden.

Die Kommissare auf der Bahn haben ihre Strafgewalt ausgeschöpft und hielten den Vorfall für so bedeutend, dass sie ihn mit der Bitte um Strafverschärfung an die Pariser Kommissare weiterleiteten. Die zwei Tage Fahrverbot wurden dort prompt auf vier (Martens) bzw. acht (Guelpa) erhöht.

Auch wenn die Selbstjustiz nicht alltäglich ist, so haben wir all dies schon überall mal erlebt. Insoweit stellt der Vorfall nichts sonderlich Aufregendes dar. Interessant ist dagegen, dass die PMU das Thema aufgegriffen hat.

Der Digital Direktor der PMU, Constantin Garreau, teilte über Twitter mit, dass ein Weg gesucht würde, um die Wetter des behinderten Pferdes zu entschädigen und die Einsätze zurückzuzahlen. Dass die PMU eine validierte und ausgezahlte Zielankunft in dieser Weise behandeln will, ist außergewöhnlich. Es wurde ausdrücklich dazu aufgerufen, die
Wettscheine zu behalten, damit eine Rückzahlung erfolgen kann. Für die elektronisch getätigten Wetten via MyPMU sicher kein Problem, für alle anderen wird es schwierig. Über das Prozedere wird im Laufe des Tages noch entschieden werden.

Ein Schritt in Richtung Fairneß für die Turfisten, der sicher Anklang finden wird.

Über die weiße Zone nach dem Start, in der Gangartfehler nicht beachtet werden sollen, kann man streiten, über eine Entschädigung der Wetter, die so um ihr Geld gebracht wurden, sicher nicht. Das ist ein Novum. Ausnahmen bestätigen die Regeln, aber manchmal sind Ausnahmen auch Vorboten neuer Regeln. Diese gehen in eine bedeutsame Richtung.


Leitender Propulsion-Ermittler gefeuert

(10.07.20) Wie das schwedische Aftonbladet berichtet, wurde Steen Morten Johansson vom schwedischen Verwaltungsrat am Dienstag entlassen. Er leitete die Ermittlungen im Fall Propulsion als Chef der Abteilung Sicherheit und Ermittlungen bei Svens Travsport. 


Wie in den widersprüchlichen Erklärungen zu lesen ist, behauptet Johansson, der Verband wolle ihn zum Sündenbock machen. Auf der Webseite ist zu lesen: “er glaube, seine Entlassung sei darauf zurückzuführen, dass Svenks Travsport direkt Einfluss auf die Ermittlung nehmen wolle“. Er fühle sich gegängelt und in seiner Glaubwürdigkeit beschädigt. Es sei der Versuch, ihm die Schuld für das Ergebnis seiner Vorermittlungen zu geben. Im letzten Jahr hatte Johansen einen Hinweis vom Norwegischen Verband erhalten, dass Propulsion einem Nervenschnitt unterzogen wurde und darauf hin habe er eine Untersuchung eingeleitet. Der Tierarzt Sune Hansen habe festgestellt, „dass Propulsion auf Schmerzen in allen vier Beinen reagierte“.

Bevor Propulsion am 7. Oktober 2015 zum ersten Mal in Europa an den Start kam, war der schwedische Verband im Besitz des Dokumentes, das den Eingriff belegte. Propulsion hätte also gar nicht starten dürfen. In der Folge gewann über 3 Millionen €.

Maria Croon, Chefin von Svens Travsport, bestätige die Entlassung und erklärte: „ Wir haben unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Untersuchung durchgeführt werden soll und welche Folgen sich daraus für die Zukunft ergeben. In einer so wichtigen Frage ist gegenseitiges Vertrauen und eine konsequente Sichtweise erforderlich. Diese Basis war nicht mehr vorhanden. Es war daher besser, getrennte Wege zu gehen. Seine Mission ist beendet.“

Es sei auch nicht richtig, dass der Verband Johansson die Schuld gegeben hätte. Die Untersuchung sei noch gar nicht abgeschlossen. Es gehe darum, die Objektivität zu wahren.

Johansson hat gegenüber Aftonbladet erklär, Croos habe ihn gebeten, einen Brief zu unterschreiben, in dem er erklären sollte, beide Seiten hätten sich einvernehmlich getrennt. Er habe das abgelehnt und gesagt: „ Sie können sagen, was sie wollen, aber wenn mich jemand fragt, werde ich die Wahrheit sagen.“

"Ich denke, es ist richtig und wichtig, meine Version öffentlich zu machen, auch wenn ich augenblicklich nicht auf alle Details eingehen kann. Mein Anwalt hat mich gebeten mich zurückzuhalten, aber es geht um meine Glaubwürdigkeit."

 

Glaubwürdigkeit ist sicher das, was nun wieder hergestellt werden muss.


Trainerstimmen zu neuen Ideen in Frankreich

(09.07.2020) Eine Woche nach dem Beschluss der Traberkonferenz hat die Paris Turf  Jean-Michel Bazire und Matthieu Abrivard gebeten, auf einige Themen dieser Konferenzen zu reagieren. Dies ist eine gekürzte, freie Übersetzung.

Startmöglichkeit für den/die besten Wallach(e) via Qualifikation für den Prix d'Amérique durch die vier „B“.
- JMB:
 Ich habe mich immer für die Teilnahme von Wallachen am Prix d'Amérique ausgesprochen. Warum sollte man sich der Anwesenheit der besten Pferde des Augenblicks berauben, wenn dies eine intensivere Show und vor allem eine Steigerung des Umsatzes ermöglicht? Wer sich in den Vorlaufrennen qualifiziert hat seinen Platz im PDA  nicht gestohlen.

- Matthieu Abrivard:
Ich war Teil der Kommission, die diese Möglichkeit untersucht hat. Es muss alles getan werden, um Ereignisse zu schaffen, die diesen Namen verdienen, und um die Show zu verbessern. Wenn wir in der Lage gewesen wären, an einem Wettkampf  „Général du Pommeau-Général du Lupin“  oder  „Rapide Lebel-Ready Cash“  oder aktueller  „Cleangame-Face Time Bourbon“ teilzunehmen, hätten die Wetter es wohl geschätzt.

Der Trainer muss nun seine Einschätzung mit Smileys zum Ausdruck bringen, wenn er die Starter deklariert.
- JMB:
Auch wenn ich normalerweise in meiner Dienstagsspalte die Pferde ankündige, sehe ich bei der Starterangabe nicht die Nützlichkeit von Smileys. Wir tun bereits viel, um den Wetter aufzuklären, aber wir dürfen nicht über Bord gehen.

- MA:
Es ist ein zweischneidiges Schwert und ein kleiner Bruch. Es gibt Trainer, die immer sehr optimistisch sind, andere sind Pessimisten von Natur aus, während einige eher abergläubisch  sind. Trotz Treu und Glauben wird es zwingend Fehler in der Einschätzung geben.

Fehlstarts
- JMB:
In 75% der Fälle sind Fehlstarts auf einen Beurteilungsfehler des Fahrers oder des Jockeys zurückzuführen. Zugegeben, es gibt manchmal ein Pferdeproblem, aber es ist ziemlich selten.

- MA:
Bei kleinen Startrackets (Ort an dem die Pferde drehen bevor der Starter die Piste freigibt) ist das Risiko eines Fehlstarts größer. Die erste Kurve kommt manchmal sehr schnell, jeder möchte schnell einen guten Platz einnehmen und es ist manchmal hart umkämpft . Manchmal kann die Verwendung des Autostarts Vorfälle reduzieren. Es ist auch notwendig, dass alle Starter respektiert werden. Wenn Sie wissen, dass es „Null Toleranz“ ist, achten Sie mehr darauf.

Beleuchtung der großen Bahn von Vincennes
- JMB:
Ich nehme an, es wurden Studien durchgeführt. Wenn sich herausstellt, dass die Einsätze auf der Hauptstrecke besser sind, laufen wir häufiger auf den selektiven Strecken von Vincennes. Die Regeln haben sich immer geändert und jedes Mal haben wir uns angepasst.

- MA:
Es ist unbedingt erforderlich, die Umsätze zu verbessern, und natürlich sind sie während der auf der großen Strecke ausgetragenen Wettbewerbe besser.  Für uns Fahrer wird sich nicht viel ändern.


Brain-Storming in Frankreich

(08.07.2020) Was im letzten Jahr in Mariendorf als Ideen-Wettbewerb durchgeführt wurde, gab es in größerem Stil nun auch in Frankreich. Unser Korrespondent berichtet:

 

Das Traber Komitee
Am vergangenen Mittwoch traf sich das Komitee LeTrot auf dem Soisy-Plateau in Enghien. Die ursprünglich für den 3. April in Vincennes geplante Veranstaltung war wegen Covid 19 auf den 1. Juli verschoben worden. Es drehte sich überwiegend um die Vorschläge die in einer breiten Umfrage ermittelt worden waren.

2757 Teilnehmer: Turfisten, Trainer, Fahrer oder Jockeys, Besitzer oder Züchter, Branchenfremde,Rennfirmen, Journalisten und andere trugen zur Konferenz bei, insgesamt wurden 26087 Beiträge eingebracht. Das kann sich schon mal sehen lassen.


Die Schwerpunkte
Rennprogramm, Wettangebot, Rennveranstaltung, Kodex und die Vorschriften.


Eine erste Auswertung
1. Die Organisatoren möchten, nach den Worten des Präsidenten Jean-Pierre Barjon, dass der Prix d’Amerique künftig die aktuell besten Pferde präsentieren kann. Dazu gehören auch Wallache, die traditionell ausgeschlossen sind. Dazu muss das Qualifikationssystem geändert werden.
2. La Grande Piste de Vincennes soll mit einer Lichtanlage ausgestattet werden, damit die Rennen in Vincennes später beginnen können (zwischen 16 - 18 Uhr liegen die Umsatzspitzen). Man hofft, gestützt auf die Auswertung der Umsätze, Steigerungen durch Optimierung des Zeitfaktors.
3. Gruppe Rennen sollen vermehr auf das Wochenende gelegt werden, um ihre Stellung im Angebot und als Umsatzträger zu verbessern. Wie überall zu sehen ist lassen sich dadurch die Wetteinsätze steigern.
4. Kommunikation und Transparenz unter Fachleuten haben zugenommen. Zur Starterangabe sollen Information zur Einschätzung vermittelt werden. Darüber hinaus können die Trainer optional auf Wunsch genaue Informationen zu ihrer Einschätzung und den Chancen übermitteln. Die Rennleitung soll - ähnlich wie z.B. In Neuseeland oder Australien - die Profis um Erklärungen bitten, wenn die Favoriten ausfallen oder unter Form laufen.
5. Um neue Investoren zu finden, möchte Le Trot eine Datenbank mit zum Verkauf stehenden Pferden erstellen. Diese Information wird zu den Qualifikation oder/und in den Rennprogrammen zur Verfügung stehen.
6. Damit der Trabrennsport besser gefördert werden kann, soll entsprechendes Bildmaterial Label frei (Bilder und Filmmaterial) und kostenfrei bereitgestellt werden, um eine breite Streuung in den sozialen Medien und auf anderen Medienseiten zu ermöglichen.
7. Rennen mit Autostart sollen vermehrt ausgeschrieben werden. Eine Erhöhung der Anzahl der mit Autostart gestarteten Rennen auf bis zu 20% aller Rennen gilt als erste Zielmarke. Die Bänderstarts bedürfen einer Optimierung, um Fehlstarts zu vermeiden.

8. Fairness und Ethik: Die Entwicklung in Sachen Peitschengebrauch ist positiv. Die Stewards sollen aber Eingriffsmöglichkeiten erhalten, um Entwicklungen im Rennverlauf (Spurverbreiterungen, Einbunkern und Ähnliches) sanktionieren zu können, wenn dadurch andere Teilnehmer behindert werden.
9. Unmittelbar nach dem Start soll eine weiße Zone eingerichtet werden in der das Angaloppieren oder unreine Gangart noch nicht sanktioniert werden soll. Das geht in Richtung der Wetter, die sich oft nach 50 Meter schon aller Illusionen beraubt fühlen, obwohl das Rennen gerade erst gestartet ist.
10. Es soll eine Berufungskammer geschaffen werden, damit die Aktiven, die eine Entscheidung für ungerechtfertigt halten, eine Überprüfung in Anspruch nehmen können. Gilt nicht für Tatsachenentscheidungen, es sei denn sie verstoßen gegen das Reglement.
11. Rennen über mehrere Vorläufe an einem Tag werden (wieder) eingeführt. Auch Sprintrennen (200-400 m) sind denkbar. Ebenso Duellwettbewerbe.

12. Der GNT soll leicht modifiziert werden. Pro Region soll eine Etappe stattfinden. Auch die Urlaubszeit wird einbezogen. Die entsprechenden Regionen werden modifiziert.


Einige Stimmen aus der Konferenz :
"Wir sind jetzt verantwortlich, es geht darum, Ergebnisse zu liefern.“
(Jean-Pierre Barjon, Präsident )
"Es kann heute keine Manipulation geben, wenn ein positiver Fall vorliegt. Jeder von unserem Labor festgestellte positive Fall wird von den Kommissaren der Mutterunternehmen bestraft." (Guillaume Maupas, Technischer Direktor)
"Es liegt an uns Fachleuten, sich der Öffentlichkeit zu öffnen." (Jean-Philippe Mary,
Präsident der Programmkommission)
"Der Glaube, dass der freie Eintritt zu den Rennen die Umsätze erhöht, ist eine falsche Idee." (Pierre Préaud, Nationalsekretär der FNCH: )
"Wir ermutigen die Spieler zu wetten. Es ist auch gut, ihnen den Grund für ihr Scheitern anzugeben." (Pierre Belloche, Trab-Administrator)
Das Schlusswort des Präsidenten:
"Ich werde Ihnen ein Geheimnis verraten: Wir haben Ihnen kaum die Hälfte von dem erzählt, was wir in unseren Schultaschen haben, und vielleicht 10% von dem, was wir vorhaben“ (Jean-Pierre Barjon)


Take home: Zukunft lässt sich gestalten – auch in Deutschland.


Frankreich-News in Kürze

(26.06.20) Unser Frankreich-Korrespondent hat interessante News zusammengefasst, die wir hier präsentieren:

 

Streik im Bereich der Publikationen des Rennsports

 

Die Publikationen im Rennsportbereich haben sich zu einem harten Streik entschlossen. Seit dem 22. Juni geht nichts mehr. . Die Gruppe Paris-Turf (Paris-Turf, Tiercé Magazine, Paris Courses, Bilto, WeekEnd) liefert aktuell nichts. Keine Interviews, keine Videos, keine digitalen Ausgaben, kein Druck. Das schlägt sich auch in den Umsätzen nieder. Es geht um den Verkauf der Gruppe. Auch Geny Courses kann keine Voraussagen, Videos oder Interviews bringen. Die Dauer ist noch ungewiss.

 

 

 

Wechsel an der Spitze der PMU

 

Der Präsident des PMU-Verwaltungsrates, Bertrand Meheut, ist ausgeschieden. Vor zwei Jahren hat die PMU-Generalversammlung beschlossen, die Funktionen des Präsidenten des Verwaltungsrates und des Generaldirektors der GIE PMU zu trennen. Damals hieß es, dies "ermöglichte es der PMU, besser auf die strategischen und eigenen Herausforderungen zu reagieren." Bertrand Meheut hatte daher keine operative Rolle, hat aber die Strategie der PMU Hand in Hand mit Cyril Linette ausgerichtet. Philippe Augier ist neuer Vorsitzender des PMU-Verwaltungsrates und tritt seine Nachfolge an. Der Bürgermeister von Deauville ist von den beteiligten Ministerien und den Präsidenten der Mutterunternehmen /LeTrot, France Galopp) favorisiert worden und  hat das einstimmige Veto der Generalversammlung erhalten.

 

 

 

Das Sparen geht weiter

 

Die PMU hat die Zusammenarbeit mit der FFF ( Französischer Fußballverband) im gegenseitigen Einvernehmen zwei Jahre vor Vertragsende aufgelöst. Sie dürfte im nächsten Jahr auslaufen. Die PMU hatte 2014 einen Vertrag mit der Fédération Française de Football geschlossen, der bis 2023 dauern sollte. Es war die Nachfolge der Verträge mit der Tour de France (1991 bis 2014). Linette hat nun den ersten möglichen Ausstiegstermin (2023) um zwei Jahre verkürzen können. Nach der Europameisterschaft ist also Schluss. Das war nicht billig, aber billiger als weitermachen, zumal die Sportwetten in der PMU sehr umstritten sind. 

 

 

 

PMU verurteilt.

 

Das Urteil in Sachen unlauterer Wettbewerb ist eindeutig: Die PMU hat geschummelt. Betclic und Zeturf hatten die Wettbewerbsbehörde im Dezember 2017 angerufen.  Im Fokus steht die Annahme von Wetten auf bestimmte ausländische Rennen, mit fünf Partnern in Südafrika, Irland und Amerika auf Wetten in Norwegen und Schweden. Und dies durch Bündelung der Wetten, die im physischen Netzwerk angeboten wurden. Die Wettbewerbsbehörde hat diese Praxis als „ernst“ eingestuft und die PMU mit einer Geldstrafe von 900.000 € belegt, „weil sie ihre Verpflichtung, die Massen von hart und Internet zu trennen“, nicht eingehalten hat.

 

 

PMU Entwicklung positiv

 

Während der Corona-Ausgangsbeschränkungen und dem Rennverbot waren die Umsätze der PMU auf 10% der ansonsten getätigten Umsätze gefallen. Unmittelbar nach dem 11. Mai stiegen die Umsätze auf 50% (Vergleichszahl 2019). Inzwischen ist ein Niveau von 93% v. 100 erreicht. Das ist ein erfreuliches Ergebnis.

 

Die Investitionen in der Größenordnung von 15 Mio. € im Verlauf der letzten vier Wochen, um die Vermittler und Annahmestellen zu motivieren (Provisionen sind verdoppelt worden), scheinen sich auszuzahlen. Der Kundenstamm hat sich also mobilisiert. In der Region Paris hemmen die Vorschriften insbesondere die "CHR" (Cafés, Hotels, Restaurants) an der Wiedereröffnung. Sie brauchen Zeit, um sich zu organisieren. Die Sicherheitsvorschriften gelten ja nicht nur für die Betreiber, sondern vor allem für dir Kunden. Die GNT Etappe zum Beispiel brachte allein im physischen Netzwerk der PMU 5,2 Millionen Euro Umsatz, gegenüber 7,2 Mio. € im letzten Jahr (oder -28%). Das sind die Fakten. Was bis zum Jahresende aufzuholen ist, bleibt ungewiss.

 

Auch die Internationalen Großwetter (GPI) haben seit der Wiederaufnahme zum 11. Mai ihren Einsatz auf 9,2% gesteigert (Referenzwert 2019: 8,3%). Auch hat sich der Wettkorb in den letzten fünf Wochen von 10€ auf 15€ gesteigert. Vieles hängt von der wirtschaftlichen Entwicklung in Frankreich ab. Die sich abzeichnende Krise wird ihre Spuren hinterlassen.

 

Die Marge der PMU liegt nach einer Aussage von Cyril Linette inzwischen nahe der 0,4 Punkte am Standardniveau. Das ist durchaus beachtlich.

 

 

 

Keine Übertragung des Umsatzes vom Netzwerk ins Internet

 

Das war zu erwarten. Frankreich ist für die Internetwetten immer noch nicht reif. Das bleibt ein hartes Brett zu bohren. Die Kunden springen einfach nicht an. Sie wollen ihre französischen Rennen. Alles andere bleibt zweite oder dritte Wahl. Das physische Netzwerk bleibt der Grundpfeiler der PMU. Die Rennen im Ausland, die nur übers Internet zu bewerten sind, sind offensichtlich kein Angebot, das die Franzosen motivieren kann.

 

Vor Juli ist anscheinend nicht mit einer Publikumsöffnung der Pariser Bahnen zu rechnen. Dann kann man tatsächlich beurteilen, wie sich die Zahlen entwickeln. Alles andere bleibt Spekulation.

 


3 Fragen - 3 Antworten

(13.06.) Henner Christoph, HTZ-Geschäftsführer

 

Donnerstag 13 Rennen in Mönchengladbach, Freitag neun in Karlshorst, Sonnabend elf in Daglfing und Sonntag zwölf in Bahrenfeld. Haben Sie, für Ihre Bahn, aber auch generell, eine Erklärung für diese Starterflut, nachdem überall oft genug Anstrengungen unternommen werden mussten, damit überhaupt ein Programm zustande kam?

 

Dafür gibt es sicher mehrere Gründe. Zum einen haben die Quartiere während der Corona-Pause fleißig weitertrainiert, weil ja auch gerade in der Anfangszeit niemand genau wissen konnte, wann es weitergehen würde. Zum zweiten befinden wir uns in der Jahreszeit, in der seit jeher verstärkt Nachwuchspferde herausgebracht werden. Wir in Hamburg z.B. können am Sonntag erfreulicherweise schon das zweite reine Dreijährigen-Rennen durchführen. Und last not least ist der Zuspruch aus auswärtigen Trainingszentralen derzeit auch besonders hoch.

 

Könnte es darüber hinaus eine Rolle spielen, dass momentan keine zwei Veranstaltungen an einem Tag stattfinden (dürfen), somit jeder Aktive mit jedem Pferd wirklich starten kann, wo und wann er will? Wäre dieses Konzept in Zeiten, in denen sich zunehmend jeder Veranstalter um Moderation oder andere unterhaltsame Maßnahmen zwischen den Rennen bemüht, vielleicht sogar auf Dauer das Richtige?

 

Punkt 1: Das kann durchaus so sein. Hat ein kleiner Besitzer z.B. zwei Pferde, von denen das eine nur rechts und das andere nur links herum laufen soll, kann er an einem Renntag, an dem Hamburg und Berlin veranstalten, eben nur eins davon starten. Das andere wartet auf den nächsten Renntag „seiner“ Bahn, der aber vielleicht erst in zwei Wochen stattfindet. Noch mehr gilt das für einen großen Stall, wo der Trainer sich auch nicht zweiteilen kann und für eine Bahn entscheiden muss, wodurch auf der parallelen zwangsläufig ein halbes Dutzend Pferde fehlen könnten. Punkt 2: In der Tat ist es so, dass im Gegensatz zu früher, als zwischen den Rennen nur das berühmte leere Geläuf gezeigt und man froh war, dass sofort auf die Partnerbahn umgeschaltet wurde, die Veranstaltungen mehr und mehr unterhaltsam und für die Wetter auch informativ präsentiert werden. Da hört man in den Pausen gerne zu. Nebenbei entsteht der Effekt, dass an viel mehr Tagen Trabrennsport stattfindet, als wenn sich alle Veranstalter auf Sonntage und/oder einen besonders beliebten anderen Wochentag konzentrieren, der Sport somit vermehrt in die Köpfe zurückkehrt.

 

V-Wetten boomen wie nie zu vor. Kann das u.U. demnächst zu einer Überhitzung führen, da sowohl das Ausarbeiten anstrengend ist wie auch die regelmäßige Teilnahme ein überdurchschnittliches Budget erfordert, gleichzeitig aber stets nur wenige gewinnen? Würden Sie ein weniger häufiges, dafür strukturiertes bundesweites Angebot interessant finden, bei dem die Erträge unter den Vereinen aufgeteilt würden, oder scheint so etwas aktuell ohnehin nicht machbar? 

 

Darüber gilt es nachzudenken. Allzu viele Wettchancen in kurzer Zeit, und seien sie noch so attraktiv, nagen am Budget des Wetters, denn die Großwetten zeichnen sich nun einmal dadurch aus, dass sie selbst mit manchmal höheren Einsätzen nur schwer zu treffen sind. Eine Zusammenlegung der V-Wetten, z.B. V7 nur am Sonntag und V6 immer an einem bestimmten anderen Tag der Woche, würde es zudem möglich machen, die Wetten besser zu bewerben. So etwas ginge aber nur auf Bahnen, die dieselben Rahmenbedingungen (Einsatz, Gewinnränge) hätten, und es müsste ein Schlüssel gefunden werden, damit z.B. Jackpots wandern könnten. Ich glaube aber, das sollte diskutiert werden, denn man darf durchaus der Meinung sein, dass Umsatzpotenzial in Deutschland vorhanden ist, das z.B. oberhalb von 10.000 Euro pro V7 liegt.


3 Fragen - 3 Antworten

(13.06.) Hermann Leibner, am Donnerstag Rennleitungs-Vorsitzender in Mönchengladbach

 

Die Bestrafung von Robbin Bot in Mönchengladbach (500 Euro/14 Tage Fahrverbot) hat für Aufsehen gesorgt. Wie hat die Rennleitung die Situation beurteilt?

 

Auf der Zielgeraden besitzt Skyfall mit Michael Nimczyk in zweiter Spur einen knappen Vorteil, wird außen in dritter Spur angegriffen von seinem Trainingsgefährten Free Bird mit Robbin Bot. Dabei fällt Free Bird in Galopp. Herr Bot lässt das Pferd in der Spur mitgaloppieren und blockiert damit das hinter Skyfall/Nimczyk liegende Gespann Ennyus Boko/Caroline Aalbers. Frau Aalbers muss ihr Pferd zunächst in die vierte Spur lenken und kommt dennoch dicht an Skyfall/Nimczyk heran.

 

Wie hätte das korrekte Verhalten des Fahrers aussehen müssen?

 

Nach den Bestimmungen der Trabrennordnung (§ 84, Abs. 2d) ist der Ausweisinhaber verpflichtet, 

ein in unvorschriftsmäßiger Gangart gehendes Pferd unverzüglich und ohne Störung, Behinderung oder Gefährdung der anderen Teilnehmer auszuparieren. Das unvorschriftsmäßig gehende Pferd muss ohne Störung, Behinderung oder Gefährdung der anderen Teilnehmer nach außen gesteuert und außerhalb des Feldes auspariert werden.

 

Letzteres natürlich nur dann, wenn hierzu die Möglichkeit besteht. In der vorliegenden Situation bestand sie unzweifelhaft.

 

Die Rennleitung hat gemäß TRO die Möglichkeit, neben dem Verursacher auch alle anderen Pferde eines Trainers zu disqualifizieren, was in diesem Fall den hauchdünn siegreichen Skyfall betroffen hätte. Ist diese Option diskutiert worden?

 

Diese Option wurde diskutiert. Die Disqualifikation ist eine Kann-Bestimung. Wir haben uns für ein empfindliches Ordnungsmittel entschieden.


3 Fragen - 3 Antworten

(12.06.) Jürgen Saalfrank, Geschäftsführer der MTG

Wie von Ihnen angekündigt, wurden die Planungen zum 125. Deutschen Traberderby Anfang Juni konkreter und Sie konnten die erfreuliche Mitteilung machen, dass das um einige Wochen verschobene Meeting auf jeden Fall stattfinden werde. Etwas weicher war die Formulierung bzgl. der Zuschauer, wo Sie auf ein "vielköpfiges Publikum" hoffen. Heißt das, dass evtl. nur eine begrenzte Anzahl zugelassen werden könnte und wenn ja, gibt es schon behördliche Vorstellungen, in welchem Umfang?

 

Die Antwort musste leider so vage ausfallen, da wir es schlicht und ergreifend noch nicht genauer wissen. Die aktuell in Berlin geltenden Verordnungen sind bzgl. unseres Anliegens nicht eindeutig genug und wir stehen in ständigem Kontakt mit den Behörden um zu klären, was möglich ist. Je nach Interpretation und Einordnung des Trabrennsports gibt es in der relevanten Verordnung Regelungen für (i) Veranstaltungen im Profisport, die ohne Zuschauer stattfinden müssen und (ii) Veranstaltungen im Allgemeinen, für die zum Zeitpunkt des Derbys im September bis zu 5.000 Besucher zulässig wären.

Außerdem müssen wir auch dem Rechnung tragen, dass einige Zuschauer die Abstandsregelungen von sich aus und unabhängig von Verordnungen einhalten wollen. Auch diese Gruppe soll sich aber wohlfühlen, wenn sie auf die Bahn kommen darf. Hierzu erarbeiten wir noch Pläne, um den potentiellen Besuchern ein schönes 125. Derby zu ermöglichen.

Die gleiche Unsicherheit besteht übrigens auch bzgl. des Super Trot Cup. Wir beklagen uns in Deutschland ja schon über die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern - der Super Trot Cup ist europäisch gedacht, was die Planung leider noch schwieriger macht. Daher ist eine konkrete Aussage zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, aber wir geben unser Bestes, dass auch länderübergreifender Spitzensport zu sehen ist.

 

Zwei Amateurfahren, die schon Bestandteil des Rennprogramms waren, mussten kürzlich doch noch abgesagt werden. Waren Sie zu optimistisch gewesen, gibt es immer noch täglich nicht vorhersehbare Änderungen im Bereich der Vorschriften und ist dieses Detail inzwischen verlässlich geklärt? Auch am nächsten Renntag (21. Juni) ist -unter Vorbehalt- ein Amateurfahren ausgeschrieben.

 

Ich möchte kurz §7 Abs. 7 der aktuellen SARS-CoV-2-Eindämmungsmaßnahmenverordnung zitieren: „Der Wettkampfbetrieb in kontaktfreien Sportarten im Freien ist zulässig, soweit er im Rahmen eines Nutzungs- und Hygienekonzeptes des jeweiligen Sportfachverbandes stattfindet, welches vorab von der für Sport zuständigen Senatsverwaltung genehmigt wurde.“ Da das Hygienekonzept bereits für den Renntag am 17. Mai genehmigt wurde, war die Lage für den 30. Mai für uns ausreichend eindeutig. Auf den „Hinweis eines besorgten Bürgers“ hin hat uns die zuständige Behörde allerdings explizit darauf hingewiesen, dass die Erlaubnis für den Renntag am 30. Mai für eine Veranstaltung im Profisport erteilt wurde und Amateurrennen daher nicht zulässig sind. Das ist schade, besonders für die Amateure, aber wir veranstalten lieber einen reduzierten Renntag als gar keinen. In unseren aktuellen Gesprächen mit den zuständigen Behörden versuchen wir darzulegen, dass der zitierte Absatz für uns doch zutreffend sein sollte und dann am 21. Juni Amateurrennen durchgeführt werden können. Ich hoffe, dass hier eine Klärung bis zur Starterangabe möglich ist.

 

Die Derby-Auktion wurde mit dem Derby in den September verlegt und Sie haben angekündigt, dass sie auf jeden Fall stattfinden wird. Ohne Zuschauer kann man sich das aber kaum vorstellen. Können Sie uns hier etwas verraten?

 

Zwei Antwortteile: Erstens: Herr Heitmann hat uns vor einigen Wochen mitgeteilt, dass er die Auktion aus gesundheitlichen Gründen abgeben möchte. Wir haben daher in den letzten Wochen geprüft, welche Möglichkeiten bestehen und letztendlich entschieden, die Auktion selbst durchzuführen. In den letzten Tagen wurden die ersten Informationen an Anbieter und Käufer verschickt. Für Anfragen und Informationen erreichen Sie uns per Mail unter auktion@equine-marketing.de. Zweitens: die Auktion wird dieses Jahr in einer Hybrid-Variante durchgeführt, d. h. es wird die Möglichkeit geben, neben ggf. möglichen Geboten vor Ort zeitgleich Gebote über das Internet abzugeben. Wir werden aber keine Online-Auktion wie z.B. bei eBay® anbieten, sondern eine klassische Auktion im eigentlichen Sinne, also mit Auktionator, Hammer und Zuschlag. Kaufinteressenten und Verkäufer werden das „Geschehen vor Ort“ in einem gesonderten Live-Stream ohne zeitlichen Verzug verfolgen und ihre Gebote online abgeben können. Hierfür ist eine entsprechende Registrierung vorab nötig, die wir mit ausreichender zeitlicher Reserve initiieren werden. Sollten Zuschauer im September zugelassen sein, bieten wir mit dieser Auktionsform auch all denen die Chance teilzunehmen, die nicht zur Bahn kommen möchten oder können. Weitere Infos unter http://www.equine-marketing.info


Die Aufregung um Propulsion

(06.06.20) Fakten und Ansichten - von unserem Frankreich-Korrespondenten

 

Das ist passiert:  

Propulsion gewann mit einer Klasseleistung das Elitloppet 2020. Svensk Travsport (ST) untersucht nun, ob Daniel Redéns  Propulsion seines Elitloppet-Sieges beraubt werden soll - und vielleicht mehr als 3,6 Millionen US-Dollar an europäischen Einnahmen -, nachdem ST nicht bemerkt haben will, dass Propulsion vor fünf Jahren einer Operation (Nervenschnitt) unterzogen wurde, obwohl dies in ihren Unterlagen steht.

 

Bevor der Schwedische Traberverband die Karriere eines seiner vielversprechenden jungen Trainer zerstört, hoffe ich, dass er hier die gleichen hohen Standards einhält, die er vor allem bei ausländischen Gästen praktiziert. Franzosen kennen die Melodie und auch die Verfasser. Hoffen wir immerhin, dass dies auch für eigene Fehler gilt. 

Diese Woche, Tage nachdem Daniel Redéns Star Propulsion am Sonntag in Solvalla den Elitloppet gewonnen hatte, kursierte in Schweden die Nachricht, dass der in den USA gezüchtete Sohn (von Muscle Hill - Danae) möglicherweise diesen Sieg verloren hat - oder schlimmer noch: ALLE europäischen Siege -, weil er In den USA einer Operation an den Vorderbeinen (untere Nerven) unterzogen wurde, während er sich in US-Besitz befand.

 

Soviel ist klar:

Pferde, die einer Nervenoperationen dieser Art unterzogen wurden - unabhängig davon, wann diese Prozedur durchgeführt wurde - dürfen nach den strengen schwedischen Regeln nicht am Zucht- und Rennbetrieb teilnehmen. Das gilt für alle der UET angeschlossenen Länder.

 

Schweden wird einerseits für seine strikte Haltung zur Integrität des Rennsports bewundert, andererseits rufen diese Entscheidung unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten immer wieder Empörung hervor. Vor allem die Franzosen fühlen sich betrogen. Oft ist es haarsträubend. 

Eine Untersuchung ist im Gange und die schwedischen Behörden tun sich schwer, der Wahrheit ins Auge zu sehen. Das hinderte die UET Präsidentin Coon nicht daran, vor Abschluss der Untersuchung eine öffentliche Erklärung abzugeben, die eindeutig darauf abstellt, dass der Trainer verantwortlich sei. Persilschein für den Schwedischen Verband. Die Inkompetenz des Verbandes habe ich schon im Fall Souloy beanstandet (Jahrelange haben die Behörden das Kobalt Problem verdrängt und ohne den Hinweis aus Frankreich würden sie noch heute im Dunkeln tappen ) und nun wieder ein Nachweis der Inkompetenz.

 

Das ist nicht hinzunehmen und rechtsstaatlich bedenklich. Wer der Sache auf den Grund geht, wird schnell fündig. Die in Amerika bekannt gewordenen Unterlagen belegen, dass im April 2015 eine solche - in Amerika legale - Operation mittels Laserschnitt durchgeführt wurde. Tony Alaina, der damalige Trainer von Propulsion, hat erklärt, dass Propulsion nach diesem Eingriff in Meadow Land weilte und die Operation natürlich angemeldet und notifiziert wurde. Die USTA sei erst später - um den 18 August 2015 herum - informiert worden. Das wird vom Chief Operating Officer und Registrar der United States Trotting Association (USTA), TC Lane, so bestätigt. 

Propulsion wurde am 2. August 2015 in The Meadow Lands bei den Tattersall Summer Mixed Sale an Reden und Brixon Medical AB für 210 000 $ verkauft. In den Papieren war die Operation (noch) nicht eingetragen. Von Bedeutung ist noch, dass Reden physisch gar nicht anwesend war, sondern der Kauf von Marcus Melander in seinem Auftrag durchgeführt wurde.

 

Es macht überhaupt keinen Sinn, ein Pferd für Schweden zu kaufen, dass dort nicht starten darf. Natürlich weiß Reden, dass ein Pferd nach einer Nervenoperation in Europa aus Zucht- und Rennbetrieb ausscheiden muss. Dieser Eingriff ist in Amerika aber legal unter der Voraussetzung, dass er eingetragen wird. Das  ist auch ein außergewöhnlicher Eingriff  - jedenfalls in Amerika.

 

Propulsion reiste am 20 August über Belgien nach Schweden. Im offiziellen Zertifikat (Ausfuhrbestätigung) ist kein Nervenschnitt vermerkt. Das belegt zumindest , dass Reden offiziell davon keine Kenntnis haben konnte. 

Wer weiter forscht, stößt auf die Aussage des Officer Lane, der nach Kenntnis des Verkaufes die Vorbesitzerin, Brittany Farms, die Propulsion mit anderen (Mavib Katz, Al Lidbfeld und Sam Goldband) zusammen in Besitz hatte, kontaktierte, um die Besitz- und Identifikationsdokumente zu aktualisieren. Zu diesem Zeitpunkt, am 18. August, wurden die USTA-Zulassungsdokumente und auch das Pathway-System aktualisiert und die Nervenoperation eingetragen. 

Officer Lane sagte, die USTA habe am 10. September einen Exportantrag für Propulsion erhalten. Das Exportzertifikat wurde am 14. September ausgefertigt und direkt an Svens Transport übermittelt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste der Verband, dass Propulsion einer Operation unterzogen worden war.

Natürlich gab es auch eine Ankaufsuntersuchung. Die fand am 7. August 2015 statt. Auf der ist vermerkt, dass Propulsion sogenannte Frostflecken an den vorderen Gliedmaßen aufwies. 

Reden gibt an, eine Kopie der aktualisierten Registrierungsbescheinigung nie erhalten zu haben. In seiner Bescheinigung ist der Eingriff noch nicht vermerkt, weil die Eintragung tatsächlich erst später vorgenommen wurde. Bei dieser Sachlage zu verkünden: Der Trainer sei immer verantwortlich (Croon), ist schon mutig. Die korrekten Unterlagen befanden sich in der Hand des schwedischen Verbandes. Propulsion hätte bei korrekter Handhabung nie in Europa starten dürfen. Bevor Propulsion am 7. Oktober 2015 zum ersten Mal in Europa in Solvalla an den Start ging, hatte der schwedische Verband alle Unterlagen vorliegen.

 

Das übersehen zu haben, ist eine Fehlleistung, die ihresgleichen sucht. Dann nach Frankreich falsche Exportbescheinigungen ausgestellt zu haben ist auch kein Kavaliersdelikt. Immerhin nahm Propulsion fünf Mal hintereinander am Elitloppet teil. Genauso oft wurde nicht geprüft, ob er teilnahmeberechtigt ist. 

Svens Transport untersteht dem Landwirtschaftsministerium und hat die Aufgabe, die Integrität des schwedischen Zuchtbuches zu wahren - darf man das auf die leichte Schulter nehmen? 

Nach Aussage von Reden kamen im Juni 2019 zwei Tierärzte zu Reden, um Propulsion zu untersuchen, weil das Gerücht des Nervenschnittes die Runde machte. Die Tierärzte kamen zu dem Ergebnis, dass keine Gefühlsbeeinträchtigung  der Vorderbeine vorliegt. Das ist sicher keine Überraschung. Eine solche Operation trennt die Nerven für etwa zwei Jahre und fast immer wachsen die Nerven nach. Mir sind Fälle bekannt, in denen die Operation wiederholt wurde, weil die Fühligkeit - sprich Lahmheit - wieder auftrat.

 

Am Donnerstag hat der Schwedische Verband entschieden, dass trotz der Kontroverse der Deckschein für Propulsion weiterhin gültig ist und die Nachkommen eingetragen würden, die 2019,2020 und 2021 geboren wurden oder werden.

 

Wie das?

 

ST biegt sich das Recht, wie es ihm passt. Heuchlerisch. Sollte der Verband nunmehr, wie angedeutet, alle Schuld bei Reden abladen, so wäre das das Ende der Glaubwürdigkeit.

 

Was auch immer: Propulsion hat eine solche Behandlung nicht verdient. Es ist ein Champion.

 

 

Die Versager sitzen in den Verbänden. 


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(27.05.) Detlef Orth, sportlicher Leiter in Dinslaken, zum gestrigen Renntag 

Fast 7.500 Euro Umsatz pro Rennen, das gab es abgesehen vom Silvester-Termin schon lange nicht mehr in Dinslaken. Woran liegt dieser bemerkenswerte Aufschwung?

 

Ich konnte mich mit den Zahlen noch gar nicht im Detail befassen, da wir heute schon die Starterangabe für Pfingstmontag durchführen und dort erneut ein tolles, diesmal elf Rennen umfassendes Programm haben werden. Ich denke aber, dass auch bei uns wie schon auf anderen Bahnen die sich aktuell gut entwickelnde Wettvermittlung aus dem Ausland, speziell den USA, eine Rolle spielt und sich positiv bemerkbar macht.

 

Geradezu sensationell und weit herausragend waren die fast 11.000 Euro, die im Trabreiten umgesetzt wurden. Ausgerechnet in der Disziplin, die auf manchen anderen Bahnen eher stiefmütterlich behandelt wird. Haben Sie dafür eine Erklärung?

 

Das Rennen war natürlich mit den grandiosen Pferden Napa Valley und Garry extrem gut und in Anbetracht ihrer Klasse vor allem zuverlässig wettbar, zumal sich Ultra Tivoli als Dritter hinter den beiden ebenfalls im Vorwege stark anbot. Ich denke, da wird der eine oder andere seine Wetten auch mal deutlich höher als sonst üblich geschrieben haben, und in Anbetracht des vergleichsweise geringen Risikos waren die Zweierwette mit 3:1 und die Dreierwette mit 4,5:1 ja sogar noch recht ordentlich bezahlt. Generell freuen wir uns, dass unser Monté-Engagement Früchte trägt. Die teilnehmenden Pferde werden im Schnitt immer besser, andererseits garantiere ich den Besitzern und Trainern bei der Starterangabe auch, dass die Trabreiten selbst mit nur sechs Pferden garantiert stattfinden werden.

 

Gestern überraschten Sie mit Live-Bildern aus dem Stallgelände. Eine eigene Idee oder eine Anregung des Vermarkters?

 

Das hatten wir schon länger vor, es scheiterte aber bislang an unserer dünnen Personaldecke. Gestern konnte ich die Kamera selbst in die Hand nehmen, da es aufgrund der besonderen Corona-Umstände weder Verpflichtungen in unserem Presseraum gab noch Siegerehrungen vorgenommen werden mussten. Ich wollte gerne ein wenig Atmosphäre auf die Bildschirme bringen, habe deswegen auch viel mit Großaufnahmen, z.B. nur Kopfbildern gearbeitet. Das ist, soweit ich den Resonanzen entnehme, schon mal ganz gut gelungen. Und so konnten auch die vielen Anteileigner beim Bürgertraber Ignatz von Herten mit Bildern von ihm dafür entschädigt werden, dass sie nicht wie sonst mit 50 oder 60 Leuten live dabei sein durften, wenn ihr Liebling läuft. Jetzt arbeiten wir an der Tontechnik, denn die teilweise sehr lauten Nebengeräusche in den Paddocks müssen wir noch in den Griff bekommen. Dann werden auch kurze Live-Interviews vor oder nach den Rennen möglich sein.


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(25.05.) German Tote-Geschäftsführer Riko Luiking zu Wettumsätzen aus dem Ausland

 

In der Januar-Ausgabe von TrabInside sprachen Sie über Ihre Bemühungen der Wett-Vermarktung deutscher Rennen im Ausland. Ist die inzwischen angelaufen, und welche Länder sowie hiesige Trabrennbahnen sind schon beteiligt?

 

Es werden über unser System Wetten auf alle Galopp- und Trabrennbahnen akquiriert. Aufgrund des anderen Totosystems in Mariendorf ist hier die Anzahl der Länder jedoch stark begrenzt – Wetten aus den USA, Kanada (UK und Südafrika sind eher Galopp lastig) können auf diese Bahn noch nicht getätigt werden. Die genannten Länder haben entweder bereits mit der Vermittlung begonnen oder werden es in den nächsten Tagen tun.

 

Welche Größenordnung gab es zunächst bzw. kann man in der kurzen Zeit evtl. schon Rückschlüsse auf das vorhandene Umsatz-Potenzial ziehen?

 

Die Größenordnung lässt sich zur Zeit schwer abschätzen, da z.B. MünchenStraubing und Hamburg zu sehr frühen Zeiten begonnen haben und die Partner sich bisher eher im Testbetrieb befunden haben. Die Auslandsumsätze beliefen sich auf bis zu 37.000 Euro (Gelsenkirchen) allein aus USA.

 

Erhalten die Rennbahnen nennenswerte Provisionen oder dient die Maßnahme in erster Linie dem Bemühen, die hiesigen Pools zu stärken, was an sich auch schon positiv wäre?

 

Die Rennbahnen erzielen aus diesen Umsätzen im internationalen Vergleich übliche Erträge. Somit dient diese Maßnahme beiden Zielen – Erträge und stabile Pools.


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(21.05.) HTZ-Geschäftsführer Peter Weihermüller zum Neustart in Bahrenfeld

Die Genehmigung liegt vor, nach fast drei Monaten Pause geht es wieder los in Bahrenfeld. Wie schwer war es, den Neustart zu realisieren?

 

Aus sportlicher Sicht war es nicht allzu schwer, alle wollen wieder dabei sein. Wir hatten zwar die Starterangabe bis Dienstag verlängert, aber vorrangig, weil die schriftliche Genehmigung zur Durchführung dieser vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Leistungsprüfungen noch nicht vorlag und wir hier und da noch das eine oder andere Pferd gut brauchen konnten. Aus organisatorischer Sicht ist so etwas natürlich eine für uns neue Herausforderung, die wir aber aufgrund des erstellten Hygienekonzepts wie zuvor auch die Kollegen auf den anderen Bahnen meistern werden. Leider ist es noch nicht wieder gestattet, Zuschauern oder selbst Besitzern den Zugang zu gestatten, und wir sind auch gezwungen, zu Kontrollzwecken Sicherheitspersonal einzusetzen. Selbst das gewohnte Catering im Aktivenbereich darf noch nicht wieder stattfinden. 

 

Nicht nur das sportliche Programm verdient das Prädikat „Extraklasse“, mit einer V7 und gleich vier Viererwetten betreten Sie wetttechnisch attraktives Neuland. Angst vor ähnlich schwachen Umsätzen, wie sie mit einer Ausnahme seit dem Neustart auf den anderen Bahnen erzielt wurden, haben Sie nicht?

 

In der Tat, die Leistungsprüfungen sind durch die Bank sehr gut, teilweise brillant besetzt. Und natürlich wollen wir dem Ruf der Kundschaft, die an den heimischen Monitoren die gewohnte Übertragungsqualität erwarten darf, nach einem attraktiven Wettangebot weiterhin gerecht werden, wie es z.B. auch schon durch die Senkung der Abzüge in der Sieg- und Platzwette geschehen ist. Bei der V7-Wette mit einer Garantieauszahlung von 10.000 Euro sind wir zuversichtlich, dass dieses Angebot angenommen wird. Die zahlenmäßig starke Besetzung, teilweise extrem ausgeglichen, teilweise aber auch mit möglicherweise sehr gut spielbaren Favoriten, sollten eine ideale Grundlage zum Tüfteln bieten. Wie die vierfache Viererwette angenommen wird, müssen wir sehen. Es ist ein Test, der sich in Anbetracht der Starterzahlen einfach anbot. Und natürlich hoffen wir insgesamt auf einen guten Umsatz, der deutlich höher ausfallen sollte als bei den Veranstaltungen, die andernorts in letzter Zeit wochentags mit vergleichsweise ungünstigen Startzeiten stattfanden. 

 

In Bahrenfeld selbst mussten in den letzten Wochen mehrere Renntage abgesagt werden, die ländlichen Bahnen sind Corona-bedingt in diesem Sommer ein Totalausfall. Beabsichtigen Sie, in den kommenden Wochen oder Monaten weitere Renntermine zu beantragen, möglicherweise sogar, um gezielt der "C-Bahn-Klientel" gerecht zu werden?

 

Natürlich stehen wir vor einer nicht vorhersehbaren Situation. Sonntag ist erst der dritte Bahrenfelder Termin in diesem Jahr und der erste seit dem 1. März. Es treten über 100 Pferde in den Leistungsprüfungen an und weitere fast 30 sind in Qualifikationen und Probeläufen angegeben. Ein gewisses Potenzial ist also vorhanden und das konnte für uns in Zusammenhang mit den diversen nicht stattfindenden C-Bahn-Veranstaltungen nur heißen, dass wir nach zusätzlichen Lösungen suchen mussten. So haben wir bereits den 4. Juni angemeldet (am 7. Juni wäre Rastede mit einem vollen Traberprogramm gewesen) und die ursprünglich für Stove (26. Juli) oder Hooksiel (9. August) reservierten Termine übernommen, weitere konzeptionelle Überlegungen finden gerade statt. Dabei sollte auch eine Rolle spielen, ob und inwieweit „typische C-Bahn-Pferde“ in die Ausschreibungen einbezogen werden können.


Rennbahnsperrung in Frankreich

(19.05.2020) Pferdesport-Frankreich ist erneut Corona-geschockt. Nur eine gute Woche nach Wiederaufnahme des Rennbetriebs wurde das Land diesbezüglich in zwei Zonen geteilt, wie die nebenstehende Grafik darstellt.

Ab Donnerstag finden Pferderennen nur noch in den grünen Zonen statt, alle Bahnen in den roten Zonen dürfen keine Renntage mehr abhalten, auch nicht wie bislang geschehen ohne Publikum. Zu den roten Zonen zählen Ile-de-France, Hauts-de-France, Grand-Est und Bourgogne-Franche-Comté. Anders ausgedrückt: Paris und der gesamte Nordosten, so dass z.B. Longchamp und Auteuil bei den Galoppern bzw. Vincennes und Enghien bei den Trabern, um nur die prominentesten Bahnen zu nennen, Ihre Veranstaltungen auslagern müssen. Für Vincennes (Freitag in Rouen-Mauquenchy) und Enghien (Sonnabend in Laval) ist das bereits geschehen.

Der GNT-Renntag am Mittwoch in Le Croise-Laroche ist dagegen noch nicht betroffen, da die Verordnung erst ab Donnerstag gilt.

 

Die Muttergesellschaften France Galop und LeTrot arbeiten bereits neue Programme für Mai und Juni aus. Sobald eine rote Zone grün wird, dürfen Renn wieder stattfinden. Das ministerielle Dekret wird in den nächsten Tagen veröffentlicht. Die Quelle ist aber verlässlich. Einige Präfekturen wie z.B. Paris haben die Veröffentlichung des Dekrets bereits vorweggenommen, indem sie France Galop und LeTrot gestern Morgen über das Verbot der Rennbahnöffnungen informiert haben.

 

Update 20.05.: Gegenüber dem Vortag hat sich die Lage bereits verschlechtert. Es sind jetzt 32 Departements, die "rot" eingestuft werden, nach zuvor 27. Außerdem gibt es unter den "grünen" 22 mit der (inoffiziellen und deshalb nicht in der Grafik auftauchenden) Farbe "orange", die der Gefährdung unterliegen, kurzfristig "rot" zu werden. 

 

Update 21.05.: Ein Plan zu Rennverlegungen von der roten in die grüne Zone wurde inzwischen für den Zeitraum bis Ende Mai veröffentlicht. Von den großen Bahnen "wandern" Longchamp und Chantilly bei den Galoppern vor allem nach Deauville, Vincennes und Enghien bei den Trabern auf Bahnen, die ebenfalls im weiteren Sinne noch der Nähe zu Paris zugeordnet werden können wie Laval, Mauquenchy oder Le Mans. Extremer sieht es am 25. Mai beim Wechsel von Saint Cloud nach Lyon aus, wenn schon fast 500 Kilometer zwischen beiden Orten liegen. Oder bei den Hindernispferden, wo es z.B. am 26. Mai 800 Kilometer von Auteuil nach Pau zu bewältigen gilt. Das entspricht ziemlich genau der Entfernung zwischen Hamburg und München. 


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(12.05.) Vorstandsmitglied Holger Hülsheger zum Renntag in Mönchengladbach

Ziemlich überraschend hat Mönchengladbach am Wochenende eine Renntagsplanung angekündigt und ist damit die erste westdeutsche Bahn nach der Corona-Zwangspause. Wie kam es dazu, und warum wurde aus Mittwoch dann Donnerstag?

Nachdem sich der Wiedereinstieg überall immer weiter verzögerte und Veranstaltungen nicht durchgeführt werden durften, trat man von Seiten der Aktiven an uns heran, kurzfristig einen Renntag einzuschieben. In Absprache mit Gelsenkirchen und Dinslaken einigten wir uns auf sieben Rennen mit jeweils maximal 10 Startern. Auch von Seiten des HVT gab es keine Einwände. Herr Tell schlug als Termin den 13. Mai vor, da hier die gute Chance bestünde, auch ins PMU-Programm integriert zu werden. Leider gab es kein grünes Licht seitens der Stadt Mönchengladbach für einen Restart vor dem 14. Mai, somit haben wir die Veranstaltung einen Tag nach hinten legen müssen.

 

Es gab Befürchtungen, dass Basis-Rennpreise von 1.000 Euro für eine ordentliche Besetzung nicht ausreichen könnten. Tatsächlich ist das Programm hervorragend ausgefallen. Die Abschlussprüfung mit zahlreichen Top-Pferden hat quasi Zuchtrennen-Charakter. Wie ist das möglich?

Das Programm ist wirklich zum Zungeschnalzen, und hier erkennt man die große Bedeutung des Traberstandorts Mönchengladbach für den gesamten deutschen Trabrennsport. Ein Großteil der deutschen Nachwuchspferde wird in der Nähe vorbereitet, Erwin Bot kommt regelmäßig zum Schnellfahren mit seinen Schützlingen aus Holland. Unsere günstige geografische Nähe zu Holland und Belgien ist ein wichtiges Plus.

Dazu kommt das im Vorjahr erneuerte, sehr griffige Geläuf, das flotte Zeiten möglich macht. Außerdem bieten unsere für eine 1.000 m-Bahn sehr weitläufigen Bögen perfekte Arbeits- und auch Lernbedingungen im Wettkampf insbesondere für die jungen Pferde.

Neben der großen Resonanz in den sieben Rennen sind 27 Pferde alleine für die Feststellungsprüfungen genannt, und man muss kein Prophet sein um zu sagen, dass von denen nicht wenige das Derbywochende in Berlin bereichern werden. Von diesen Pferden profitieren auch andere Standorte in Deutschland. Daher sollte sich jeder bewusst machen, wie wichtig der Erhalt der Trabrennbahn in Mönchengladbach ist.

Die überragend besetzte Abschlussprüfung ist Beleg dieser Fakten, denn die Trainer sind auch bereit, ihre Toppferde für "kleines Geld" antreten zu lassen, um hier Wettkampfpraxis zu sammeln und ihre Cracks für lukrative Aufgaben fit zu machen. Ich freue mich sehr auf das Duell von Broadwell und Halva von Haithabu! Beide Pferde sind echte Eyecatcher, mit zwei Fingern zu fahren und mit einem riesigen Bewegungstalent gesegnet. Auch die anderen Rennen können sich mehr als sehen lassen, sind sehr gut und ausgeglichen besetzt.

 

An die sensationellen Wettumsätze der jüngsten Galopp-Renntage wird man in Mönchengladbach aus vielerlei Gründen nicht herankommen. Bei welchen Beträgen könnte man Donnerstag aber auch in dieser Hinsicht ein positives Fazit ziehen?

Wichtig ist für uns zunächst einmal, dass wir die ganze Veranstaltung gut über die Bühne bekommen. Es ist nicht einfach, so kurzfristig alle üblicherweise notwendigen Funktionen zu besetzen, dazu gibt es noch weitere Aufgaben aufgrund der Hygienevorschriften.

Ich wünsche mir aber, dass alle Anhänger des deutschen Trabrennsports uns durch ihre Wetteinsätze via Internet kräftig unterstützen und sich der sehr positive Trend bei den Galoppern auch bei uns Trabern fortsetzt. Ich bin vorsichtig, aber dennoch optimistisch und hoffe auf 50.000 Euro Umsatz, denn ein Schnitt von 7.000 Euro pro Rennen wäre für unsere Bahn schon sehr erfreulich.


Erinnerungen an Marion Jauß

(04.05.2020) Anruf aus Neritz, Claudia Hafer: „Marion ist verstorben; Du musst was schreiben, das hätte sie sich gewünscht!“

Mit Marion Jauß verstarb am 4. Mai eine ganz Große des deutschen Trabrennsports, doch eines hätte sie sich bestimmt nicht gewünscht: Einen Nachruf voller falscher Lobhudeleien, denn Marion Jauß gehörte zeit ihres 80 Jahre währenden Lebens zum Verein der Anhänger der klaren Ansage. Sie hatte eine direkte Art, die nicht immer jedem gefiel, die sie aber authentisch machte. Und sie brannte für die Pferde, für ihre Pferde und ganz besonders für den Trabrennsport.

Ende November 2019 besuchte ich sie auf ihrem Gestüt in Neritz bei Bad Oldesloe, um – endlich! – eine schon mehrfach verschobene Geschichte über eine Frau zu schreiben, die Trabrennsportgeschichte geschrieben hat. Und noch einmal sprachen wir über Pferde, über Siege, über gute alte Zeiten und auch über mögliche gute Zeiten in der Zukunft. Denn bis zuletzt war der Trabrennsport ein zentraler Bestandteil im Leben von Marion Jauß  - als Besitzerin und als Züchterin. Das Fahren hatte sie da – altersbedingt – längst ad acta gelegt.

So aber war sie zum Sport gekommen. Als Marion Winter (die Initialen MW schmücken noch heute den Besitzerdress) kam die Dressur- und Springreiterin zum Geschirrsport. Im Herbst 1970 gewann sie mit Kalauer ein Gästefahren, und die gebürtige Berlinerin war fortan Feuer und Flamme für den Fahrsport. Ein halbes Jahr nach dem siegreichen Sulkydebut war sie Amateurfahrerin und gewann in der Folge unzählige Rennen und Championate. Auch privat durch die Heirat mit Trabertrainer Gottlieb Jauß wurde die Beziehung zum Sport immer enger. Isabell und Andreas kamen zur Welt, doch das stoppte die Mutter nur zeitweise. Sie fuhr Sieg um Sieg ein und errang zahlreiche Championate. Sie lieferte sich mit den Herren der Schöpfung ebenso packende Duelle um das Championat wie mit ihrer Freundin Rita Drees und gewann etwa am 4. Dezember 1977 in Berlin gleich fünf Rennen. Rund 40 Jahre war sie dann aber zu Hause in Schleswig-Holstein, wo sie den Hof des Komponisten Bert Kaempfert erworben hatte. In Neritz hatten ihre Vierbeiner es besser als im eingemauerten Berlin in der Zeit der zwei deutschen Staaten.

Die kalte war nicht ihre Jahreszeit, denn in ihrer offenen und ehrlichen Art bekannte sie auch im November des letzten Jahres einmal mehr, auf das Frühjahr zu warten: „Im Winter ist der Stall nicht so mein Ding!“ So stieg sie oft genug erst in die Saison ein, wenn die Sonne höher am Himmel stand. Dann aber richtig, so wie sie ohnehin weder Kosten noch Mühen scheute - erstklassiges „Material“ in jeder Hinsicht, doch über alldem – und unter einer zuweilen schroffen Schale verborgen – dominierte ihre Liebe zum Pferd. Wer die rüstigen Rentner wie Eroicus Rex, King Boshoeve oder Bodyguard of Spain auf dem Gestüt Neritz erleben durfte wie ich im vergangenen November, der zweifelte daran nicht.

Am 7. Januar 1993 gewann sie mit Vanessa Ass in Hamburg-Bahrenfeld ihr 1.000 Rennen und durchbrach damit als zweite Amazone auf der Welt – nach Rita Drees - eine Schallmauer. Insgesamt fuhr sie 1.614 Siege ein. Auch schwere Stürze konnten sie nicht daran hindern, immer wieder in den Sulky zu steigen. Mit Courier (foto) erfüllte sie sich 1994 einen lang gehegten Traum: Marion Jauß gewann nach etlichen Anläufen die Deutsche Amateurmeisterschaft. Es folgten glanzvolle Feste zu diesen Anlässen, denn Marion Jauß war auch lebenslustig und einer geselligen Feier wahrlich nicht abgeneigt. Legendär geradezu ihre Championatsfeiern auf dem Gestüt Neritz und auch später dann in Hamburg bei ihrem Lieblingsitaliener. Sie wusste das Leben zu genießen und scherte sich nicht groß darum, was andere über sie dachten. Oft genug lagen Ernst und Spaß dicht beieinander. Als wir 2016 in einer, wie sie zu sagen pflegte, „Kneipe“ zu Abend aßen, die in Wahrheit ein feines italienisches Restaurant war, runzelte sie die Stirn ob einer lärmenden Kinderschar am Nebentisch und stieß begeistert als Mutter mit mir, einem zweifachen Vater, an, als ich sagte: „Ich kann Kinder auch nicht leiden!“ Ob es daran lag oder wohl doch eher ihrer Großzügigkeit geschuldet war, selbstverständlich übernahm sie die „Kneipenrechnung“.

Unterschiedliche Fahrer gewannen für sie das Stutenderby, das quasi ihr Rennen war, denn es ging gleich fünf Mal an eine Stute aus dem Quartier von Marion Jauß. Gilda Newport (Foto unten) gewann für sie 2016, obwohl Trainer Dion Tesselaar sich auch im „offenen“ Derby eine Chance ausgerechnet hatte, doch die Besitzerin hatte sich in ihrer Art durchgesetzt: “Ich möchte lange etwas von meinen Pferden haben.“ Der Traum vom „echten“ Derbysieg wurde weiter geträumt, aber eben nicht auf Kosten der Pferde. Und 2017 war man ganz nah dran, denn ohne eine Galoppade im Einlauf hätte Portland den Traum wohl wahr werden lassen. So aber musste Portland Marion Jauß mit Siegen in Frankreich unter der Obhut von Björn Goop entschädigen. Der schwedische Meister fuhr oft für sie, wie auch alle deutschen Spitzenkräfte, doch während sie bei den Pferden nachsichtig war, analysierte sie Fahrfehler der Piloten gnadenlos und oft genug auch mit deutlichen Ausdrücken.

Seit 2004 betreut Dirk Hafer den Rennstall des Gestütes Neritz, und Marion Jauß wusste ganz genau, was sie an ihm hatte. Sie durchschaute die Menschen mehr, als es sich manche vorstellen konnten, und hatte ein Gespür dafür, wer nur freundlich zu ihr war, weil er von ihrem Kontostand gehört hatte und wer es hingegen ehrlich mit ihr meinte. Gemeinsam besprachen die beiden die Planungen für die Rennen und tauschten sich auch über die Zucht aus. Der einst zum Spitzenkurs von 220.000 EUR auf der Berliner Auktion erworbene Baltimore As, der als Rennpferd viel Freude gemacht hatte, bekam als eigener Deckhengst seine Chancen und etwa Stutenderby-Siegerin Fräulein Wunder zur Partnerin. Für dieses Jahr war auch Gilda Newport im Gespräch, denn bis zuletzt war Marion Jauß nah dran an ihrem Sport – auch das ein Verdienst von Dirk Hafer und einem motivierten Team.  

Dem deutschen Trabrennsport wird eine engagierte Frau fehlen, deren großer Traum nun zwar unerfüllt bleiben wird, der Sieg im Deutschen Traberderby, doch deren Leben mit und für den Pferderennsport ein erfülltes war.

 

Carsten Borck


Bald wieder Rennen in Gelsenkirchen?

(31.03.2020) Nachdem aus Galopperkreisen in NRW vor einigen Tagen relativ klare Aussagen zur baldigen Wiederaufnahme des Rennbetriebs zu vernehmen waren, sprachen wir mit Gelsentrab-Präsident Uwe Küster über die Situation auf seiner Bahn.

 

TrabInside: Der Kölner Rennverein beabsichtigt, am 3. Mai mit einem sportlich hochwertigen Renntag, aber ohne Publikum in seine Galopp-Saison zu starten. In diesem Zusammenhang ist von einem neuen Erlass in NRW die Rede. Was bedeutet das für den Trabrennsport?

 

Uwe Küster: Grundsätzlich sind hier bis zum 19. April alle Sportveranstaltungen abgesagt. Die Fußball-Bundesliga hat darüber hinaus schon erklärt, ihre Pause bundesweit bis zum 30. April zu verlängern, und das sogar mit dem Zusatz „mindestens“. Wir befinden uns allerdings in intensiven Gesprächen mit der Stadt und dem Veterinäramt. Es ist zu klären, ob z.B. ein PMU-Renntag wie am 16. April ohne Zuschauer überhaupt eine Sportveranstaltung ist.

 

Was sollte sie sonst sein?

 

In erster Linie finden bei uns Leistungsprüfungen für Pferde statt. Der Trainingsbetrieb ist politisch erlaubt, ja sogar gewünscht. Insofern stellt sich eine Frage, die auch in Ländern wie Schweden oder Hong Kong positiv beantwortet wurde: Ist es nicht so, dass beim Pferderennen vorrangig Menschen ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen? Würde das bejaht, stünde dem Renntag am 16. April und weiteren nach heutigem Stand wohl nichts im Wege. Der Weg zur Arbeit ist schließlich von allen einschränkenden Bestimmungen ausdrücklich ausgenommen.

 

Bliebe noch die Frage, inwieweit die Nähe der am Renntag aktiven Menschen das mögliche Risiko von Infizierungen erhöht.

 

Diese Frage ist aktuell natürlich berechtigter als jede andere, aber auch darauf haben wir eine klare Antwort. Wir können auf unserer Anlage die Aktiven mit dem größtmöglichen Abstand voneinander unterbringen und damit garantiert erreichen, dass deren Risiko weit unter dem liegt, das z.B. in jedem normalen Reitstall gegeben ist. Zudem wissen Fahrer und Pfleger aus der häuslichen Trainingsarbeit, welches Verhalten derzeit das richtige ist. Auch ist eine strenge Kontrolle der Zugänge möglich, so dass niemand auf die Bahn käme, der am Renntag keine Funktion hätte.

 

Was sagen Sie Kritikern, die behaupten könnten, Ihre Bemühungen seien vor allem von wirtschaftlichen Interessen geprägt?

 

Erstens, dass dem nicht so ist. Zweitens, dass es selbst im anderen Fall nicht um unsere Interessen ginge, sondern vor allem um die der Trainer, Angestellten und Besitzer, die trotz eventueller staatlicher Unterstützung schwere Zeiten erleben. Aber eine solche Diskussion wäre ohnehin zweitrangig, weil entscheidend ist, wie die Behörden die Situation überhaupt beurteilen und dann Entscheidungen treffen. Für uns gibt es derzeit ein Zeitfenster zwischen 16. April und 1. Juni, in dessen Verlauf sich neue Szenarien ergeben könnten.

 

Nehmen wir an, es gibt demnächst Geisterrenntage. Für den BILD-Renntag am 1. Mai wäre das sicher keine Lösung.

 

Natürlich nicht. Der kann in der gewohnten Form so oder so nicht stattfinden. Weder als Geisterrenntag noch mit Publikum, selbst wenn es bis Ende April (theoretisch) eine Beendigung der Einschränkungen geben sollte. Es wäre schon ein großer Unterschied, ob die Menschen dann wieder etwas mehr aus ihren Wohnungen dürften oder gleich 20.000 eine Großveranstaltung auf relativ engem Raum besuchten.

 

Fällt Ihr Saisonhöhepunkt aus oder wird er verschoben?

 

 

Darüber ist noch nicht entschieden, wir diskutieren das gerade mit den Verantwortlichen der BILD-Zeitung. Ein Ausfall wäre sicher für alle Beteiligten bedauerlich, aber eine Verschiebung müsste seriös und möglichst verlässlich geplant sein. Wir können nicht vom 1. Mai auf den 1. Juni gehen, um dann vielleicht auch diesen Termin kurzfristig stornieren zu müssen. Ich denke, ein neues Datum mit dem Abstand von drei oder vier Monaten, also etwa in der zweiten Augusthälfte, könnte ein vorsichtiges Denkmodell sein. 


Impressionen aus Bedburg-Hau


Impressionen aus Quakenbrück


Impressionen aus Hooksiel


Impressionen vom Duhner Wattrennen


Dreambreaker-Wechsel zu Bazire

Die Nachricht überraschte Traberdeutschland: Der fünfjährige Wallach Dreambreaker ist von Thorsten Tietz ins französische Solesmes (nahe Le Mans) zu Jean-Michel Bazire gewechselt und startet aus diesem Quartier erstmals am Mittwoch in Bordeaux. Martin Fink sprach mit Florian Marcussen, dem „Leader“ der dreiköpfigen Hamburger Besitzergemeinschaft „Stall Oberkracher“.

 

Wann fiel die Entscheidung, Dreambreaker nach Frankreich zu schicken?

 

Das ist schon etwas länger her, sie stand prinzipiell bereits im Raum, bevor Thorsten Tietz ihn über Winter mit nach Schweden nahm. Dieser Abstecher war aber insofern wichtig, als das Pferd weitere Rennerfahrung, Härte und auch Monté-Praxis sammeln konnte. Außerdem sollte er dort das nötige Geld aufnehmen, um realistische Startmöglichkeiten in Frankreich zu erhalten.

 

Wie kam es zu dem Kontakt zu Champion Jean-Michel Bazire, der doch ziemlich ausgebucht sein muss und jede Menge Anfragen erhält? Warum fiel die Wahl auf ihn?

 

Wir wollten auf jeden Fall zu einem Spitzenmann. Wenn wir etwas probieren, dann soll es auch Hand und Fuß haben. JMB hat natürlich für solche Dinge einen Manager, der nach einigen Telefonaten dann irgendwann die Zusage gab.

 

Was ist der sportliche Hintergrund für die Entscheidung gewesen?

 

Zum einen das generelle Problem, dass Pferde in dieser Gewinnklasse nur unregelmäßige Startmöglichkeiten bei uns haben. Zum anderen, dass auch Thorsten der Meinung ist, Dreambreaker könnte nach Frankreich passen. Er lief in Schweden schon viele gute Rennen, auch über drei Kilometer. Ihm ist ein gleichbleibendes strammes Tempo ohne zu viele Wechsel angenehm. Trotzdem ist er nicht der typische „Dauerläufer“, denn er besitzt auch genügend Grundschnelligkeit. Wir glauben, dass so ein Abenteuer durchaus Spaß machen kann in Frankreich. Und auf den Provinzbahnen werden interessante Prämien ausgeschüttet, aktuell hat das Zauni ja erfolgreich genutzt.

 

Apropos Zauni: Sind auch Starts in Trabreiten geplant?

 

Das entscheidet natürlich der Trainer. Aber grundsätzlich: warum nicht? Das Metier kann und kennt Dreambreaker, er war in Schweden schon Zweiter und Dritter unter dem Sattel.

 

Haben Sie die Erwartung oder zumindest Hoffnung, am Mittwoch siegreich ins Frankreich-Geschäft einsteigen zu können?

 

Eigentlich nein, das Pferd ist erst wenige Wochen dort und hat seit Ende März pausiert. Wir gehen von einem ersten Test aus. Etwas verwunderlich scheint allerdings, dass er gleich barfuß ins Rennen geht, was meist als gutes Zeichen gewertet wird. Lassen wir uns überraschen.

 


Déjà-vu in Bahrenfeld

Mit Déjà-vu bezeichnet man laut Wikipedia ein psychologisches Phänomen (psychopathologische Bezeichnung: qualitative Gedächtnisstörung), das sich in dem Gefühl äußert, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben.

Wer auf anderen Veranstaltungen 2016 und 2017 zu Gast gewesen war, die das Thema Doppelrennbahn in Horn behandelten, der konnte diesem psychologischen Phänomen am 15. Februar 2018 durchaus begegnen. Einmal mehr wurde auf der aktuellen Informationsveranstaltung des HTZ in Hamburg-Bahrenfeld festgestellt, dass eigentlich alle die Doppelrennbahn in Horn wollen, dass diese ganz toll wird, dass sie ja auch kommen muss, weil in Bahrenfeld gebaut wird und dass man zuversichtlich ist. Verstärkt wurde das Déjà-vu durch die Tatsache, dass immer Elisabeth Kiausch vortrug und das Ganze jeweils mit Verweisen würzte auf Besonderheiten in der politischen Landschaft Hamburgs und auf Verfahren, die sich mit Planungen und Genehmigungen beschäftigen, was in toto die Sache natürlich nicht so ganz einfach mache.

Vor den mehr als 60 interessierten Zuhörern wurde prinzipiell all das wiederholt, was man eh schon wusste. Die Stadt könne keine Steuergelder versenken, auf 10 Jahre müsse der Betrieb wirtschaftlich durchgerechnet sein, da müsse man überdies städteplanerisch tätig sein und Businesspläne vorlegen. Doch wirklich neu war dann doch etwas: Es wurden im Januar 2018 tatsächlich 200.000 EUR seitens der Stadt bereitgestellt, um eine Durchführbarkeitsstudie zu erstellen. Im Juni 2018 liege diese Studie vor, auch das waren News, denn nun existiert ein Termin. Spätestens dann wird die Zeit vorbei sein, als man stets von Termindruck aufgrund des auslaufenden Pachtvertrages in Bahrenfeld sprach, konkrete Zeitpunkte aber im Nebel oder gar verstreichen ließ. „Wir haben das Tempo deutlich erhöht“, erklärte Präsident Dr. Verstl, musste dann allerdings auf Nachfrage der schreibenden Presse eingestehen, dass die Studie ergebnisoffen sei.

Es kann also gut sein, dass im Juni 2018 feststeht, dass das Projekt Doppelrennbahn nicht erfolgreich durchzuführen ist. Um etwa einen sinnvollen Businessplan für die nächsten 10 Jahre vorzulegen, müsse man auf branchenfremde Erträge etwa aus Konzerten setzen. Innovative Konzepte seien gefragt, da Erträge aus dem Rennsport trotz aktuell positiver Entwicklungen (in wirtschaftlicher Hinsicht) allein nicht reichen werden. Auch hier kam kurz das eingangs beschriebene Gefühl hoch, denn der von der Stadt geforderte Nachweis der Wirtschaftlichkeit des Betriebes ist absolut nicht neu. Erst danach wird eine 1,6 Mio EUR teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, womit der Spaß so richtig beginnen kann. Dann werde es auch um Gutachten zur Lärmimmission (Konzerte!) und zur Verkehrsplanung und so weiter und so fort gehen. Dr. Verstl zeigte sich jedoch guten Mutes, alle Probleme angehen und – gemeinsam mit den Galoppern - lösen zu können, denn die Doppelrennbahn sei ein „Leuchtturmprojekt im Hamburger Osten“, was Neu-Geschäftsführer Henner Christoph dahingehend ergänzte, dass die „geilste Rennbahn Mitteleuropas“ entstehen könnte.

Neben den Einnahmen aus Konzerten setzt man auf die Kontinuität der Zusammenarbeit mit der schwedischen Wettorganisation ATG, mit der ein zum Jahresende auslaufender Vertrag verlängert wird. Hoffnung besitzt man bezüglich der bislang einzig in Nordrhein-Westfalen umgesetzten Rückerstattung der Rennwettsteuer auf Buchmacherwetten. In NRW flössen renntäglich 5.000 EUR zurück an die Rennveranstalter. Hier allerdings setzte Fragesteller Olaf Schröder kritisch an und zog den generellen Sinn einer neuen Doppelrennbahn in Frage, wenn es denn keine Pferde mehr gäbe, die darauf laufen könnten. Diese „negative Herangehensweise“ fand naturgemäß nicht den entsprechenden Widerhall im HTZ-Präsidium, für das Dr. Verstl sprach, dem Geschäftsführer Christoph beisprang, indem er von der „einmaligen Chance“ einer „geschenkten Anlage“ sprach, die man nutzen und nicht kaputt reden solle.

Im Weiteren informierte Dr. Verstl über Veränderungen in der Geschäftsführung, denn seit 1. Februar existiert eine „Doppelspitze“, die aus Henner Christoph, der für das Tagesgeschäft und den Wettbetrieb zuständig ist, und Peter Weihermüller besteht. Weihermüller wird 40 Stunden im Monat sich besonders der Hamburger Highlights annehmen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf den Bereich Familien und eine sympathische Außendarstellung der Hamburger Bahn. Klaus Koch wird dem HTZ weiterhin als Berater zur Seite stehen, hat seinen Arbeitsschwerpunkt aber auf eine Galopprennbahn bei Stockholm verlagert.

26 Renntage sollen 2018 stattfinden, davon sind sieben Termine als so genannte Lunchraces vorgesehen. Das Programm der hochdotierten Rennen, für das am Tag der Infoveranstaltung, Nennungsschluss war, zieht sich durchs ganze Rennjahr und wurde ergänzt durch einen „Hamburger Winterfavoriten“ im Dezember. Jahreshöhepunkt ist natürlich das Grand Prix-Wochenende im Oktober, an dem es auch wieder eine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Toto geben wird, sogar eine V75-Wette ist geplant.

 

Leider sind die bereits begonnenen Bauarbeiten im Bereich des Hauptparkplatzes und des Einganges nur der Auftakt zu weiteren „Buddeleien“, doch die Umgestaltung – auch im Hinblick auf die spätere Bebauung und Verkehrsführung – beginnt bereits im Sommer 2018 so richtig. Möglicherweise zum selben Zeitpunkt, wenn die Durchführbarkeitsstudie zur Doppelrennbahn vorliegt. Dort kann auch die Hall of Fame einziehen, denn diese bis dato nur virtuell vorhandene Ruhmeshalle des deutschen Trabrennsports soll „real und begehbar“ werden. Dr. Verstl versprach abschließend eine zeitnahe Information zu allen Fragen und schloss damit die Versammlung.


Legendärer Garry

Am Silvestertag gewann der neunjährige Wallach Garry mit Ronja Walter ein Trabreiten in Dinslaken. Das bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, schließlich starteten beide als 12:10-Favorit. Auch dass es am Bärenkamp beim zehnten Auftritt der zehnte Volltreffer war, ist kaum mehr als eine Randnotiz, zu selbstverständlich sind die Siege dieses Ausnahmepferdes geworden. Und doch: Der Silverstererfolg war ein Meilenstein, vielleicht sogar ein Weltrekord, so etwas lässt sich nicht ohne Weiteres recherchieren. 

Seit dem 15. März 2015, also vor fast drei Jahren, hat Garry jedesmal einen Platz in der Dreierwette belegt, Silvester zum 50. Mal in Folge. Was für ein Jubiläum. Er startete dabei in Hamburg-Bahrenfeld, Dinslaken, Gelsenkirchen, Berlin-Mariendorf und -Karlshorst, dazu in Jägersro und auf den Grasbahnen von Hamburg-Horn, Stove und Drensteinfurt. Bei jenen 50 Starts gelangen 36 Siege, elf zweite und drei dritte Plätze. 49 Mal saß Ronja Walter im Sattel, einmal Manfred Walter im Sulky. Sage und schreibe 40 Mal lag die Siegeventualquote unter 20:10, davon alleine 18 Mal lediglich zwischen 10 und 12:10. Lukrativ konnten Wetten auf Garry dennoch sein: Gleich zweimal resultierte das Gewinn-Los bei einer Mariendorfer Prämienausspielung mit einem PKW als Hauptpreis aus einer Garry-Wette.

Traber-Deutschland verneigt sich vor diesem Pferd und wünscht sich ein "weiter so".




 Das Magazin für den Trabrennsport

TRAB-INSIDE ist das einzige Magazin für den Trabrennsport. Die erste, durchgängig farbige Print-Ausgabe erschien am Donnerstag, den 24. September 2015 anlässlich der Rennveranstaltung in Hamburg-Bahrenfeld und war danach während des Breeders Crown-Meetings in Berlin-Mariendorf sowie bei den nachfolgenden deutschen Trabrennveranstaltungen ebenfalls gratis erhältlich .

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